Geographie · Klasse 5–10 · aktualisiert
Akkumulation: Ablagerung in der Geografie
Du lernst, warum Flüsse Material ablagern, wie Schwemmfächer, Deltas und Dammuferflüsse entstehen und was ein Ästuar vom Delta unterscheidet.
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Kurz gesagt
Akkumulation heißt: Ein Fluss lagert Material ab, zum Beispiel Sand und Kies. Das geschieht, wenn seine Transportkapazität bei gleich bleibender Fracht sinkt. So entstehen Schwemmfächer, Deltas, Auelehm und Dammuferflüsse.
Hast du schon einmal Schlamm am Ufer eines Flusses gesehen? Wird ein Fluss langsamer, lässt er Sand und Kies liegen. Über sehr lange Zeit entstehen daraus ganze Landschaftsformen. In dieser Erklärung lernst du, wie das geht und wie sich Flussmündungen unterscheiden.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
3 Abschnitte
Ein Fluss nimmt Material mit: Sand, Kies und Steine. Ganz feine Teilchen schweben im Wasser. Dieses Material heißt Sediment. Die Körner reichen von feinem Sand bis zu Geröll (0,1 mm bis etwa 20 cm), je nachdem, ob du am Ober- oder Unterlauf bist.
Wie viel Fracht ein Fluss tragen kann, nennt man Transportkapazität. Wassermenge und Geschwindigkeit bestimmen sie. Nimmt die Transportkapazität ab und die Fracht bleibt gleich, lagert sich das Material ab. Das nennt man Sedimentation. Wird Sediment angehäuft, sprechen wir von Akkumulation. Meist geschieht das durch das Meer oder durch Flüsse.
Wie stark die Akkumulation ist, hängt von mehreren Dingen ab: Fließgeschwindigkeit, Korngröße, Gefälle (wie steil der Fluss abwärts fließt), Abflussmenge (Wassermenge) und Materialfracht. Auch Reibung und Turbulenz spielen eine Rolle.
Ein wichtiger Fall: Verliert ein Fluss abrupt an Gefälle, nimmt auch seine Fließgeschwindigkeit ebenso abrupt ab. Dann sinkt das Transportvermögen für die gröbsten Teile, und sie bleiben liegen.
Definition
Akkumulation
Akkumulation (lateinisch accumulare = anhäufen) ist die Anhäufung und Ablagerung von Sedimenten. Meist geschieht das durch das Meer oder durch Flüsse, die Sand und Kies aufschütten.
Beispiel: Ein Bach tritt aus dem Gebirge (Denkbeispiel)
- 1Ein Bach fließt steil aus einem Gebirge und tritt dann in flacheres Land.
- 2Sein Gefälle nimmt abrupt ab.
- 3Deshalb nimmt auch seine Fließgeschwindigkeit ebenso abrupt ab.
- 4Das Transportvermögen für die gröbsten Teile sinkt, und sie bleiben liegen.
Merke: Sinkt die Transportkapazität bei gleich bleibender Fracht, lagert der Fluss Material ab.
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Alle vier Formen entstehen durch Ablagerung von Material, aber an verschiedenen Orten.
Ein Schwemmfächer (auch Schwemmkegel) entsteht dort, wo ein Fließgewässer abrupt an Gefälle verliert. Das passiert typischerweise beim Austritt aus einem Hochgebiet in tieferliegendes, flacheres Gelände. Das Wasser wird langsamer und lässt Material liegen. Es bildet sich ein Körper aus Sediment, der wie ein Kegel aussieht und von oben wie ein Fächer. Oft hat der Fluss dort mehrere Arme, weil das Wasser den schon abgelagerten Massen ausweichen muss. Bei unveränderten Bedingungen wächst der Kegel immer weiter ins tiefere Gelände.
Ein Delta ist eine Flussmündung in einen See oder ein Meer. Sie hat einen annähernd dreieckigen Grundriss, und der Hauptstrom gabelt sich in mehrere Mündungsarme. Ein Delta entsteht, wenn der Fluss im Mündungsbereich auf faktisch null abgebremst wird. Dann lagert er das meiste Material ab, das er noch mitführt. Bei weitgehend konstantem Meeresspiegel verlagert sich die Mündung über Jahrhunderte und Jahrtausende immer weiter aufs Meer hinaus. Die eigenen Ablagerungen versperren dem Fluss den Weg, darum gabelt er sich mehrfach. Auch ein Schwemmkegel, der zeitweise oder anfangs unter Wasser entsteht, wird Delta genannt.
Die Aue ist die Niederung entlang eines Baches oder Flusses, die von wechselndem Hoch- und Niedrigwasser geprägt ist. Auelehm ist ein vorwiegend feines, lockeres Gestein aus Schluff, Feinsand und Ton im Überschwemmungsgebiet. Eine Auelehmdecke bildet sich nur in Flussabschnitten mit vielen Schlingen (mäandrierend), nicht bei verwilderten, verflochtenen Flüssen. Wie viel abgelagert wird, hängt in erster Linie von der Hochwasserhäufigkeit ab. Über die Ursache wird diskutiert: Abgespülte Ackerböden scheinen direkt die Ursache zu sein. Doch Bodenerosion kann nicht die alleinige Ursache sein, denn Auelehm bildete sich auch schon im Pleistozän (ein Abschnitt der Erdgeschichte).
Bei Hochwasser fließt Wasser über die Ufer. In den überfluteten Uferbereichen ist die Strömung langsamer als im tieferen Wasser, darum setzen sich dort Schwebstoffe ab. Gröbere Teile liegen näher am Flussbett als feinere. So entsteht ein Uferwall, auch natürlicher Flussdamm genannt. Wird zugleich deutlich Material im Flussbett selbst abgelagert, entsteht ein Dammuferfluss. Er erhöht ständig die Aufschüttung seines Bettes und fließt in selbst geschaffenen Bahnen über dem Niveau der Aue. Beispiele sind Huanghe, Po und Mississippi River. Heute verhindern künstliche Dämme größtenteils, dass diese Flüsse bei Hochwasser aus ihren Betten treten.
| Form | Wo und wie? | Merkmal |
|---|---|---|
| Schwemmfächer | Fluss verliert abrupt Gefälle, typischerweise beim Austritt aus einem Hochgebiet | Kegel, von oben fächerförmig, oft mehrere Arme |
| Delta | Mündung in See oder Meer, Fluss wird auf faktisch null abgebremst | Annähernd dreieckig, Hauptstrom gabelt sich |
| Auelehm | Hochwasser setzt feines Material in der Aue ab | Schluff, Feinsand, Ton; Decke nur an mäandrierenden Abschnitten |
| Dammuferfluss | Ablagerung an den Ufern und im Flussbett | Bett liegt über dem Niveau der Aue |
Beispiel: Der Nil und sein Schlamm
- 1Bei vielen Flüssen mit geringem Gefälle bringt der Schlamm bei Hochwasser wichtige Nährstoffe in die Uferregionen.
- 2Beim Nil war das früher so, bis zum Bau des Assuan-Staudamms.
- 3Die jährlichen Überschwemmungen lagerten fruchtbaren Nilschlamm auf die flussnahen Felder ab.
- 4So verhalf der Schlamm Ägypten zu einer intensiven Landwirtschaft.
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Delta und Ästuar sind beides Flussmündungen. Sie entstehen aber durch unterschiedliche Prozesse.
Beim Delta lagert der Fluss Material ab, weil er im Mündungsbereich abgebremst wird. Als Voraussetzung wird ein geringer Tidenhub genannt, denn sonst verhindern Gezeitenströmungen die ungestörte Aufschüttung eines Mündungsfächers. Weiter unten siehst du aber ein Delta bei kräftigem Tidenhub.
Gezeiten sind Wasserbewegungen der Ozeane, die Mond und Sonne zusammen mit der Erddrehung verursachen. Bei Flut steigt das Wasser, bei Ebbe sinkt es. Der Tidenhub zeigt, wie stark das Wasser steigt und fällt. An Küsten und Flussmündungen ist er oft größer als auf offener See. In den Unterläufen von Elbe und Weser beträgt er bis über vier Meter, in der westlichen Ostsee nur etwa 30 Zentimeter.
Typische Ästuare, wie die Unterelbe, werden unter dem Einfluss der Gezeitenströme gebildet. Dabei wird die Flussmündung trichterförmig erweitert. Die hohen Fließgeschwindigkeiten sorgen dafür, dass die Erosion stärker ist als die Sedimentation. Der starke Flutstrom erodiert Flussbett und Ufer, und viel Material wird flussaufwärts transportiert. Der meist schwächere Ebbestrom kann es nicht wieder abtransportieren. Darum kann es am oberen Ende von Ästuaren zur Deltabildung kommen. Ein Rest eines solchen Deltas ist die Aufzweigung der Elbe in Norderelbe und Süderelbe in Hamburg.
Aber Vorsicht: Der Tidenhub allein entscheidet nicht. Bei großer Geschiebefracht, also viel mitgeführtem Material, herrschen Deltas vor, auch bei kräftigem Tidenhub wie am Gangesdelta. Auch Mündungslagunen an Küsten ohne starken Tidenhub werden Ästuare genannt, zum Beispiel die Unterwarnow.
Definition
Ästuar
Ein Ästuar ist der breite Wasserkörper an der Mündung eines Flusses. Typische Ästuare werden von Gezeitenströmen gebildet, dabei wird die Mündung trichterförmig erweitert.
Merke: Delta: Der Fluss wird abgebremst und lagert das meiste Material ab. Typisches trichterförmiges Ästuar: Starke Gezeitenströme sorgen dafür, dass die Erosion stärker ist als die Sedimentation.
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Alles auf einen Blick
Akkumulation
Ablagerung
Sinkt die Transportkapazität bei gleicher Fracht, bleibt Material liegen
Schwemmfächer
Entsteht, wo ein Fluss abrupt Gefälle verliert, typischerweise beim Austritt aus einem Hochgebiet
Delta
Der Fluss wird im Mündungsbereich fast auf null abgebremst und lagert das meiste Material ab
Auelehm und Dammuferfluss
Hochwasser und langsame Strömung lagern feines Material ab, der Dammuferfluss liegt über der Aue
Ästuar
Starke Gezeitenströme erweitern die Mündung zum Trichter, die Erosion überwiegt
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Das Gangesdelta einordnen
- 1Aufgabe: Das Gangesdelta liegt an einer Küste mit kräftigem Tidenhub. Passt das zu einem Delta?
- 2Schritt 1: Typische Ästuare werden unter dem Einfluss der Gezeitenströme gebildet.
- 3Schritt 2: Bei großer Geschiebefracht herrschen dagegen Deltas vor, auch bei kräftigem Tidenhub wie am Gangesdelta.
- 4Schritt 3: Der Tidenhub allein entscheidet also nicht. Auch die Menge des mitgeführten Materials spielt eine Rolle.
- 5Ergebnis: Ein Delta ist auch bei kräftigem Tidenhub möglich.
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Fehler in Zeile 5Das dreht die Wirkung der Ablagerung um. Richtig: Der Fluss erhöht ständig die Aufschüttung seines Bettes und fließt über dem Niveau der Flussaue.
Lückentext
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Verliert ein Fluss abrupt an Gefälle, ändert sich seine Fließgeschwindigkeit ebenso abrupt: Sie nimmt . Ein Delta hat einen annähernd Grundriss. In einem typischen trichterförmigen Ästuar sorgen die hohen Fließgeschwindigkeiten dafür, dass stärker ist.
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