Englisch · Klasse 8–9 · aktualisiert
Gerund oder Infinitiv: Regeln und Unterschiede
Erkenne feste Verbmuster, nutze das Gerund nach Präpositionen und unterscheide Bedeutungen wie stop doing und stop to do.
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Kurz gesagt
Nach Präpositionen und Verben wie „enjoy“ steht oft ein Gerund: „enjoy reading“. Nach „want“ oder „decide“ folgt ein to-Infinitiv: „want to read“. Bei „stop“ ändert die Form den Sinn: „stop doing“ beendet die Tätigkeit, „stop to do“ unterbricht sie für einen anderen Zweck.
Ob du im Englischen ein Gerund auf „-ing“ oder einen to-Infinitiv verwendest, hängt meist vom vorausgehenden Ausdruck ab. Nach Präpositionen und Verben wie „enjoy“ steht das Gerund; Verben wie „want“ und „decide“ verlangen den to-Infinitiv. Bei einigen Verben verändert die Form sogar die Bedeutung.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Prüfe bei einer Lücke nach einem Verb nicht allein, wann die Handlung geschieht. Die zeitliche Perspektive hilft besonders bei „remember“ und „forget“: Das Gerund blickt dort auf ein Erlebnis zurück, der to-Infinitiv bezeichnet eine Handlung, an die jemand denken soll. Als allgemeine Regel für alle Verben funktioniert diese Merkhilfe jedoch nicht.
Merke: Lerne den ganzen Sprachblock: „enjoy doing“, „want to do“ und „good at doing“. Die Form hängt vom vorausgehenden Ausdruck ab.
Beispiel: Prüfe zuerst den Ausdruck direkt vor der Lücke
- 1Steht dort eine Präposition wie „after“, „without“, „by“ oder „at“? Dann folgt ein Gerund.
- 2Verlangt das vorausgehende Verb ein festes Muster? Lerne dieses Muster als Einheit, etwa „enjoy reading“ oder „want to read“.
- 3Erlaubt das Verb beide Formen? Prüfe, ob sich dadurch die Bedeutung ändert.
Teste dich
Das Gerund kann als Subjekt eine Tätigkeit allgemein nennen: „Swimming is healthy.“ und „Reading helps you learn.“ Nach „enjoy“, „avoid“, „finish“, „keep“, „mind“ und „suggest“ steht ebenfalls meist das Gerund: „I enjoy reading novels.“ „She avoids driving at night.“ „He suggested going by train.“
Wenn auf eine Präposition ein Verb folgt, verwendest du dessen Gerund: „He left without saying goodbye.“ „She got better by practising.“ „After finishing his work, he left.“ „She is good at drawing.“
Meist hängst du „-ing“ an: „read → reading“. Ein stummes „e“ entfällt: „dance → dancing“. Nach einem kurzen betonten Vokal kann sich der Endkonsonant verdoppeln: „run → running“. „ie“ wird zu „y“: „die → dying“. Ein „y“ bleibt erhalten: „play → playing“.
Definition
Gerund
Das Gerund ist die „-ing“-Form eines Verbs, die eine Tätigkeit bezeichnet: „reading“, „swimming“, „writing“. Es kann im Satz ähnlich wie ein Nomen verwendet werden.
Beispiel
- 1Im Satz „Mia is interested in learning Spanish“ steht vor dem zweiten Verb die Präposition „in“.
- 2Deshalb lautet das Muster „interested in learning“ und nicht „interested in to learn“.
Teste dich
Der to-Infinitiv steht häufig nach Verben für Wunsch, Plan, Entscheidung, Versprechen oder Absicht: „want to do“, „decide to do“, „hope to do“, „plan to do“, „promise to do“, „refuse to do“. Er folgt auch vielen Adjektiven: „It is easy to understand.“ „I am happy to see you.“ „It is important to be careful.“ Mit „too“ oder „enough“ beschreibt er eine Folge oder Möglichkeit: „He is too tired to work.“ „She is strong enough to lift it.“ Als Zweckangabe steht er etwa in „We went home to have dinner.“
Es gibt auch Infinitive ohne „to“, zum Beispiel nach „can“ in „We can run“. Hier geht es hauptsächlich um die Wahl zwischen Gerund und to-Infinitiv.
Nach „begin“, „start“, „continue“, „hate“, „love“ und „prefer“ sind oft beide Formen mit nahezu derselben Kernaussage möglich. Auch nach „like“ kommen beide Formen vor: „I like swimming.“ betont eine allgemeine Vorliebe; „I like to swim after work.“ kann eine bevorzugte Routine hervorheben. Dieser Unterschied ist kleiner als bei „stop“; die Formen sind deshalb nicht überall austauschbar.
Definition
To-Infinitiv
Der to-Infinitiv besteht aus „to“ und der unveränderten Grundform: „to read“, „to swim“, „to write“.
Beispiel
- 1Leah decided to leave early.
- 2„Decide“ bezeichnet eine Entscheidung und wird hier mit dem festen Muster „decide to do“ verbunden. Deshalb folgt „to leave“.
Beispiel
- 1At six o'clock it started snowing.
- 2At six o'clock it started to snow.
- 3Beide Sätze bedeuten: Um sechs Uhr fing es an zu schneien.
Teste dich
Bei manchen Verben ändert die Form den Ablauf. „Stop doing“ beendet die genannte Tätigkeit; „stop to do“ unterbricht eine andere Tätigkeit für einen neuen Zweck. „Remember doing“ blickt auf eine ausgeführte Handlung zurück; „remember to do“ erinnert an eine noch zu erledigende Handlung. Entsprechend heißt „forget doing“, dass die Erinnerung an eine ausgeführte Handlung fehlt, während „forget to do“ eine nötige Handlung ausfallen lässt.
„Try doing“ testet eine Methode; „try to do“ beschreibt die Bemühung um ein Ziel. „Go on doing“ setzt dieselbe Tätigkeit fort; „go on to do“ führt zu einer neuen Tätigkeit. „Mean doing“ heißt etwas nach sich ziehen; „mean to do“ bedeutet beabsichtigen. „Regret doing“ bereut eine ausgeführte Handlung; „regret to say/tell“ bedauert eine Mitteilung.
Markiere bei einer Aufgabe den Ausdruck vor der Lücke. Ordne ihn einem bekannten Muster zu und prüfe bei zwei möglichen Formen die Bedeutung im Zusammenhang. Bilde danach eigene Sätze mit „enjoy doing“, „want to do“, „stop doing“ und „stop to do“; bei „stop“ müssen zwei verschiedene Abläufe erkennbar sein.
Beispiel
- 1Noah stopped playing football.
- 2Noah hörte mit dem Fußballspielen auf.
- 3Noah stopped to drink some water.
- 4Noah unterbrach seine bisherige Tätigkeit, um Wasser zu trinken. Das Trinken ist der Zweck des Anhaltens.
Beispiel
- 1„I remember locking the door.“ – Ich erinnere mich daran, die Tür abgeschlossen zu haben.
- 2„Remember to lock the door.“ – Denk daran, die Tür abzuschließen.
Beispiel: Der Computer reagiert nicht. Jemand sagt
- 1„Try restarting it.“ Du sollst einen Neustart als Lösungsmethode ausprobieren.
- 2„I tried to restart it, but the button did not work.“ Hier hast du dich um den Neustart bemüht, das Ziel aber nicht erreicht.
Teste dich
Alles auf einen Blick
Gerund oder Infinitiv
Gerund
nach Präpositionen; nach Verben wie „enjoy“ und „avoid“; als Bezeichnung einer Tätigkeit
To-Infinitiv
nach Verben wie „want“ und „decide“; nach vielen Adjektiven; für einen Zweck
Beide Formen
nahezu gleiche Aussage bei „start“; Bedeutungswechsel bei „stop“, „remember“ und „try“
Lernstrategie
Ausdruck vor der Lücke prüfen; feste Sprachblöcke lernen; Bedeutung im Zusammenhang kontrollieren
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Muster nach einer Präposition auswählen
- 1Ausgang: She left without ... goodbye.
- 2Vor der Lücke steht die Präposition „without“; auf sie folgt bei einem Verb das Gerund.
- 3Setze „saying“ ein: She left without saying goodbye.
- 4„To say“ würde nach der Präposition das falsche Muster bilden.
Fehler finden
Verbformen in einem Tagesbericht prüfen In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3Nach der Präposition „without“ steht das Gerund. Die richtige Zeile lautet: „I left without saying goodbye.“
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
I enjoy detective stories. Mia decided the bus. He left without goodbye. Remember to call your grandma tonight.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback