Englisch · Klasse 5–6 · aktualisiert
Mediation Englisch: Schritt für Schritt
Du lernst, Informationen zwischen Deutsch und Englisch passend für eine Zielperson sinngemäß weiterzugeben.
0 von 9 Aufgaben gelöst
Kurz gesagt
Mediation oder Sprachmittlung heißt: Du vermittelst die für eine bestimmte Person wichtigen Aussagen sinngemäß in der anderen Sprache. Du wählst nach Auftrag und Zielperson aus, formulierst verständlich in eigenen Worten und prüfst Inhalt, Ton und Textform.
Bei einer Mediation vermittelst du wichtige Inhalte sinngemäß zwischen Deutsch und Englisch. Du übersetzt nicht Wort für Wort, sondern wählst aus, was die Zielperson braucht, formulierst es verständlich in eigenen Worten und erklärst bei Bedarf kulturelle Besonderheiten.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
3 Abschnitte
Stell dir vor, deine Familie ist in England. Dein kleiner Bruder versteht die englische Speisekarte nicht. Du hilfst ihm, indem du die wichtigen Informationen auf Deutsch erklärst. Du musst dafür nicht jedes Wort der Karte übersetzen. Eine Mediation kann schriftlich oder mündlich erfolgen. In einer Schulaufgabe erhältst du zum Beispiel einen deutschen Ausgangstext und vermittelst ausgewählte Inhalte in einer englischen E-Mail. Auch die Richtung Englisch–Deutsch ist möglich. Mediation und Übersetzung unterscheiden sich im Ziel:
Definition
Mediation
Mediation, auf Deutsch Sprachmittlung, ist die sinngemäße Vermittlung von Informationen zwischen Sprachen oder Personen. Dabei passt du Inhalt und Sprache an eine bestimmte Kommunikationssituation an.
| Mediation | Wörtliche Übersetzung |
|---|---|
| vermittelt den Sinn | überträgt möglichst alle Inhalte genau |
| wählt relevante Informationen aus | lässt normalerweise keine Informationen weg |
| berücksichtigt die Zielperson | folgt eng dem Ausgangstext |
| erlaubt Umschreibungen | sucht möglichst direkte Entsprechungen |
| erklärt bei Bedarf kulturelle Bezüge | ergänzt normalerweise keine Erklärungen |
Merke: Bei der Mediation lautet die Leitfrage nicht: „Wie übersetze ich jeden Satz?“, sondern: „Was muss diese Person verstehen?“
Teste dich
Lies zuerst die Aufgabenstellung. Sie entscheidet, was, für wen und in welcher Form du schreiben sollst. Der Adressat beeinflusst Wortwahl, Ton und Erklärungen. Für einen Freund kannst du meist persönlicher schreiben als für eine unbekannte oder offizielle Person. Sachlich und verständlich solltest du in beiden Fällen bleiben. Lies den Ausgangstext zunächst vollständig. Versuche, Thema und Kernaussage zu verstehen, bevor du einzelne Wörter übersetzt. Gehe danach abschnittsweise vor:
Markiere Schlüsselbegriffe und Kernaussagen.
Vergleiche jede Information mit der Aufgabenstellung.
Kennzeichne, was die Zielperson unbedingt wissen muss.
Streiche Wiederholungen, Beispiele und Einzelheiten, die für den Auftrag nichts beitragen.
Notiere notwendige kulturelle Erklärungen. Eine Information ist nicht allein deshalb wichtig, weil sie im Ausgangstext steht. Sie ist für deine Mediation wichtig, wenn sie der Zielperson hilft, ihre Frage zu beantworten oder in der beschriebenen Situation zu handeln. Darfst du die Reihenfolge verändern? Du kannst Inhalte sinnvoll neu ordnen, wenn deine Antwort dadurch klarer wird. Häufig hilft die Reihenfolge des Ausgangstextes jedoch dabei, den Überblick zu behalten. Entscheidend ist, dass dein eigener Text logisch aufgebaut ist und nicht ungeordnet zwischen Gedanken springt.
Beispiel
- 1Auftrag: Erkläre einem englischsprachigen Freund in einer E-Mail, was Mediation im Englischunterricht bedeutet.
- 2Die Zielperson braucht vor allem eine einfache Definition, die Abgrenzung zur Übersetzung und einen Hinweis auf die Auswahl wichtiger Informationen. Angaben über verschiedene Prüfungsformate wären für diese Frage nicht notwendig.
- 3Ein passender Einstieg wäre:
- 4„Hi Ben, mediation means passing on the important ideas of a German or English text in the other language. You do not translate every word. Instead, you select the information your reader needs and explain it in your own words.“
- 5Der Einstieg beantwortet die Frage direkt, verwendet eigene Formulierungen und enthält keine unnötigen Einzelheiten.
Merke: Auswählen heißt nicht raten. Begründe deine Auswahl immer mit Aufgabe und Zielperson.
Beispiel: Beantworte vier Fragen
- 1Was ist die Situation? Warum wird Sprachmittlung gebraucht?
- 2Wer ist die Zielperson? Was weiß sie bereits, und was ist ihr vermutlich unbekannt?
- 3Welche Informationen verlangt die Aufgabe? Nicht jedes Detail des Ausgangstextes gehört in die Antwort.
- 4Welche Textsorte ist gefordert? Eine E-Mail benötigt zum Beispiel eine passende Anrede und einen Abschluss.
Teste dich
Übertrage die ausgewählten Gedanken sinngemäß. Suche nicht für jedes deutsche Wort eine direkte englische Entsprechung. Frage dich stattdessen: Wie würde ich diese Aussage auf Englisch einfach und natürlich erklären?
Dabei helfen dir drei Verfahren:
Umschreiben: Erkläre einen unbekannten Ausdruck mit einfachen bekannten Wörtern.
Verallgemeinern: Fasse mehrere Einzelbeispiele unter einem passenden Oberbegriff zusammen, etwa mehrere Anbieter als „streaming services“.
Gliedern: Verbinde Gedanken mit Ausdrücken wie „First of all“, „Another point is“, „Besides“ oder „As a result“.
Wenn die Textsorte es verlangt, ergänze ihre formalen Merkmale. Eine E-Mail kann mit „Hi …“ oder „Dear …“ beginnen und mit einer passenden Grußformel enden. Angaben wie Titel, Autor, Textart oder Erscheinungsort nennst du nur, wenn sie für den Auftrag oder die verlangte Textform wichtig sind.
Ein vollständiges Beispiel:
Auftrag: Vermittle die wichtigen Informationen dieser Mitteilung für deine englischsprachige Austauschpartnerin Maya in einer E-Mail.
Ausgangsmitteilung:
Das Schulfest findet am Freitag von 15 bis 18 Uhr statt. Die Gäste treffen sich um 14:45 Uhr am Haupteingang. Alle sollen einen Mehrwegbecher mitbringen, weil keine Einwegbecher ausgegeben werden. Bei Regen finden die Aktivitäten in der Sporthalle statt. Das Organisationsteam plant das Fest seit März.
Auswahl: Maya braucht Zeitpunkt, Treffpunkt, Becher und Regenregel. Seit wann das Team plant, hilft ihr in dieser Situation nicht und kann entfallen.
Mögliche Mediation:
Hi Maya,
Our school festival is on Friday from 3 to 6 p.m. Please meet us at the main entrance at 2:45 p.m. Bring a reusable cup because drinks will not be served in disposable cups. If it rains, the activities will take place in the sports hall.
See you,
Sam
Die Antwort ist keine Satz-für-Satz-Übersetzung. Sie wählt handlungsrelevante Angaben aus, erklärt den Mehrwegbecher verständlich und verwendet die Form einer persönlichen E-Mail.
Eine Mediation vermittelt Informationen. Schreibe deshalb neutral und füge keine eigene Meinung hinzu, wenn die Aufgabe sie nicht ausdrücklich verlangt.
Vermeide besonders diese Fehler:
Alles übertragen: Du beachtest die Auswahlfunktion der Mediation nicht.
Zu viel weglassen: Die Zielperson kann die Frage nicht mehr beantworten oder angemessen handeln.
Wort für Wort übersetzen: Der englische Text klingt unnatürlich oder wird unverständlich.
Kulturelle Begriffe ungeklärt lassen: Die Zielperson versteht zwar die Wörter, aber nicht den Zusammenhang.
Eigene Wertung ergänzen: Aussagen wie „That's so cool“ oder „I don't like it“ verändern den sachlichen Inhalt.
Die Textsorte vergessen: Einer E-Mail fehlen beispielsweise Anrede oder Grußformel.
Ungeordnet schreiben: Gedankensprünge erschweren das Verständnis.
Dein Kontrollgang:
Eine sehr kurze Antwort ist nicht automatisch gut. Ebenso ist eine bestimmte Länge kein allgemeines Qualitätsmerkmal. Deine Mediation muss so ausführlich sein, dass die Zielperson alle für den Auftrag wichtigen Informationen erhält.
Beispiel: Prüfe deinen Text in drei Runden
- 1Inhalt: Sind alle verlangten Kernaussagen enthalten? Ist Unwichtiges entfernt?
- 2Adressat und Form: Versteht die Zielperson alles? Passt der Ton zur geforderten Textsorte?
- 3Sprache: Sind Ausdruck, Grammatik, Rechtschreibung und Verknüpfungen verständlich und korrekt?
Teste dich
Alles auf einen Blick
Mediation
Auftrag klären
Situation, Zielperson und Textsorte bestimmen
Informationen auswählen
Kernaussagen behalten und Unwichtiges weglassen
Sinn vermitteln
umschreiben, verallgemeinern und logisch ordnen
Adressat unterstützen
Ton anpassen und kulturelle Bezüge erklären
Text prüfen
sachlich, vollständig, verständlich und sprachlich korrekt
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Musteraufgabe
- 1Auftrag: Informiere Maya per E-Mail über Beginn, Treffpunkt und Becherregel des Schulfests.
- 2Quelle: Freitag ab 15 Uhr; Treffpunkt 14:45 Uhr am Haupteingang; jeder bringt einen Mehrwegbecher mit.
- 3Die Planung seit März ist für ihren Besuch nicht nötig.
- 4Hi Maya, the festival starts at 3 p.m. on Friday. Meet us at the main entrance at 2:45 p.m. Please bring a reusable cup.
- 5See you, Sam
Fehler finden
Fehler finden In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 4Die letzte Zeile kehrt die Becherregel um. Richtig ist: „The festival starts at 3 p.m. Please bring a reusable cup.“
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Vor dem Schreiben prüfst du zuerst die . Danach bestimmst du die . Aus dem Ausgangstext wählst du die aus. Unbekannte kulturelle Bezüge werden bei Bedarf kurz erklärt.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback