Deutsch · Klasse 5–6 · aktualisiert
Texte überarbeiten: Schritt für Schritt
Du lernst, einen Text in vier Durchgängen zu prüfen, ihn mit Streichen, Ergänzen, Ersetzen und Umstellen zu verbessern und Feedback begründet zu nutzen.
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Kurz gesagt
Beim Überarbeiten prüfst du deinen Text in Durchgängen: zuerst Inhalt, dann Aufbau, dann Sprache, zuletzt Rechtschreibung und Grammatik. Verbessern kannst du mit vier Werkzeugen: streichen, ergänzen, ersetzen und umstellen. Maßstab ist dein Schreibziel, nicht nur ein fehlerfreier Text.
Beim Überarbeiten prüfst du, ob dein Text sein Ziel erreicht und für andere verständlich wirkt. Du verbesserst dabei nicht nur die Rechtschreibung, sondern auch Inhalt, Aufbau und Sprache. Am besten arbeitest du in mehreren Durchgängen mit jeweils einem Schwerpunkt. Dabei darfst du zu früheren Schritten zurückkehren: Überarbeiten gehört während des gesamten Schreibens zum Schreibprozess.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
3 Abschnitte
Stell dir zuerst drei Fragen: Was soll mein Text bewirken? Soll er informieren, erzählen, überzeugen oder zu etwas auffordern? Für wen schreibe ich? Was wissen die Leserinnen und Leser schon, und was musst du erklären? Welche Textsorte verfasse ich? Ein Bericht ist anders aufgebaut als eine Erzählung oder eine Argumentation. Die Antworten ergeben dein Schreibziel, und daran misst du den Entwurf. Ein Text ist nicht automatisch gut, weil er fehlerfrei ist: Er muss auch verständlich aufgebaut sein und seine Wirkung erreichen. „Am Donnerstag ist unser Bastelnachmittag.“ ist zum Beispiel richtig geschrieben, sagt aber nicht, wann und wo es losgeht. Prüfe nicht alles gleichzeitig, sondern in vier Durchgängen mit je einem Schwerpunkt. Absätze helfen dir dabei: Mit ihnen erkennst du leichter, welcher Gedanke ergänzt, verschoben oder gestrichen werden sollte. Rechtschreibung und Grammatik kommen zuletzt. Sonst korrigierst du vielleicht Sätze, die du später noch streichst oder ganz umformulierst.
Definition
Adressatenperspektive
Die Adressatenperspektive ist der Blick der Menschen, für die du schreibst. Du prüfst deinen Text so, als würdest du ihn zum ersten Mal lesen: Sind alle wichtigen Informationen vorhanden? Ist klar, was gemeint ist?
| Durchgang | Das fragst du dich |
|---|---|
| 1. Inhalt | Passt alles zum Schreibziel? Fehlen wichtige Informationen? Ist alles verständlich und widerspruchsfrei? Gibt es Unnötiges oder Wiederholungen? |
| 2. Aufbau | Stehen zusammengehörende Gedanken beieinander? Ist die Reihenfolge nachvollziehbar? Helfen Absätze? Passt der Aufbau zur Textsorte? |
| 3. Sprache | Laut oder langsam Satz für Satz lesen: Sind die Formulierungen verständlich? Gibt es unklare Bezüge, störende Wiederholungen oder unpassende Wörter? |
| 4. Rechtschreibung und Grammatik | Erst nach den inhaltlichen Änderungen: Wörter, Satzbau und Zeichensetzung kontrollieren. |
Merke: Prüfe zuerst, was du sagst und wie dein Text aufgebaut ist. Kontrolliere danach die Formulierungen und zuletzt Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung.
Teste dich
Für konkrete Änderungen stehen dir vier grundlegende Werkzeuge zur Verfügung. Handschriftlich kannst du Platz zwischen den Zeilen lassen und mit Streichungen, Pfeilen oder Einfügungszeichen arbeiten. In einem Textverarbeitungsprogramm lassen sich Textteile löschen, einfügen und verschieben. Das digitale Werkzeug entscheidet aber nicht, welche Änderung den Text wirklich verbessert.
Definition
Überarbeitungswerkzeuge
Streichen: Du entfernst etwas Unnötiges. Ergänzen: Du fügst eine fehlende Information oder Erklärung ein. Ersetzen: Du tauschst ein Wort oder einen Textteil gegen eine passendere Formulierung aus. Umstellen: Du veränderst die Reihenfolge von Wörtern, Sätzen oder Absätzen.
Beispiel: Entwurf: „Am Donnerstag treffen wir uns wirklich zu unserem Bastelnachmittag.“
- 1Streichen: „wirklich“ trägt hier keine notwendige Information bei. Es wird entfernt.
- 2Ergänzen: „um 14 Uhr in Raum 12“ beantwortet die offenen Fragen nach Zeit und Ort.
- 3Ersetzen: „treffen wir uns zu“ wird durch das knappere „beginnt“ ersetzt.
- 4Umstellen: Der Anlass steht am Satzanfang und ist dadurch sofort erkennbar.
- 5Ergebnis: „Unser Bastelnachmittag beginnt am Donnerstag um 14 Uhr in Raum 12.“
- 6Jede Änderung erfüllt einen erkennbaren Zweck: Der Satz wird vollständiger, knapper und leichter erfassbar.
Teste dich
Beim Überarbeiten hilft Abstand zum eigenen Text. Andere können dir zeigen, wie dein Text wirklich auf sie wirkt. In einer Schreibkonferenz beraten meist zwei bis vier Kinder einen Text. Gutes Feedback bezieht sich auf den Text. Statt „Das ist schlecht“ sagst du zum Beispiel: „Ich weiß an dieser Stelle nicht, wer mit ‚er‘ gemeint ist. Du könntest den Namen ergänzen.“ So verbindest du eine Beobachtung mit einem begründeten Vorschlag. Ein Vorschlag ist keine Anweisung. Prüfe, ob er zu deinem Schreibziel und zur gewünschten Wirkung passt. Besonders bei persönlichen oder frei geschriebenen Texten entscheidet die Autorin oder der Autor. Checklisten helfen, wenn sie zur Textsorte, zu deinem Lernstand und zum aktuellen Schwerpunkt passen. Eine starre Liste für alle Texte übersieht dagegen leicht wichtige Besonderheiten. Arbeite deshalb lieber mit wenigen, passenden Kriterien.
Beispiel: So läuft eine Schreibkonferenz ab
- 1Die Autorin oder der Autor liest den Text vor.
- 2Die Zuhörenden nennen zuerst gelungene Stellen und deren Wirkung.
- 3Sie beschreiben unklare Stellen möglichst genau.
- 4Die Gruppe entwickelt Alternativen durch Streichen, Ergänzen, Ersetzen oder Umstellen.
- 5Die Autorin oder der Autor entscheidet, welche Vorschläge übernommen werden.
- 6Erst später folgt die Kontrolle von Rechtschreibung und Grammatik.
Teste dich
Alles auf einen Blick
Texte überarbeiten
Orientierung
Schreibziel, Adressaten und Textsorte klären
Prüfdurchgänge
Inhalt, Aufbau, Sprache und Korrektheit untersuchen
Überarbeitungswerkzeuge
Streichen, Ergänzen, Ersetzen und Umstellen
Rückmeldung
Wirkung beschreiben und Alternativen vorschlagen
Entscheidung
Änderungen prüfen, begründen und selbst auswählen
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Musteraufgabe: Überarbeite die Nachricht an die Theatergruppe: „Morgen machen wir das Treffen. Es ist wichtig. Bringt die Sachen mit. Wir beginnen dort um neun.“ Ziel: Die Probe beginnt morgen um 9 Uhr in der Aula, alle brauchen ihre Texthefte.
- 1Inhalt prüfen: Unklar sind der Anlass („das Treffen“), der Ort („dort“) und das Material („die Sachen“).
- 2Ersetzen: „Treffen“ wird zu „Theaterprobe“, damit der Anlass eindeutig ist.
- 3Ergänzen: Die Aula und die Texthefte kommen hinzu, weil die Gruppe diese Angaben braucht.
- 4Streichen: „Es ist wichtig“ fällt weg, weil der Satz keine konkrete Information liefert.
- 5Umstellen: Zeit, Ort und Material werden geordnet: „Die Theaterprobe beginnt morgen um 9 Uhr in der Aula. Bitte bringt eure Texthefte mit.“
- 6Zum Schluss prüfst du Rechtschreibung und Zeichensetzung. Eine andere Fassung ist auch richtig, wenn sie alle Angaben verständlich enthält.
Fehler finden
Emre überarbeitet seinen Bericht über den Schulausflug und notiert seine Änderungen. In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3Der Satz wird gebraucht und steht nur an der falschen Stelle. Richtig: „Zuerst besuchten wir das Museum.“ – Umstellen an den Anfang, weil der Museumsbesuch zuerst kam.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Zuerst prüfst du, ob alle wichtigen Informationen vorhanden sind: den . Danach kontrollierst du die Reihenfolge und die Absätze: den . Anschließend verbesserst du Wortwahl und Formulierungen: die . Die Rechtschreibung kontrollierst du in der Endredaktion.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback