Geographie · Klasse 5–10 · aktualisiert
Gesteinskreislauf einfach erklärt
Gesteine entstehen, verändern sich und werden zerstört. Du lernst die drei Gesteinsgruppen und mögliche Wege durch den Gesteinskreislauf kennen.
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Kurz gesagt
Der Gesteinskreislauf zeigt, wie Magmatite, Sedimentgesteine und Metamorphite ineinander umgewandelt werden können. Dafür sorgen Prozesse wie Verwitterung, Ablagerung, Metamorphose und Aufschmelzung. Ein Gestein kann dabei verschiedene Wege nehmen.
Ein Berg wirkt so, als würde er für immer bleiben. Doch jedes Gestein verändert sich, nur sehr langsam. Aus Lava wird fester Stein, aus Stein wird Sand und aus Sand wird wieder Stein. Wie das zusammenhängt, lernst du hier.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
3 Abschnitte
Gesteine lassen sich nach ihrer Entstehung grob in drei Gruppen einteilen: magmatische Gesteine (Magmatite), Sedimentgesteine und metamorphe Gesteine (Metamorphite).
Magmatite entstehen, wenn geschmolzenes Material aus dem Erdinneren, das Magma, erkaltet und auskristallisiert. Es kommt darauf an, wo das passiert. Erkaltet das Magma tief in der Erdkruste, spricht man von Plutoniten (Tiefengesteinen). Dort kühlt es nur langsam ab, weil die Gesteine darüber die Wärme gut halten. So können große Kristalle wachsen, die du mit bloßem Auge siehst. Ein Beispiel ist Granit. Tritt das Magma als Lava an der Erdoberfläche aus, erkaltet es schnell. Dann entstehen Vulkanite (Ergussgesteine), die überwiegend sehr feinkörnig sind. Ein Beispiel ist Basalt. Wird Lava durch Kontakt mit Wasser abgeschreckt, kann sogar vulkanisches Glas wie Obsidian entstehen.
Sedimentgesteine entstehen aus Ablagerungen. Wind, Wasser oder Eis zerkleinern Gestein (Verwitterung und Erosion) und transportieren die Bruchstücke weg. Sie werden irgendwo abgelagert. Wird die Ablagerung von weiterem Material bedeckt, verdichtet sie sich unter Druck, bis aus dem weichen Sediment ein hartes Sedimentgestein geworden ist. Beispiele sind Sandstein, Kalkstein und Steinsalz.
Metamorphite entstehen aus älteren Gesteinen beliebigen Typs. Hoher Druck oder hohe Temperatur wandeln sie um. Dabei bleibt das Gestein fest.
Definition
Metamorphose
Die Metamorphose ist die Umwandlung eines älteren Gesteins unter hohem Druck beziehungsweise hoher Temperatur. Das Gestein bleibt dabei fest. Es entsteht ein metamorphes Gestein (Umwandlungsgestein).
Beispiel: Granit und Basalt im Vergleich
- 1Granit: Das Magma erkaltet tief in der Erdkruste, und zwar langsam.
- 2Folge: Die Kristalle werden groß und sind mit bloßem Auge zu erkennen.
- 3Basalt: Lava tritt an der Erdoberfläche aus und erkaltet schnell.
- 4Folge: Das Gestein ist überwiegend sehr feinkörnig.
Merke: Magmatite entstehen durch Erkalten von Magma, Sedimentgesteine durch Ablagerung und Verfestigung, Metamorphite durch Umwandlung unter hohem Druck oder hoher Temperatur.
Teste dich
Die drei Gesteinsgruppen werden durch Prozesse ineinander umgewandelt. Das nennt man den Gesteinskreislauf. Ein solcher Zyklus dauert in der Regel rund 200 Millionen Jahre.
Ein möglicher Weg beginnt an der Erdoberfläche. Dort verwittern Gesteine durch Wind, Wasser, Eis, Temperaturunterschiede oder chemische Reaktionen. Die Bruchstücke werden transportiert und lagern sich ab (Sedimentation). Anschließend können sie sich zu Sedimentgestein verfestigen. Diese Verfestigung heißt Diagenese.
Wird ein Sedimentgestein in tiefere Regionen der Erdkruste verfrachtet, können Druck und Hitze es in ein anderes Gestein umwandeln (Metamorphose). Bei ausreichend hohen Temperaturen kann ein Teil des Gesteins aufschmelzen und zu Magma werden. Diese Aufschmelzung heißt Anatexis.
Steigt Magma auf und bleibt in der Erdkruste stecken, kühlt es relativ langsam ab und wird zu plutonischem Gestein. Tritt es als Lava aus, erstarrt es rasch zu Vulkangestein. Durch Hebung und Erosion kann Gestein wieder freigelegt werden. An der Oberfläche verwittert es erneut. Der Kreislauf beginnt von neuem.
Wie lange ein Zyklus dauert, hängt zum Beispiel vom Bau der Region und von der Art und Stärke der beteiligten Prozesse ab.
| Prozess | Was passiert? |
|---|---|
| Verwitterung und Abtragung | Gestein wird zerkleinert und weggebracht |
| Sedimentation | Das Material wird abgelagert |
| Diagenese | Die Ablagerung wird zu hartem Gestein |
| Metamorphose | Umwandlung durch Druck und Hitze |
| Anatexis | Gestein schmilzt auf |
| Kristallisation | Die Schmelze erstarrt |
Beispiel: Ein ausgedachter Weg (Beispieltext, ausgedacht)
- 1Ein magmatisches Gestein liegt an der Erdoberfläche.
- 2Wind und Wasser verwittern es, und die Bruchstücke werden transportiert.
- 3Die Bruchstücke lagern sich ab und werden von weiterem Material bedeckt.
- 4Durch Diagenese entsteht ein Sedimentgestein.
- 5In großer Tiefe könnten Druck und Hitze es in ein metamorphes Gestein umwandeln.
Merke: Der Kreislauf läuft über Verwitterung, Ablagerung, Diagenese, Metamorphose, Aufschmelzung und Erstarrung. Hebung und Senkung der Erdkruste bringen Gesteine nach oben oder nach unten.
Teste dich
Der Gesteinskreislauf ist keine feste Reihenfolge. Ein Gestein kann verschiedene Wege nehmen.
Ein magmatisches Gestein kann bei steigender Temperatur oder steigendem Druck zu einem metamorphen Gestein werden, zum Beispiel bei einer Gebirgsbildung. Es kann aber auch verwittern und als Sediment an anderer Stelle abgelagert werden. Auch Sedimentgesteine selbst können aus Material jeder Gesteinsgruppe entstehen.
Auch bei den Metamorphiten gibt es mehrere Möglichkeiten. Bei der Regionalmetamorphose (Umwandlung im Zusammenhang mit einer Gebirgsbildung) werden Gesteine gefaltet. So können tonige Sedimente zu Schiefer werden und magmatische Gesteine zu Gneis. Aus Quarzsandstein kann Quarzit werden, aus Kalkstein Marmor. Der Kreislauf schließt sich, wenn Metamorphite wieder an die Oberfläche gelangen oder tief unten aufgeschmolzen werden und so Rohmaterial für neue Magmatite bilden.
Manche Teile eines Gesteins überleben sogar mehrere Gesteine. Körner von Mineralen, die besonders widerstandsfähig gegen Verwitterung sind, können mehrfach zumindest den Teil des Kreislaufs an der Erdoberfläche durchlaufen. Körner mit einem besonders hohen Schmelzpunkt können sogar komplette Zyklen durchlaufen. Ein Beispiel ist das Mineral Zirkon.
Definition
Zirkon
Zirkon ist ein Mineral, das besonders widerstandsfähig gegen Verwitterung ist und einen besonders hohen Schmelzpunkt hat. Seine Körner können deshalb das Gestein überdauern, in dem sie entstanden sind.
Beispiel: Zirkonkörner aus den Jack Hills (echter Fall)
- 1Ort: Jack Hills in West-Australien.
- 2Das älteste je datierte Mineralkorn ist dort ein 4,4 Milliarden Jahre alter Zirkon.
- 3Das Korn kristallisierte aus einem Magma aus. Das magmatische Gestein, in dem es entstand, ist spurlos verschwunden.
- 4Das Korn liegt heute in einem Sedimentgestein, das deutlich später abgelagert wurde.
- 5Der Zirkon hat das Gestein überlebt, in dem er entstand.
Merke: Ein Gestein durchläuft nicht eine feste Reihenfolge. Je nach Bedingungen kann es verwittern, umgewandelt werden oder aufschmelzen.
Teste dich
Alles auf einen Blick
Gesteinskreislauf
Drei Gruppen
Magmatite, Sedimentgesteine und Metamorphite entstehen auf verschiedene Weise
Magmatite
Plutonite erkalten tief und langsam, Vulkanite an der Oberfläche und schnell
Prozesse
Verwitterung, Ablagerung, Diagenese, Metamorphose, Aufschmelzung und Erstarrung
Dauer
Ein Zyklus dauert in der Regel rund 200 Millionen Jahre
Wege
Ein Gestein kann verschiedene Wege nehmen, etwa Sandstein zu Quarzit oder Kalkstein zu Marmor
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Einen Weg durch den Kreislauf beschreiben (Beispiel, ausgedacht)
- 1Aufgabe: Ein Stück Kalkstein gerät tief in die Erdkruste und wird hohem Druck und hoher Temperatur ausgesetzt. Beschreibe den Weg.
- 2Schritt 1: Kalkstein ist ein Sedimentgestein.
- 3Schritt 2: Druck und Hitze wandeln das Gestein um. Dieser Prozess heißt Metamorphose.
- 4Schritt 3: Aus Kalkstein kann dabei durch Rekristallisation Marmor entstehen. Marmor ist ein Metamorphit.
- 5Schritt 4: Weg: Sedimentgestein → Metamorphose → Metamorphit.
- 6Weiter: Gelangt der Marmor durch Hebung und Erosion an die Oberfläche, kann er wieder verwittern.
Fehler finden
Prüfe die Aussagen zur Regionalmetamorphose In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 4Marmor und Gneis wurden verwechselt. Richtig: Aus magmatischen Gesteinen kann bei der Regionalmetamorphose Gneis entstehen. Marmor entsteht aus Kalkstein.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Magma, das tief in der Erdkruste nur langsam abkühlt, bildet mit großen Kristallen. Aus losem, abgelagertem Material wird durch Verdichtung ein . Gesteine, die unter hohem Druck und hoher Temperatur fest bleiben und sich dabei verändern, heißen .
Karteikasten
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