Geographie · Klasse 7–10 · aktualisiert
Land-See-Windsystem einfach erklärt
Du lernst, warum am Meer tagsüber Seewind und nachts Landwind weht, wie der Kreislauf abläuft und warum ablandiger Wind gefährlich sein kann.
0 von 9 Aufgaben gelöst
Kurz gesagt
An Küsten und großen Seen wechselt der Wind oft: Am Tag weht der Seewind vom Wasser aufs Land, nachts der Landwind vom Land aufs Wasser. Grund ist, dass Land sich schneller erwärmt und abkühlt als Wasser. Ein sehr kräftiger, vorherrschender Wind kann das System verhindern.
Am Meer oder an einem großen See wechselt der Wind oft die Richtung: Tagsüber weht er anders als nachts. Dahinter steckt Wärme, kein Zufall. Für Segler und Kitesurfer kann die Windrichtung sogar zur Sicherheitsfrage werden.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Das Land-See-Windsystem ist ein regelmäßiger Wechsel der Windrichtung. Man beobachtet ihn an Meeresküsten und an großen Seen im Landesinneren. Eine Ausnahme gibt es: Ein sehr kräftiger, vorherrschender Wind, der von der großen Wetterlage abhängt, kann verhindern, dass sich das System herausbildet.
Die Ursache ist die Wärme. Land erwärmt sich am Tag wesentlich schneller als Wasser, und nachts kühlt es schneller ab. Die Luft über dem Land erwärmt und kühlt sich dabei zwei- bis dreimal so schnell wie die Luft über dem Wasser. Das Wasser erwärmt sich langsamer, weil es eine größere spezifische Wärmekapazität hat. Das heißt: Wasser braucht mehr Wärme, um sich zu erwärmen, und gibt weniger Wärme an die Luft ab.
Warme Luft dehnt sich aus und wird leichter. Deshalb steigt sie auf. Wo Luft aufsteigt, sinkt der Luftdruck am Boden, und es entsteht ein flaches Tief. Wo kühle Luft absinkt, steigt der Luftdruck am Boden, und es entsteht ein Hoch. Luft bewegt sich vom Hoch zum Tief. Genau das setzt den Wind in Gang.
Definition
Ausgleichsströmung
Eine Ausgleichsströmung ist eine waagerechte Luftströmung, die durch Temperaturunterschiede entsteht. Am Boden strömt die Luft dabei vom Hoch (hoher Luftdruck) zum Tief (niedriger Luftdruck).
Merke: Land und Wasser erwärmen und kühlen sich unterschiedlich schnell. Diese Temperaturunterschiede setzen den Wind in Gang.
Teste dich
Ausgangslage: Das System hat sich ausgebildet, kein sehr kräftiger, vorherrschender Wind stört.
Am Tag ist das Land die warme Fläche. Die Luft steigt über dem Land auf. Am Boden strömt Luft vom Wasser aufs Land nach. Dieser Wind heißt Seewind. Er ist ein auflandiger Wind.
Nachts kehrt sich der Vorgang um. Das Land kühlt stärker ab, das Wasser hält die Tageswärme länger gespeichert. Nun ist die Luft über dem Wasser relativ wärmer und steigt dort auf. Am Boden strömt kältere Luft vom Land zum Wasser. Dieser Wind heißt Landwind.
Ein Wind wird nach der Richtung benannt, aus der er kommt: Der Seewind kommt von der See, der Landwind vom Land. Der Landwind ist in der Regel nicht so stark wie der Seewind.
| Frage | Tag | Nacht |
|---|---|---|
| Wo steigt die Luft auf? | über dem Land | über dem Wasser |
| Wind am Boden | vom Wasser zum Land | vom Land zum Wasser |
| Name des Windes | Seewind | Landwind |
Beispiel: Ein ausgedachter Strand um 3 Uhr nachts
- 1Beispieltext, ausgedacht: Es ist 3 Uhr nachts an einer Küste. Das System hat sich ausgebildet.
- 2Das Land hat sich seit dem Abend abgekühlt.
- 3Das Wasser hat die Tageswärme länger gespeichert.
- 4Die Luft über dem Wasser ist relativ wärmer und steigt auf.
- 5Am Boden strömt die Luft vom Land zum Wasser. Das ist ein Landwind.
Teste dich
Der Seewind am Tag ist ein Kreislauf aus mehreren Schritten. Du kannst sie der Reihe nach merken: warme Fläche, Aufsteigen, Tief, Hoch, Ausgleichsströmung.
Die Sonne erwärmt das Land schneller als das Wasser. Die warme Luft über dem Land steigt auf. In der Höhe fließt Luft in Richtung Wasser ab. Dadurch sinkt am Boden der Luftdruck über dem Land: Dort liegt ein flaches Tief. Über dem Wasser liegt am Boden ein Hoch. Zwischen beiden besteht ein Luftdruckunterschied. Die Ausgleichsströmung am Boden gleicht ihn aus, indem Luft vom Hoch über dem Wasser zum Tief über dem Land strömt. Das ist der Seewind.
| Schritt | Was passiert? | Fachwort |
|---|---|---|
| 1 | Die Sonne erwärmt das Land schneller als das Wasser. | warme Fläche |
| 2 | Warme Luft wird leichter und steigt über dem Land auf. | Aufsteigen |
| 3 | Am Boden über dem Land sinkt der Luftdruck. | flaches Tief |
| 4 | Über dem Wasser liegt am Boden höherer Luftdruck. | Hoch |
| 5 | Am Boden strömt Luft vom Wasser zum Land. | Ausgleichsströmung |
Merke: Die Luft strömt am Boden vom Hoch zum Tief. Am Tag liegt das Tief über dem warmen Land, das Hoch über dem Wasser.
Teste dich
Ablandig heißt: Der Wind weht vom Land auf das Gewässer hinaus. Das Gegenteil ist auflandig. Wassersportler sagen dazu auch offshore (ablandig), onshore (auflandig) und sideshore (seitlicher Wind). Auch der Landwind ist ein ablandiger Wind.
Die Gefahr: Bei ablandigem Wind kann man zu weit ins Meer hinausgetrieben werden. Beim Kitesurfen eignet sich ablandiger Wind mit Abstand am wenigsten. Bei Seglern kann ablandiger Wind nachmittags oft die Rückkehr erheblich erschweren. Manche Segelsportler übernachten deshalb auf vorgelagerten Inseln und fahren erst am nächsten Vormittag zurück – meist unter erleichterten Umständen.
Regeln für mehr Sicherheit: Fahre nur so weit hinaus, wie du schwimmen kannst. Kite nie allein, damit im Notfall jemand Hilfe holen kann.
Definition
ablandig
Ablandig heißt: Der Wind weht vom Land auf das Gewässer hinaus. Das Gegenteil ist auflandig.
Beispiel: Ein ausgedachter Kitesurfer
- 1Beispieltext, ausgedacht: Kim kitet an einer Küste. Der Wind weht vom Land aufs Wasser hinaus, er ist also ablandig.
- 2Kim fährt immer weiter hinaus und will dann zurück zum Ufer.
- 3Der Wind drückt Kim weiter aufs Meer: Die Rückkehr wird erschwert.
- 4Kim ist nur so weit hinausgefahren, wie Kim schwimmen kann.
- 5Kim ist nicht allein unterwegs, damit im Notfall jemand Hilfe holen kann.
Teste dich
Alles auf einen Blick
Land-See-Windsystem
Ursache
Land erwärmt und kühlt sich schneller als Wasser
Tag
Der Seewind weht am Boden vom Wasser aufs Land, die Luft steigt über dem Land auf
Nacht
Der Landwind weht am Boden vom Land aufs Wasser, die Luft steigt über dem Wasser auf
Kreislauf am Tag
warme Fläche, Aufsteigen, flaches Tief, Hoch, Ausgleichsströmung vom Hoch zum Tief
Gefahr
Ablandiger Wind kann Kitesurfer und Segler zu weit hinaustreiben und die Rückkehr erschweren
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Einen ausgedachten Badesee am Nachmittag untersuchen
- 1Aufgabe (ausgedacht): An einem großen See scheint am Nachmittag die Sonne. Bestimme Windrichtung, Aufsteigen, Hoch und Tief. Ein sehr kräftiger, vorherrschender Wind stört nicht.
- 2Schritt 1: Es ist Tag. Das Land erwärmt sich schneller als das Wasser. Das Land ist die warme Fläche.
- 3Schritt 2: Warme Luft wird leichter. Sie steigt über dem Land auf.
- 4Schritt 3: Am Boden entsteht über dem Land ein flaches Tief, über dem See ein Hoch.
- 5Schritt 4: Die Ausgleichsströmung weht am Boden vom Hoch zum Tief, also vom See zum Land.
- 6Ergebnis: Es weht ein Seewind. Er kommt vom See und ist auflandig.
Fehler finden
Prüfe die Aussagen zu einer ausgedachten Bucht am Mittag In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 5Ein Wind wird nach der Richtung benannt, aus der er kommt. Richtig: Er heißt Seewind, weil er von der See kommt und aufs Land weht.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Am Tag wird das Land schneller warm als das Wasser. Die Luft steigt dann über dem auf. Der Seewind ist ein Wind, er weht am Boden vom Wasser zum Land. Nachts weht am Boden der Wind vom Land zum Wasser. Man nennt ihn dann .
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
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