Deutsch · Klasse 3–4 · aktualisiert
Texte planen, überarbeiten und präsentieren
Du lernst den ganzen Schreibweg: Ziel und Publikum klären, Ideen ordnen, einen Entwurf schreiben, ihn überarbeiten und eine Endfassung präsentieren.
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Kurz gesagt
Ein guter Text entsteht in vier Schritten: planen, formulieren, überarbeiten und präsentieren. Beim Planen klärst du Schreibziel und Publikum und ordnest deine Ideen. Beim Überarbeiten prüfst du zuerst den Inhalt, dann die Sprache. Du darfst jederzeit zu einem früheren Schritt zurückgehen.
Ein guter Text entsteht meistens in mehreren Schritten: Du klärst dein Schreibziel, sammelst und ordnest Ideen, schreibst einen Entwurf, überarbeitest ihn und gestaltest eine lesbare Endfassung. Dabei darfst du jederzeit zu einem früheren Schritt zurückkehren. Auf dieser Seite übst du den ganzen Schreibweg an einer Einladung zu einer Autorenlesung.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Schreiben heißt nicht, sofort einen perfekten Text abzugeben. Ein guter Text entsteht in vier Phasen: planen, formulieren, überarbeiten und präsentieren. Die Phasen hängen zusammen. Ein erster Entwurf darf sich noch verändern. Und du darfst jederzeit zu einem früheren Schritt zurückgehen.
Beispiel: Der Schreibweg besteht aus vier miteinander verbundenen Phasen
- 1Planen: Du bestimmst Ziel und Publikum, sammelst Ideen und ordnest sie.
- 2Formulieren: Du machst aus deinem Plan zusammenhängende Sätze.
- 3Überarbeiten: Du prüfst Inhalt, Wirkung, Sprache und Rechtschreibung.
- 4Präsentieren oder veröffentlichen: Du gestaltest eine gut lesbare Endfassung für andere.
Merke: Ein Schreibplan ist kein Käfig. Beim Formulieren darfst du Ideen ergänzen, streichen oder neu ordnen.
Teste dich
Bevor du losschreibst, beantwortest du drei Fragen: Warum schreibe ich? Für wen schreibe ich? Was sollen die Leser danach wissen, fühlen oder tun? Was du mit dem Text erreichen willst, ist deine Schreibabsicht. Sie und dein Publikum bestimmen, welche Informationen du brauchst und wie du schreibst. Ein Text nur für dich darf eigene Stichwörter enthalten. Ein Text für andere muss alles erklären, was sie zum Verstehen brauchen. Dann sammelst du alles, was in den Text gehören könnte. Du kannst Stichwörter, Notizzettel oder eine Mindmap nutzen. Für die Einladung sieht die Sammlung zum Beispiel so aus: Autorenlesung der Klasse, Freitag, 16 Uhr, Aula, eigene Geschichten, Sitzplätze vorhanden, Familien willkommen. Danach sortierst du die Stichwörter. Ob auf Papier oder am Computer, ist nicht entscheidend. Wichtig ist, dass du Ideen erkennen, verschieben, ergänzen und sinnvoll ordnen kannst.
Beispiel: Deine Klasse plant eine Autorenlesung. Du sollst die Familien einladen.
- 1Schreibabsicht: informieren und zum Kommen einladen
- 2Publikum: Familien der Kinder
- 3benötigte Informationen: Anlass, Tag, Uhrzeit, Ort und mögliche Vorbereitung
- 4passende Wirkung: freundlich, klar und einladend
- 5Der Satz „Kommt bitte am Freitag um 16 Uhr in unsere Aula“ passt deshalb besser als „Da ist dann irgendetwas mit Texten“.
Definition
Schreibplan
Ein Schreibplan ist eine geordnete Vorbereitung für deinen Text. Er kann aus Stichwörtern, einer Gliederung, Notizzetteln oder einer Mindmap bestehen und während des Schreibens verändert werden.
Beispiel: Für eine Einladung eignet sich zum Beispiel diese Reihenfolge
- 1freundliche Anrede
- 2Anlass und Einladung
- 3Tag, Uhrzeit und Ort
- 4kurze Erklärung des Programms
- 5freundlicher Abschluss
Teste dich
Beim Formulieren machst du aus deinen Stichwörtern verständliche Sätze. Noch muss nicht alles perfekt sein. Fällt dir eine wichtige Information ein, ergänzt du den Plan oder den Entwurf. Wirkt die Reihenfolge unklar, ordnest du die Sätze neu. Dann prüfst du zuerst, was dein Text sagt. Rechtschreibfehler lenken jetzt nur ab. Frag dich: Passt der Text zu meinem Schreibziel? Sind alle wichtigen Informationen da? Ist die Reihenfolge logisch? Versteht mein Publikum alles? Wirkt der Text so, wie ich es will? Auch ein anderer Mensch kann dir Rückmeldung geben. Er sagt genau, was verständlich ist, wo etwas fehlt und welche Frage offenbleibt.
Beispiel: Aus dem Schreibplan entsteht dieser erste Entwurf:
- 1„Liebe Familien, wir laden euch zu unserer Autorenlesung ein. Sie findet am Freitag um 16 Uhr in der Aula statt. Wir lesen eigene Geschichten vor. Wir freuen uns auf euch!“
- 2Der Entwurf enthält bereits Anlass, Zeit, Ort und Programm. Beim anschließenden Prüfen kann er trotzdem noch verändert werden.
Merke: Planen, Formulieren und Überarbeiten sind keine Einbahnstraße. Du darfst zwischen den Schritten wechseln.
Beispiel: Inhaltsprüfung: „Liebe Familien, wir lesen unsere Geschichten vor. Wir treffen uns in der Aula. Wir freuen uns auf euch!“
- 1Frage: Welche wichtigen Angaben fehlen für das Publikum?
- 2Es fehlen mindestens Tag und Uhrzeit. Die Familien wissen, was geplant ist und wo, aber ohne Termin können sie nicht kommen.
- 3Passende Ergänzung: „Die Autorenlesung findet am Freitag um 16 Uhr in der Aula statt.“
Teste dich
Erst nach dem Inhalt prüfst du, wie der Text geschrieben ist. Achte nacheinander auf vollständige und verständliche Sätze, passende und genaue Wörter, unnötige Wiederholungen, Rechtschreibung und Satzzeichen, eine gut lesbare Schrift und übersichtliche Absätze. Dabei helfen dir bekannte Regeln, ein Wörterbuch oder eine Korrekturhilfe. Eine digitale Markierung ist nur ein Hinweis. Du prüfst selbst, welche Änderung zum Satz passt. Die Endfassung ist für dein Publikum. Übertrage nur den geprüften Text und gestalte ihn übersichtlich: mit klarer Überschrift, passenden Absätzen und genug Abstand zwischen den Textteilen. Die Form passt zum Anlass: vorlesen bei einer Autorenlesung, sammeln in einem Klassengeschichtenbuch, zeigen auf einer Ausstellungsfläche oder veröffentlichen in der Schülerzeitung. Vor dem Präsentieren vergleichst du Endfassung und Entwurf. Erkläre drei Änderungen mit einem Grund, zum Beispiel: „Ich habe den Termin ergänzt, damit die Einladung vollständig ist.“
Beispiel: Im Entwurf steht: „Wir lesen Geschichten. Die Geschichten haben wir selbst geschrieben.“
- 1Klarer und flüssiger ist: „Wir lesen unsere selbst geschriebenen Geschichten vor.“
- 2Die Aussage bleibt erhalten. Die Wiederholung wird vermieden und das Verb „vorlesen“ beschreibt genauer, was bei der Veranstaltung geschieht.
Beispiel: Endfassung der Einladung
- 1Überschrift: Einladung zu unserer Autorenlesung
- 2Liebe Familien,
- 3wir laden euch herzlich zu unserer Autorenlesung ein. Sie findet am Freitag um 16 Uhr in der Aula statt. Wir lesen unsere selbst geschriebenen Geschichten vor.
- 4Wir freuen uns auf euch!
- 5Eure Klasse 3a
- 6Diese Endfassung nennt den Anlass, den Termin, den Ort und das Programm. Überschrift, Anrede, Absätze und Abschluss machen sie leicht lesbar.
Teste dich
Alles auf einen Blick
Texte planen, überarbeiten und präsentieren
Planen
Schreibziel und Publikum klären, Ideen sammeln und ordnen
Formulieren
Aus dem Plan Sätze entwickeln und den Plan bei Bedarf verändern
Überarbeiten
zuerst den Inhalt und danach die Sprache prüfen
Präsentieren
eine lesbare Endfassung gestalten und passend veröffentlichen
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Musteraufgabe: Deine Klasse sammelt Tiergeschichten für ein Klassengeschichtenbuch. Schreib eine kurze Geschichte über deine Katze Mimi.
- 1Planen: Das Ziel ist, zu unterhalten. Das Publikum sind Klasse und Familien. Stichwörter: Mimi, Sprung auf den Schrank, Vase fällt, alle lachen.
- 2Formulieren: Du machst aus den Stichwörtern Sätze, in der Reihenfolge des Ablaufs.
- 3Inhalt prüfen: Weiß jeder, wer Mimi ist? Du ergänzt: „Mimi ist unsere Katze.“
- 4Sprache prüfen: „Dann sprang Mimi auf den Schrank. Dann fiel die Vase.“ wird zu „Dann sprang Mimi auf den Schrank. Plötzlich fiel die Vase.“
- 5Präsentieren: Überschrift „Mimi und die Vase“, Absätze setzen, dann kommt die Geschichte ins Klassengeschichtenbuch.
Fehler finden
Paul schreibt eine Einladung zum Klassenfest und geht so vor. In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 4Paul prüft nur die Sprache und überspringt den Inhalt. Richtig: 4. Beim Überarbeiten prüfe ich zuerst, ob Tag, Uhrzeit und Ort vollständig sind, danach die Rechtschreibung.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Vor dem Schreiben bestimme ich mein . Danach sammle ich und bringe sie in eine sinnvolle . Mein Schreibplan bleibt dabei veränderbar.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback