Französisch · Klasse 5–10 · aktualisiert
Französische Vokabeln lernen: passende Strategien
Du lernst, wie du mit Lernkartei, verteilter Wiederholung, Vergessenskurve und Schlüsselwortmethode französische Vokabeln besser behältst.
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Kurz gesagt
Mit einer Lernkartei wiederholst du Vokabeln in Fächern: Gewusste Karten wandern ins nächste Fach, nicht gewusste zurück in Fach 1. So kommt Schwieriges häufiger dran. Mit der Schlüsselwortmethode baust du zusätzlich Eselsbrücken.
Du hast 30 neue Vokabeln und morgen eine Probe. Nach einiger Zeit sind viele wieder weg. Mit ein paar Methoden vergisst du weniger und musst nicht alles immer wieder lesen.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Eine Lernkartei ist ein Hilfsmittel zum systematischen Lernen. Du schreibst auf die Vorderseite einer Karte ein Stichwort, zum Beispiel die französische Vokabel. Auf die Rückseite schreibst du die Lösung, also das, was du lernen willst. Mehrere Fächer helfen dir, genau die Karten zu wiederholen, die du noch nicht sicher kannst.
So wandern die Karten: Am Anfang liegen alle Karten in Fach 1. Eine Karte, deren Lösung du bei der ersten Vorlage weißt, kommt hinten in das nächste Fach. Alle anderen Karten kommen zurück in Fach 1. Das Prinzip bleibt gleich, auch wenn man mehr als drei Fächer benutzt. In einem Lernvorgang legst du die ausgewählten Karten so oft wieder vor, bis du sie beherrschst.
Schreib die Karten sorgfältig. Ein Fehler, den du nicht bemerkst, wird sonst mit gelernt. Es kann außerdem helfen, die Vokabeln beim Lernen laut auszusprechen.
Definition
Lernkartei
Eine Lernkartei ist eine Kartensammlung mit mehreren Fächern. Vorne steht das Stichwort, hinten die Lösung.
Beispiel: Erfundenes Beispiel: eine Karte
- 1Vorderseite: la pomme
- 2Rückseite: der Apfel
- 3Du weißt die Lösung bei der ersten Vorlage: Die Karte kommt ins nächste Fach.
- 4Du weißt sie nicht: Die Karte kommt zurück in Fach 1.
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Verteilte Wiederholung heißt auf Englisch spaced repetition. Die Abstände zwischen den Wiederholungen werden dabei größer. Inhalte, die über einen längeren Zeitraum gelernt werden, bleiben besser im Gedächtnis als Inhalte, die man in kurzer Zeit intensiv wiederholt. Besonders gut passt die Methode zu Vokabeln, weil man viel Stoff lange behalten will. Sebastian Leitner hat die Lernkartei in dieser Form entwickelt.
Beispiel mit drei Fächern: Die Karten in Fach 1 wiederholst du täglich, die in Fach 2 jeden zweiten Tag und die in Fach 3 jeden vierten Tag. Bei einem Lernvorgang nimmst du alle Karten aus Fach 1, die Hälfte der Karten aus Fach 2 und ein Viertel der Karten aus Fach 3. Sie werden zufällig ausgewählt.
Falsch beantwortete Karten kehren in Fach 1 zurück und werden deshalb häufiger abgefragt. Gewusste Karten wandern weiter und werden in immer größeren Abständen abgefragt. Zwischen zwei Abfragen sollte genügend Zeit liegen, mindestens 8 Stunden. Lerne regelmäßig: Längere Pausen zwischen den Lerneinheiten machen die Erfolge zunichte. Ein allgemein optimales Wiederholungsintervall gibt es nicht. Geeignete Abstände unterscheiden sich je nach Lernziel.
Definition
Verteilte Wiederholung
Bei der verteilten Wiederholung (spaced repetition) wiederholst du Gelerntes in zunehmenden Zeitabständen.
| Fach | Wiederholung | Karten im Lernvorgang |
|---|---|---|
| Fach 1 | täglich | alle Karten |
| Fach 2 | jeden zweiten Tag | die Hälfte, zufällig gewählt |
| Fach 3 | jeden vierten Tag | ein Viertel, zufällig gewählt |
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Der deutsche Psychologe Hermann Ebbinghaus entdeckte die Vergessenskurve durch Selbstversuche. Sie zeigt, wie schnell man neu Gelerntes vergisst. Nach seinen Ergebnissen, die nur grob gelten, kannst du schon 20 Minuten nach dem Lernen nur noch 60 % des Gelernten abrufen. Nach einer Stunde sind es nur noch 45 %, nach einem Tag nur noch 34 %.
Ebbinghaus erkannte aber auch: Man kann dem Vergessen durch Wiederholung entgegenwirken. Genau das nutzt die verteilte Wiederholung.
Ebbinghaus experimentierte mit sinnlosen Silbenreihen. Dafür erntete er unter anderem Kritik. Das Vergessen hängt nämlich vom Stoff ab: Wortpaare wie fremdsprachige Vokabeln merkt man sich meist besser als sinnlose Silben. Schüler haben nach drei bis sechs Tagen noch bis zu 90 % der erlernten Vokabeln im Gedächtnis.
Merke: Die Vergessenskurve zeigt, wie schnell man Neues vergisst. Wiederholen wirkt dem Vergessen entgegen.
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Die Schlüsselwortmethode ist ein Merkverfahren, um Vokabeln effizient und langfristig zu lernen. Sie verknüpft Neues mit Bekanntem. Außerdem kann sich das Gehirn Bilder besser merken als abstrakten Stoff.
So gehst du vor: Suche ein deutsches Wort, das ähnlich klingt oder ähnlich geschrieben wird wie die französische Vokabel. Das ist das Schlüsselwort. Bilde dann aus dem Schlüsselwort und der Übersetzung einen kurzen Satz. Der Satz ist ein Bild im Kopf und deine Eselsbrücke.
Nicht für jede Vokabel findest du schnell ein passendes Bild. Die Methode ersetzt deshalb die Lernkartei nicht. Sie ergänzt sie. Es wird empfohlen, Wörter, die du so gelernt hast, zusätzlich in der Lernkartei zu festigen und zu wiederholen.
Definition
Schlüsselwort
Das Schlüsselwort ist ein bekanntes Wort, das ähnlich klingt oder geschrieben wird wie die neue Vokabel.
Beispiel: Zwei Eselsbrücken
- 1chien (Hund), Schlüsselwort „Schi“: Der Hund rast auf Schiern ins Tal.
- 2lilas (Flieder), Schlüsselwort „lila“: Ich denke an duftende lila Fliederzweige.
Merke: Die Schlüsselwortmethode ergänzt die Lernkartei. Sie ersetzt sie nicht.
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Alles auf einen Blick
Vokabeln lernen Französisch
Lernkartei
Vorne steht das Stichwort, hinten die Lösung.
Fächer
Gewusste Karten wandern ins nächste Fach, alle anderen zurück in Fach 1.
Verteilte Wiederholung
Fach 1 täglich, Fach 2 jeden zweiten, Fach 3 jeden vierten Tag.
Vergessenskurve
Neu Gelerntes vergisst man schnell, Wiederholen wirkt entgegen.
Schlüsselwortmethode
Schlüsselwort plus Übersetzung ergeben einen kurzen Merksatz.
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Musteraufgabe: Eine Eselsbrücke für „admirer“ bauen
- 1Aufgabe: Baue eine Eselsbrücke für „admirer“ (bewundern).
- 2Schritt 1: Suche ein deutsches Wort, das ähnlich klingt oder geschrieben wird: „Admiral“ (ein militärischer Dienstgrad).
- 3Schritt 2: Nimm die Übersetzung dazu: bewundern.
- 4Schritt 3: Bilde einen kurzen Satz als Bild im Kopf: Der Admiral wird von allen bewundert.
- 5Schritt 4: Schreib „admirer“ auf die Vorderseite einer Karte und „bewundern“ auf die Rückseite. So wiederholst du das Wort in der Lernkartei.
Fehler finden
Prüfe die erfundenen Aussagen zu Lenas Lernkartei In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3Eine nicht gewusste Karte wandert nicht weiter. Richtig: Sie kommt zurück in Fach 1.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Eine Karte, deren Lösung du bei der ersten Vorlage weißt, kommt in das Fach. In einer Kartei mit drei Fächern wiederholst du Fach 3 jeden Tag. Ebbinghaus experimentierte mit .
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback