Geographie · Klasse 5–7 · aktualisiert
Jahreszeiten: Entstehung einfach erklärt
Du lernst, warum es Sommer und Winter gibt: wegen der schiefen Erdachse und des Wegs um die Sonne – nicht wegen des Abstands zur Sonne.
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Kurz gesagt
Die Erdachse steht schief, und die Erde läuft in einem Jahr einmal um die Sonne. So ist mal die Nordhalbkugel, mal die Südhalbkugel stärker der Sonne zugeneigt. Der Abstand zur Sonne ist nicht die Ursache der Jahreszeiten.
Im Juli schwitzt du draußen, im Januar frierst du. Doch warum ist das so? Manche denken, die Erde sei im Winter weiter von der Sonne weg. Das stimmt nicht. Hier erfährst du, was wirklich dahintersteckt.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Die Erde läuft in einem Jahr einmal um die Sonne. Das nennt man Erdumlauf. Gleichzeitig dreht sie sich um sich selbst. Die gedachte Linie, um die sie sich dreht, heißt Erdachse.
Die Erdachse steht nicht gerade, sondern schief zur Bahnebene. Das ist die Ebene, in der die Erde um die Sonne läuft. Der Äquator ist dadurch derzeit um etwa 23,4° gegen die Bahnebene geneigt. Wie bei einem Kreisel behält die Achse ihre Richtung im Raum (nahezu) bei, während die Erde um die Sonne läuft.
Deshalb ist die Nordhalbkugel (die nördliche Hälfte der Erde) mal der Sonne zugeneigt und mal von ihr abgeneigt. Zwischen März und September ist sie stärker der Sonne zugeneigt. Im Juni fallen die Sonnenstrahlen senkrecht auf sie, dann ist dort Sommer. Ein halbes Jahr später, am gegenüberliegenden Punkt der Bahn, ist sie der Sonne abgeneigt. Nach einem Umlauf wiederholt sich alles.
Definition
Erdachse
Die Erdachse ist die gedachte Linie, um die sich die Erde dreht. Sie steht schief auf der Bahnebene, also auf der Ebene, in der die Erde um die Sonne läuft.
Beispiel: Ein halbes Jahr später
- 1Im Juni steht die Erde an einem Punkt ihrer Bahn, an dem die Nordhalbkugel der Sonne zugeneigt ist. Die Strahlen fallen senkrecht auf den Norden, dort ist Sommer.
- 2Ein halbes Jahr später steht die Erde am gegenüberliegenden Punkt der Bahn.
- 3Die Achse zeigt (nahezu) in dieselbe Richtung wie vorher.
- 4Jetzt ist die Nordhalbkugel der Sonne abgeneigt. Im Dezember ist es dort Winter.
Merke: Die Achse bleibt (nahezu) gleich ausgerichtet, während die Erde um die Sonne läuft. Darum wechselt, welche Halbkugel der Sonne zugeneigt ist.
Teste dich
Wie warm es wird, hängt von zwei Dingen ab: Wie steil trifft das Sonnenlicht auf den Boden, und wie lange scheint es? Je länger und je steiler Sonnenlicht auf die Oberfläche trifft, desto mehr kann diese Region erwärmt werden.
Die Sonne läuft jeden Tag auf einem Bogen über den Himmel. Im Sommer ist dieser Bogen hoch. Die Sonne steht mittags hoch, ihre Strahlen treffen steil auf. Dann liefern sie relativ viel Energie pro Fläche. Außerdem liegt der größere Teil des Bogens über dem Horizont. Die Tage sind lang, und es bleibt viel Zeit zum Erwärmen.
Im Winter ist es umgekehrt. Die Sonne steht tief, ihre Strahlen treffen flacher auf und verteilen sich auf eine größere Fläche. Sie bringen weniger Energie. Nur der kleinere Teil des Bogens liegt über dem Horizont, die Tage sind kurz. Die Folge ist eine Abkühlung. Der Boden folgt den Höchst- und Tiefstständen der Sonne mit einer gewissen Verzögerung.
Sonnenwenden sind die zwei Zeitpunkte im Jahr, an denen die Sonne ihren höchsten oder ihren tiefsten Stand erreicht. Zur Sommersonnenwende (auf der Nordhalbkugel im Juni) hat die Sonne ihren höchsten Stand und der Tag ist am längsten. Zur Wintersonnenwende (im Dezember) steht sie am tiefsten und der Tag ist am kürzesten. Je weiter du vom Äquator weggehst, desto größer sind diese Unterschiede. Sie reichen bis zur Polarnacht, also Wochen bis Monaten, in denen die Sonne nicht über den Horizont kommt. Zum Äquator hin werden die Schwankungen geringer.
| Mitteleuropa | Sommer | Winter |
|---|---|---|
| Winkel der Sonnenstrahlen | 60° bis 65° | nur 13° bis 18° |
| mögliche Sonnenscheindauer in Mitteldeutschland | 16–17 Stunden | 7–8 Stunden |
Merke: Hoher Sonnenstand und langer Tag erwärmen stark. Tiefer Sonnenstand und kurzer Tag erwärmen wenig.
Teste dich
Auf der Südhalbkugel (der südlichen Hälfte der Erde) sind die Jahreszeiten denen der Nordhalbkugel entgegengesetzt. Ist es im Süden Sommer, ist es im Norden Winter, und umgekehrt. Man sagt: Sie sind kalendarisch um ein halbes Jahr versetzt.
Der Grund ist die schiefe Achse. Im Juni ist die Nordhalbkugel der Sonne zugeneigt: Im Norden ist Sommer, im Süden Winter. Im Dezember fallen die Strahlen senkrecht auf die Südhalbkugel: Im Süden ist Sommer, im Norden Winter.
Die Sonne steht dann senkrecht über den Wendekreisen. Das sind zwei Linien um die Erde auf 23,4° nördlicher und südlicher Breite. Um den 20. oder 21. Juni steht sie senkrecht über dem nördlichen Wendekreis, um den 21. oder 22. Dezember über dem südlichen.
In den Gebieten beidseits des Äquators (Tropen und Subtropen) sind jahreszeitliche Veränderungen weniger ausgeprägt. Stattdessen treten Regen- und Trockenzeiten auf. In Äquatorgebieten gibt es (fast) keine Jahreszeiten.
Beispiel: Ein erfundener Ort im Juli
- 1Erfundener Fall: Ein Ort liegt auf der Südhalbkugel. Es ist Juli.
- 2Für die Wetterstatistik gehören Juni, Juli und August auf der Nordhalbkugel zum Sommer.
- 3Im Süden ist es entgegengesetzt.
- 4Ergebnis: Am erfundenen Ort ist Winter.
Merke: Sommer im Norden bedeutet Winter im Süden. Winter im Norden bedeutet Sommer im Süden.
Teste dich
Viele denken, im Sommer sei die Erde näher an der Sonne. Das stimmt nicht. Die Erde läuft auf einer Bahn um die Sonne, die elliptisch und nicht kreisförmig ist. Deshalb ändert sich ihr Abstand zur Sonne ein wenig.
Unter den derzeitigen Umständen ist die Erde um den 3. Januar der Sonne am nächsten, in rund 147,1 Millionen km Entfernung. Um den 5. Juli ist sie am weitesten weg, in rund 152,1 Millionen km Entfernung. Anfang Januar ist auf der Nordhalbkugel aber Winter und Anfang Juli Sommer. Der Abstand kann also nicht die Ursache sein.
Ein zweites Argument: Wäre der Abstand die Ursache, wäre es überall auf der Erde gleichzeitig Sommer oder Winter. Das ist nicht so, denn Nord und Süd haben entgegengesetzte Jahreszeiten.
Der Abstand ändert sich nur wenig, weil die Bahn nur wenig von einem Kreis abweicht. Er verändert allein, wie stark das Licht ist. Unter den derzeitigen Umständen macht er den Winter im Süden etwas strenger und den im Norden etwas milder. Der Grund für die Jahreszeiten liegt im Winkel und in der Dauer der Sonneneinstrahlung.
Definition
Ellipse
Eine Ellipse ist eine Bahn, die wie ein leicht gedrücktes Oval aussieht. Die Erdbahn ist eine Ellipse und kein genauer Kreis.
Merke: Nicht der Abstand zur Sonne, sondern die Neigung der Erdachse bestimmt die Jahreszeiten. Sie ändert den Winkel und die Dauer der Sonneneinstrahlung.
Teste dich
Alles auf einen Blick
Jahreszeiten
Ursache
Die Erdachse steht schief, und die Erde läuft um die Sonne. So wechselt, welche Halbkugel der Sonne zugeneigt ist.
Sonne und Wärme
Je steiler und je länger das Licht trifft, desto mehr kann ein Ort erwärmt werden.
Sonnenwenden
Im Sommer ist der Sonnenstand am höchsten und der Tag am längsten, im Winter am tiefsten und am kürzesten.
Andere Halbkugel
Die Jahreszeiten sind entgegengesetzt, auf der Südhalbkugel um ein halbes Jahr versetzt.
Abstand
Er ändert sich nur wenig und ist nicht die Ursache der Jahreszeiten.
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Die Jahreszeit im Dezember im Süden bestimmen
- 1Aufgabe (erfundener Fall): Ein Ort liegt auf der Südhalbkugel. Es ist Dezember. Welche Jahreszeit herrscht dort?
- 2Schritt 1: Im Dezember fallen die Sonnenstrahlen senkrecht auf die Südhalbkugel. Um den 21. oder 22. Dezember steht die Sonne senkrecht über dem südlichen Wendekreis.
- 3Schritt 2: Die Südhalbkugel ist der Sonne zugeneigt. Die Sonne steht dort hoch, und der größere Teil ihres Bogens liegt über dem Horizont.
- 4Schritt 3: Steile Strahlen und lange Tage bedeuten viel Energie. Der Ort wird stärker erwärmt.
- 5Gegenprobe: Im Dezember ist im Norden Winter. Im Süden ist es entgegengesetzt.
- 6Ergebnis: Dort ist Sommer.
Fehler finden
Prüfe die Aussagen zum Abstand der Erde zur Sonne In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 5Das ist eine falsche Ursache. Richtig: Anfang Juli ist auf der Nordhalbkugel Sommer, obwohl die Erde dann am weitesten von der Sonne entfernt ist. Die Jahreszeiten entstehen durch die Neigung der Erdachse.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Die Erdachse behält beim Umlauf ihre Richtung und steht auf der Bahnebene. Je das Sonnenlicht auf den Boden trifft, desto mehr kann er erwärmt werden. Ist auf der Nordhalbkugel Sommer, herrscht zur selben Zeit auf der Südhalbkugel .
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback