Geographie · Klasse 6–10 · aktualisiert
Bodenhorizonte erkennen und erklären
Du lernst, was ein Bodenhorizont ist, wie O-, A-, B- und C-Horizont aufeinanderfolgen und woran du sie im Bodenprofil erkennst.
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Kurz gesagt
Ein Bodenhorizont ist ein Bereich im Boden, der sich durch seine Eigenschaften von den Bereichen darüber und darunter unterscheidet. Im Bodenprofil liegen grob O-, A-, B- und C-Horizont meist von oben nach unten übereinander. Erkennen kannst du sie zum Beispiel an Farbe und Bodenart.
Wenn du ein Loch gräbst, siehst du an der Wand oft Bereiche, die sich in Farbe oder Material unterscheiden. Das ist kein Zufall: Pflanzen, Gestein und Wasser prägen den Boden an jeder Stelle anders. Wer diese Bereiche lesen kann, versteht, wie ein Boden aufgebaut ist.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Ein Bodenhorizont (kurz: Horizont) ist ein Bereich im Boden, der sich durch seine speziellen Eigenschaften von den Bereichen darüber und darunter unterscheiden lässt. Horizonte unterscheiden sich zum Beispiel im Gefüge (etwa locker und „krümelig“), in der Bodenart oder in der Farbe.
Sichtbar werden Horizonte im Bodenprofil. Das ist ein senkrechter Schnitt durch den Boden, meist in einer Aufgrabung, seltener in einer Bohrung. Am Profil kann man den Bodenaufbau ablesen. Die Horizonte liegen fast immer waagerecht oder parallel zum Hang. Die Abfolge der Horizonte ist das wichtigste Merkmal, um den Bodentyp eines Bodens zu bestimmen.
Vorsicht: Ein Horizont ist keine Schicht. Eine Schicht entsteht durch natürliche Ablagerung (Sedimentation) oder künstliche Aufschüttung. Man erkennt sie an einem Wechsel des Materials, der nicht durch Bodenbildung entstanden ist, zum Beispiel Sand über Ton. Horizonte sind dagegen das Ergebnis der Bodenbildung.
Definition
Bodenprofil
Ein Bodenprofil ist ein senkrechter Schnitt durch den Boden, an dem man den Bodenaufbau und die einzelnen Horizonte ablesen kann.
Merke: Horizont = Ergebnis der Bodenbildung. Schicht = Wechsel des Materials, der nicht durch Bodenbildung entstanden ist, zum Beispiel durch Ablagerung oder Aufschüttung.
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Die Prozesse der Bodenbildung sind nicht überall im Boden gleich stark. Viele konzentrieren sich an der Oberfläche: Sie ist bewachsen (Humusbildung), besser durchlüftet und der Witterung ausgesetzt (Verwitterung). In feuchten Regionen versickern die Niederschläge und verlagern Stoffe von oben nach unten. Darum liegen Horizonte von Natur aus mehr oder weniger übereinander, nicht nebeneinander.
Grob von oben nach unten teilt man so ein: Der O-Horizont ist ein organischer Horizont (zum Beispiel Streu und organische Feinsubstanz). Der A-Horizont ist der mineralische Oberboden. Er ist im Regelfall humos und belebt und heißt auch Mutterboden. Der B-Horizont ist der mineralische Unterboden. Er ist durch Verwitterung oder Verlagerung von Stoffen umgestaltet. Der C-Horizont ist der mineralische Untergrund aus wenig verändertem Gestein. „Mineralisch“ heißt hier: Der Horizont besteht überwiegend aus Gesteinsteilchen, nicht aus pflanzlichem Material.
Das ist nur eine grobe Einteilung. Das Profil beginnt oben meistens mit dem O-Horizont. Nach unten geht es meistens unscharf in das unverwitterte Ausgangsgestein über. Die Abfolge ist nicht überall gleich: Bei einer Rendzina im Teutoburger Wald fehlt der B-Horizont weitgehend. Die Zahl der Horizonte kann von Standort zu Standort erheblich schwanken.
| Horizont | Lage im Profil | Merkmal |
|---|---|---|
| O | oben, das Profil beginnt meistens damit | organisch: zum Beispiel Streu und organische Feinsubstanz |
| A | darunter, mineralischer Oberboden | im Regelfall humos und belebt, auch Mutterboden genannt |
| B | unter dem A, mineralischer Unterboden | durch Verwitterung oder Verlagerung von Stoffen umgestaltet |
| C | ganz unten, mineralischer Untergrund | wenig verändertes Gestein |
Beispiel: Eine Sanddüne wird zum Boden
- 1Eine gerade aufgewehte Sanddüne hat 1 Horizont: Es liegt nur „reiner Sand“ vor.
- 2Nach kurzer Zeit siedeln sich Pionierpflanzen an (die ersten Pflanzen an einem Ort). Es bildet sich Humus.
- 3Jetzt gibt es 2 Horizonte: oben „Sand mit Humus“, darunter „reiner Sand“.
- 4Die Horizontabfolge ist also nicht fix. Sie verändert sich mit der Bodenentwicklung.
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Humusbildung: Abgestorbene Pflanzen werden unter Beteiligung von Tieren und Mikroorganismen (winzigen Lebewesen) zersetzt, zuletzt zu Huminstoffen. Humus nennt man die tote organische Substanz im Boden. Die organische Substanz ist im obersten Horizont am stärksten angereichert.
Verwitterung: Gestein wird physikalisch und chemisch in immer kleinere Teile zerlegt. Bei der Frostverwitterung dehnt sich gefrierendes Wasser in Klüften (Rissen) aus. Auch Pflanzenwurzeln, die in Spalten wachsen, erweitern diese. Das ist physikalische Verwitterung: Die Minerale bleiben erhalten. Bei der chemischen Verwitterung werden Minerale dagegen aufgelöst oder umgewandelt. Im C-Horizont ist das Gestein wenig verändert. Im B-Horizont haben Verwitterung oder Verlagerung den Boden umgestaltet.
Verlagerung: In feuchten Regionen versickern Niederschläge. Das Sickerwasser verlagert Stoffe von oben nach unten. Im unteren Teil des A-Horizonts werden Stoffe ausgewaschen, im B-Horizont werden sie eingewaschen. Bei der Parabraunerde wird im Al-Horizont Ton ausgewaschen, im Bt-Horizont reichert er sich an. Beim Podsol sind es Huminstoffe und Eisen: Der Ae-Horizont ist gebleicht, im Bh-Horizont sammeln sich eingewaschene Huminstoffe mit starker Färbung.
Böden bilden sich nach menschlichen Maßstäben relativ langsam. Die Böden im heutigen Mitteleuropa sind überwiegend in den letzten 12.000 Jahren entstanden, seit dem Ende der letzten Eiszeit. Sie enthalten oft Reste älterer Bodenbildungen.
Definition
Sickerwasser
Sickerwasser ist Wasser aus Niederschlägen, das im Boden nach unten versickert. Oft werden dabei Stoffe gelöst (ausgewaschen) und tiefer wieder abgelagert (eingewaschen).
Beispiel: Tiefes Verwitterungsprofil im tropischen Regenwald
- 1Im tropischen Regenwald dominiert die chemische Verwitterung, wegen hoher Temperaturen und starker Niederschläge.
- 2Das Ausgangsgestein ist daher oft tief aufgelöst.
- 3Darum liegt der C-Horizont oft in Tiefen von 20 bis 100 Metern.
- 4Zum Vergleich: Außerhalb der Tropen erreichen Bodenprofile nur Tiefen von maximal 1 m bis 2 m.
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Im Gelände kann man einen Boden oft schon an offensichtlichen Eigenschaften wie Bodenart, Farbe und Ausgangsmaterial einordnen. Horizonte unterscheiden sich in Gefüge, Bodenart oder Farbe. In manchen Fällen sind zusätzlich Analysen im Labor nötig. Das Gefüge des Oberbodens ist für gewöhnlich relativ locker („krümelig“).
Die Bodenart gibt an, wie fein- oder grobkörnig das Bodenmaterial ist. Du darfst sie nicht mit dem Bodentyp verwechseln. Im Gelände kann man sie grob mit der Fingerprobe schätzen. Es gibt vier Hauptbodenarten: Sand (Körner von 0,063 mm bis 2 mm Durchmesser), Schluff (0,002 mm bis 0,063 mm), Ton (kleiner als 0,002 mm) und Lehm (ein Gemisch aus Sand, Schluff und Ton in etwa gleichen Anteilen). „mm“ heißt Millimeter. Weil die Bodenart oft innerhalb eines Profils wechselt, gibt man sie für jeden Horizont getrennt an.
Bei der Farbe sind Humus (schwarz, grau) und Eisenionen (winzige Eisenteilchen im Boden) die wichtigsten Farbgeber. Reiner Sand ist von Natur aus farblos-weiß (Quarz). Dazu eine Schlussfolgerung, keine feste Regel: Der A-Horizont ist im Regelfall humos, und Humus färbt schwarz oder grau. Darum ist er wahrscheinlich eher dunkel. Weitere Hinweise: Der Ae-Horizont ist gebleicht, der Bh-Horizont stark gefärbt. Rostflecken zeigen einen Go-Horizont, der zeitweilig grundwassererfüllt und zeitweise belüftet ist. Ein Gr-Horizont ist normalerweise grundwassererfüllt und kaum belüftet, er ist vorherrschend grau.
| Farbgeber | Farbe |
|---|---|
| Humus | schwarz, grau |
| Eisenionen, oxidativ (mit Sauerstoff) | braun, rot, gelb |
| Eisenionen, reduktiv (z. B. kaum belüftet) | grau |
| Reiner Sand (Quarz) | farblos-weiß |
Beispiel: Ein ausgedachtes Profil lesen
- 1Ausgedacht: Ein Profil zeigt oben einen dunkelgrauen, krümeligen Bereich, darunter einen braunen Bereich und ganz unten helles, steiniges Material.
- 2Dunkelgrau und krümelig: Humus färbt schwarz oder grau, der Oberboden ist locker. Schlussfolgerung: wahrscheinlich A-Horizont.
- 3Braun: Eisenionen färben braun. Schlussfolgerung: passt zu einem B-Horizont.
- 4Hell und steinig: wahrscheinlich wenig verändertes Gestein, also C-Horizont.
- 5Alles sind Schlussfolgerungen. Farbe allein reicht nicht immer, manchmal braucht man weitere Merkmale.
Merke: Horizonte unterscheidest du an Farbe, Bodenart und Gefüge. Die Bodenart wird für jeden Horizont getrennt angegeben, weil sie im Profil oft wechselt.
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Alles auf einen Blick
Bodenhorizont
Horizont
Ein Bereich im Boden, der sich durch seine Eigenschaften von den Bereichen darüber und darunter unterscheidet
Profil
Ein senkrechter Schnitt durch den Boden zeigt die Horizonte
Abfolge
Grob von oben nach unten O, A, B, C – ein Horizont kann weitgehend fehlen, und die Abfolge ändert sich mit der Zeit
Prozesse
Humusbildung, Verwitterung und die Verlagerung von Stoffen mit dem Sickerwasser prägen die Horizonte
Erkennen
Farbe, Bodenart und Gefüge unterscheiden die Horizonte
Vorsicht
Ein Horizont entsteht durch Bodenbildung, eine Schicht nicht
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Ein ausgedachtes Podsol-Profil Horizont für Horizont zuordnen
- 1Aufgabe (ausgedacht): Ein Profil zeigt von oben nach unten Streu und Pflanzenreste, einen dunklen Bereich mit Humus, einen hellen gebleichten Bereich, einen stark gefärbten Bereich und wenig verändertes Gestein.
- 2Schritt 1: Streu und Pflanzenreste ganz oben gehören zum O-Horizont (organisch).
- 3Schritt 2: Der dunkle Bereich mit Humus ist der Ah-Horizont, denn hier reichert sich Humus an. Dunkel ist eine Schlussfolgerung: Humus färbt schwarz oder grau.
- 4Schritt 3: Der helle gebleichte Bereich passt zum Ae-Horizont, in dem Huminstoffe und Eisen ausgewaschen wurden.
- 5Schritt 4: Der stark gefärbte Bereich passt zum Bh-Horizont, in dem sich eingewaschene Huminstoffe ansammeln. Ae und Bh sind typisch für einen Podsol.
- 6Schritt 5: Das wenig veränderte Gestein ganz unten ist der C-Horizont.
- 7Fazit: Das Sickerwasser hat Stoffe von oben nach unten verlagert. So entstanden der gebleichte und der stark gefärbte Bereich.
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Fehler in Zeile 4Auswaschung und Einwaschung sind vertauscht. Richtig: Im Bt-Horizont wird Ton eingewaschen und angereichert. Ausgewaschen wird im A-Horizont, hier im Al-Horizont.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Ein senkrechter Schnitt durch den Boden, an dem man die Horizonte sieht, heißt . Körner mit einem Durchmesser von 0,063 mm bis 2 mm gehören zur Bodenart . Der mineralische Untergrund aus wenig verändertem Gestein ist der .
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