Geographie · Klasse 7–13 · aktualisiert
Monsun: Entstehung, Jahreszeiten und Folgen
Du lernst, warum der Monsun im Jahr seine Richtung wechselt, wie Sommer- und Wintermonsun in Indien sind und was der Regen bringt.
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Kurz gesagt
Der Monsun ist ein Wind, der im Jahr seine Richtung wechselt, auch weil sich Land etwa zwei- bis dreimal so schnell erwärmt wie Wasser. Im Sommer weht er in Indien feucht vom Meer zum Land und bringt Regen, im Winter trocken vom Land zum Meer. Das hilft den Feldern, kann aber Fluten und Dürren auslösen.
In Indien hängt sehr viel vom Regen ab. Monatelang ist es trocken, dann beginnt die Regenzeit. Bleibt der Regen aus, drohen Dürren. Fällt zu viel, drohen Überschwemmungen. Wie kommt es zu diesem Wechsel?
Deine Lernziele
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4 Abschnitte
Das Wort Monsun kommt aus dem Arabischen und bedeutet „Jahreszeit“. Ein Monsun ist eine großräumige Luftzirkulation in den Tropen, also den warmen Gebieten nahe dem Äquator. Sein Hauptmerkmal: Die häufigste Windrichtung kehrt sich im Verlauf eines Jahres zweimal um. Dazu kommen saisonale Niederschläge, der Monsunregen.
Der erste Grund: Land und Meer erwärmen sich unterschiedlich. Die Erwärmung, aber auch die Abkühlung der Landoberfläche erfolgt etwa zwei- bis dreimal so schnell wie die der Wasseroberfläche. Im Sommer wird die Luft über großen Landmassen deshalb wärmer als die Luft über dem Meer. Über dem Land entsteht ein Bodentief, also ein Gebiet mit niedrigem Luftdruck am Boden. Wind strömt immer vom Hoch zum Tief. Darum bewegen sich im Sommer feuchte Luftmassen vom Meer zum Land. Im Winter bilden sich dagegen Hochdruckgebiete über den Kontinenten. Der Wind weht dann vom Land zum Meer und führt trockene Luft mit.
Der zweite Grund: die innertropische Konvergenzzone, kurz ITC. Das ist eine Tiefdruckrinne nahe dem Äquator. Sie entsteht, weil die Luft dort erwärmt wird und aufsteigt. Der niedrige Druck zieht Luft an, so entstehen die Passate, gleichmäßige Winde in den Tropen. Die ITC wandert im Jahr mit dem Sonnenstand, allerdings mit leichter Verzögerung. Steht die Sonne im Norden, liegt auch die ITC dort. Dann strömt Luft aus dem Südost-Passat über den Äquator nach Norden. Dabei lenkt die Corioliskraft sie nach rechts ab: Aus Südost wird Südwest. Das ist der Südwest-Monsun.
Definition
Corioliskraft
Die Corioliskraft lenkt jeden Wind auf der Nordhalbkugel in Bewegungsrichtung nach rechts ab, auf der Südhalbkugel nach links. Am Äquator ist sie gleich null.
Merke: Im Sommer weht der Monsun vom kühleren Meer zum wärmeren Land, im Winter vom Land zum Meer. Der Grund: Wind strömt immer vom Hoch zum Tief.
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Der indische Monsun ist der größte Monsun der Welt. Deshalb nennt man ihn oft einfach „der Monsun“. Im Monsunklima unterscheiden sich die Jahreszeiten vor allem durch die Niederschlagsmenge: Es gibt eine Regenzeit und eine Trockenzeit.
Der Sommermonsun ist ein Südwestwind. Er setzt im Juni/Juli von Südwesten her ein und hält bis September/Oktober an. Er bringt feuchte Luft vom Ozean. Diese hohen Niederschläge dauern mehrere Monate an, das ist die Regenzeit. Bei stark ausgeprägtem Monsunklima wird aus einer Landschaft, die in der Trockenzeit einer Halbwüste ähnelt, in der Regenzeit fruchtbares grünes Land.
Der Wintermonsun ist mit dem Nordost-Passat identisch. Er liefert kalte, trockene Luft aus dem Kältehoch über Sibirien, einem Hochdruckgebiet mit kalter Luft. Er setzt im September/Oktober ein und hält bis Juni/Juli an. Diesen trockenen Zeitraum nennt man Trockenzeit. Vom Festland kommende trockene Winde bewirken Dürreperioden. Die Namen folgen also nicht dem Kalender: Der „Wintermonsun“ dauert bis in den Sommer hinein.
Zwischen den beiden Monsunwinden liegen Übergangszeiten. Relativ zum Sommermonsun heißen sie Vormonsunszeit und Nachmonsunszeit.
| Merkmal | Sommermonsun | Wintermonsun |
|---|---|---|
| Windrichtung | Südwestwind | Nordost-Passat |
| Luft | feucht, vom Ozean | kalt und trocken, vom Festland |
| Zeitraum | Juni/Juli bis September/Oktober | September/Oktober bis Juni/Juli |
| Jahreszeit | Regenzeit | Trockenzeit |
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Der Sommermonsun kommt vom Ozean. Auf seinem Weg zum Kontinent nimmt der Monsunwind über den Wasserflächen Feuchtigkeit auf. Am Luv von Wetterscheiden wie dem Himalaya regnet er diese zu großen Teilen ab. Wetterscheiden sind hier sehr hohe Gebirge, die Gebiete mit unterschiedlichem Wetter trennen.
So entsteht der Steigungsregen: Auf der Luv-Seite wird die feuchte Luft zum Aufsteigen gezwungen. Mit der Höhe kühlt sie ab, und ihre Fähigkeit, Wasserdampf zu halten, sinkt. Der Wasserdampf kondensiert, das heißt, er wird zu winzigen Wassertröpfchen. Es bilden sich Wolken, und es kommt oft zu heftigen Niederschlägen. Sie konzentrieren sich an den Hindernissen. Im Himalaya fallen die Niederschläge als Schnee. Monsunregen fällt über mehrere Wochen. Typisch sind dabei mehrere intensive Regenereignisse am Tag, die nur wenige Stunden dauern. Er kann aber auch als leichter Dauerregen auftreten.
Auf der Lee-Seite sinkt die Luft wieder ab. Dort fällt deutlich weniger Niederschlag, man spricht vom Regenschatten. Darum können Gebiete auf der Luv- und der Lee-Seite eines Gebirges teils erhebliche Unterschiede im Jahresniederschlag haben.
Definition
Luv und Lee
Luv ist die dem Wind zugewandte Seite eines Gebirges, Lee die vom Wind abgewandte Seite. Die Begriffe stammen aus der Seemannssprache.
Beispiel: Rekordregen in Mawsynram
- 1Mawsynram liegt im indischen Bundesstaat Meghalaya.
- 2Dort bringt der Monsunregen den weltweit höchsten gemittelten Jahresniederschlag: 11.872 mm.
- 3Besonders an Gebirgen kann der Monsunregen als Steigungsregen sehr hohe Niederschlagsmengen erreichen.
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Günstige Folgen: Die Bedeutung von Monsunen für die Welternährung, die Trinkwasserversorgung und die Bewässerung der Böden ist von grundlegender Natur. Mehr als 60 % der Weltbevölkerung sind direkt oder indirekt von Monsunphänomenen betroffen, insbesondere in Indien und Südchina. Pflanzen, die viel Wasser brauchen, zum Beispiel Reis, werden in der Regenzeit angebaut oder künstlich bewässert. Indien ist noch mehrheitlich ein Agrarland, das heißt, die meisten Menschen leben von der Landwirtschaft. Auch die Städte sind für Wasser und Lebensmittel auf den Monsunregen angewiesen. Erträge aus Landwirtschaft und Tourismus hängen stark vom Verlauf der Monsunsaison ab.
Gefährliche Folgen bei zu wenig Regen: Verzögert sich der regenreiche Sommermonsun, kann es zu großen Dürren und Ernteausfällen kommen. In der Vergangenheit führte das oft zu großen Hungersnöten. Besonders schlimm ist es bei unzureichender Vorsorge mit Nahrungsmittel- und Wasserreserven. Nothilfeprogramme sowie der Ausbau und die Intensivierung der Landwirtschaft haben in den letzten Jahrzehnten weitere Hungersnöte vermieden.
Gefährliche Folgen bei zu viel Regen: Starke Monsunregen führen zu Überschwemmungen und immer wieder zu humanitären Notsituationen. Am meisten betroffen sind die Küstengebiete von Bangladesch. Das Land liegt niedrig und dient als Abflussgebiet für die Monsunregenfälle. Dort haben Ganges und Brahmaputra ihr gemeinsames Mündungsdelta. Großflächige Waldrodungen machen den Boden anfälliger für Bodenerosion und Überschwemmungen. Wetterbeobachtungen deuten außerdem auf eine mittelfristige Zunahme der Monsunniederschläge in Indien hin, mit zunehmender Gefahr von Überschwemmungen. Man führt das auf eine Kopplung mit der globalen Durchschnittstemperatur zurück.
Beurteilen heißt, abzuwägen: Der Monsun ist ein Niederschlagsgarant, aber wegen seiner Schwankungen auch Ursache von Dürren und Überschwemmungen. Wie schlimm die Folgen werden, hängt auch von der Vorsorge ab.
Beispiel: Der Monsun 2007
- 1Der Monsun 2007 hatte außergewöhnlich heftige Auswirkungen.
- 2Etwa 21 Millionen Menschen verloren in Indien, Nepal und Bangladesch ihr Obdach.
- 3Allein in Bihar, Uttar Pradesh und Assam starben bis Anfang August mehr als 120 Menschen.
- 4Das zeigt die gefährliche Seite starker Monsunregen.
Merke: Der Monsun hat zwei Seiten: Er bringt das Wasser für Felder und Trinkwasser. Bei Verzögerung drohen Dürren, bei starken Regenfällen Überschwemmungen.
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Alles auf einen Blick
Monsun
Entstehung
Land erwärmt sich etwa zwei- bis dreimal so schnell wie Wasser, und Wind strömt vom Hoch zum Tief.
Richtungswechsel
Im Sommer weht der Monsun vom Meer zum Land, im Winter vom Land zum Meer.
Indien
Der Sommermonsun ist ein feuchter Südwestwind (Regenzeit), der Wintermonsun ein trockener Nordost-Passat (Trockenzeit).
Regen
Am Luv eines Gebirges steigt die Luft auf, kühlt ab und regnet als Steigungsregen ab, im Lee fällt deutlich weniger.
Folgen
Der Monsun sichert Wasser und Ernten, kann aber Dürren und Überschwemmungen auslösen.
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Den Weg des Sommermonsuns beschreiben
- 1Aufgabe: Beschreibe, wie der Sommermonsun im August in Indien Regen bringt.
- 2Schritt 1: Die ITC liegt im Nordsommer auf der Nordhalbkugel. Der Südost-Passat überquert den Äquator.
- 3Schritt 2: Die Corioliskraft lenkt ihn auf der Nordhalbkugel nach rechts ab. Aus Südost wird Südwest: der Südwest-Monsun.
- 4Schritt 3: Über dem Meer nimmt der Wind Feuchtigkeit auf.
- 5Schritt 4: Am Luv eines hohen Gebirges wie dem Himalaya steigt die Luft auf und kühlt ab. Der Wasserdampf kondensiert, und es fällt Steigungsregen.
- 6Schritt 5: Auf der Lee-Seite fällt deutlich weniger Niederschlag.
- 7Ergebnis: Der feuchte Südwestwind vom Ozean bringt die Regenzeit, am meisten Regen fällt am Luv von Gebirgen.
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Fehler in Zeile 4Der Zeitraum wurde falsch begrenzt, als folge er dem Kalender. Richtig: Der Wintermonsun hält von September/Oktober bis Juni/Juli an.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Im Sommer ist die Luft über dem Land wärmer als über dem Meer, weil sich die Landoberfläche erwärmt als die Wasseroberfläche. Weil im Winter über dem Festland ein Hochdruckgebiet liegt, weht der Wintermonsun . Die Seite eines Gebirges, die vom Wind abgewandt ist, heißt .
Karteikasten
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