Deutsch · Klasse 7–8 · aktualisiert
Inhaltsangabe schreiben: Aufbau, Regeln, Beispiel
Eine Inhaltsangabe gibt eine Vorlage knapp, sachlich und im Präsens wieder. So planst du sie, schreibst Einleitung und Hauptteil und überarbeitest sie.
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Kurz gesagt
Eine Inhaltsangabe gibt die wichtigsten Inhalte eines Textes, Buchs oder Films knapp, sachlich und in eigenen Worten wieder: im Präsens, ohne wörtliche Rede und ohne Wertung. Die Einleitung nennt Titel, Autor, Textsorte, Thema und Erscheinungsjahr (TATTE), der Hauptteil die wesentlichen Ereignisse samt Ende.
Eine Inhaltsangabe fasst eine Vorlage kurz, sachlich und in eigenen Worten zusammen. Sie nennt die wichtigen Zusammenhänge und bei einer Handlung auch das Ende, ohne Spannung aufzubauen oder persönlich zu werten. Auf dieser Seite lernst du, Wesentliches auszuwählen, eine Inhaltsangabe vorzubereiten, Einleitung und Hauptteil zu schreiben und deinen Text zu überarbeiten.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Eine Inhaltsangabe soll verständlich machen, worum es in einem Text, Buch, Film, Theaterstück oder einer anderen Vorlage geht. Dafür verdichtest du die Vorlage auf ihren wesentlichen Zusammenhang. Bei einer Erzählung gehören meist dazu: die Ausgangslage, die wichtigsten Figuren und ihre Beziehungen, entscheidende Ereignisse und Wendepunkte, wichtige Beweggründe und Folgen sowie das Ergebnis oder Ende der Handlung. Bei einem Sachtext ordnest du stattdessen die Hauptaussagen und ihre Zusammenhänge logisch. Inhalt und Thema sind nicht dasselbe. Der Inhalt bezeichnet, was geschieht oder ausgesagt wird. Das Thema fasst zusammen, worum es grundsätzlich geht, etwa Freundschaft, Verantwortung oder der Umgang mit einem Konflikt. Von zwei ähnlichen Schreibformen unterscheidet sich die Inhaltsangabe deutlich.
Definition
Inhaltsangabe
Eine Inhaltsangabe gibt die wichtigsten Inhalte einer Vorlage knapp, sachlich, geordnet und in eigenen Worten wieder. Sie informiert, statt nachzuerzählen oder zu deuten.
| Schreibform | Ziel | Typische Merkmale |
|---|---|---|
| Inhaltsangabe | über den wesentlichen Inhalt informieren | knapp, sachlich, geordnet |
| Nacherzählung | ein Geschehen anschaulich wiedergeben | ausführlicher, lebendiger, oft spannend |
| Interpretation | einen Text untersuchen und deuten | Beobachtungen erklären und eine Deutung begründen |
Merke: In der Inhaltsangabe berichtest du über die Vorlage. Du erzählst sie nicht möglichst spannend nach und deutest sie nicht ausführlich.
Teste dich
Schreibe nicht sofort den ersten Satz. Wenn du die Vorlage zuerst untersuchst und ordnest, kannst du später leichter knapp formulieren. Ob eine Information wesentlich ist, prüfst du mit drei Fragen: Versteht man ohne sie die Ausgangslage noch? Versteht man ohne sie eine wichtige Handlung, Begründung oder Folge noch? Versteht man ohne sie das Ergebnis noch? Lautet die Antwort dreimal Ja, ist die Information wahrscheinlich entbehrlich. Die Einleitung nennt in einem klaren Satz die Vorlage und ihr Thema, soweit die Angaben vorliegen: Titel, Autor oder Autorin, Textsorte, Thema und Erscheinungs- oder Entstehungsjahr. Die Anfangsbuchstaben ergeben die Merkhilfe TATTE. Fehlt eine Angabe in der Aufgabe oder Vorlage, erfindest du sie nicht. Eine schwache Einleitung beginnt schon mit vielen Ereignissen: „Eine Figur steht auf, verlässt das Haus, läuft zur Haltestelle und bemerkt dort ihren Fehler.“ Eine passende gibt zuerst Orientierung: „Die Kurzgeschichte behandelt die Folgen einer Verwechslung.“
Beispiel: So bereitest du die Inhaltsangabe vor
- 1Lies die Vorlage gründlich. Kläre, was geschieht oder welche Aussagen vertreten werden.
- 2Markiere Schlüsselstellen. Suche wichtige Figuren, Ereignisse, Aussagen, Gründe und Folgen.
- 3Bilde Sinnabschnitte. Gib jedem Abschnitt eine kurze Teilüberschrift.
- 4Beantworte die W-Fragen. Wer handelt? Was geschieht? Wann und wo? Warum und mit welcher Folge?
- 5Ordne deine Stichpunkte. Ereignisse kommen in ihre tatsächliche zeitliche Reihenfolge, Hauptaussagen eines Sachtextes in eine logische.
- 6Streiche Entbehrliches. Einzelheiten bleiben nur, wenn sie zum Verständnis des Zusammenhangs nötig sind.
Beispiel: Wesentlich oder entbehrlich?
- 1Vorlage: Eine Schülerin nimmt versehentlich den falschen Rucksack mit. Zu Hause entdeckt sie den Irrtum und bringt den Rucksack am nächsten Morgen zurück.
- 2Dass der Rucksack blau ist, ist vermutlich unwichtig.
- 3Irrtum, Entdeckung und Rückgabe sind dagegen nötig: Ohne sie wäre der Zusammenhang nicht verständlich.
Beispiel: Eine Einleitung nach TATTE
- 1Das 1812 von Jacob und Wilhelm Grimm veröffentlichte Märchen „Aschenputtel“ handelt von einem schlecht behandelten Mädchen, dem Vögel helfen, an einem Ball teilzunehmen und einen Prinzen für sich zu gewinnen.
- 2Der Satz nennt Werkdaten und Thema knapp. Einzelheiten der Handlung gehören erst in den Hauptteil.
Teste dich
Im Hauptteil gibst du den entscheidenden Zusammenhang wieder. „Knapp“ heißt nicht, wahllos Sätze zu streichen: Alle Informationen, die man zum Verständnis braucht, bleiben erhalten. Rückblenden ordnest du dort ein, wo das Ereignis tatsächlich geschehen ist. Das Ende hältst du nicht zurück, denn eine Inhaltsangabe soll nicht spannend machen. Zusammenhänge machst du mit Verknüpfungen sichtbar: weil nennt einen Grund, deshalb oder daher eine Folge, obwohl einen Gegensatz, anschließend eine zeitliche Folge. Verwende sie nur, wenn der Zusammenhang aus der Vorlage hervorgeht. Einen eigenen Schluss braucht eine gewöhnliche Inhaltsangabe nicht automatisch. Nur wenn die Aufgabe einen Schluss, eine Bewertung oder eine erweiterte Inhaltsangabe verlangt, beurteilst du Wirkung, Aussageabsicht oder Figurenhandeln. Diese Einschätzung begründest du und hältst sie aus dem sachlichen Hauptteil heraus.
Beispiel: Bei einer Handlung gehst du so vor
- 1Nenne die Ausgangslage.
- 2Ordne die wesentlichen Ereignisse chronologisch.
- 3Zeige wichtige Gründe, Beweggründe und Folgen.
- 4Nenne überraschende Wendungen und das Ende, wenn sie für den Zusammenhang wichtig sind.
Beispiel: Vollständig gelöst: der Übungstext „Die Geldbörse“
- 1Vorlage: Auf dem Schulweg findet Nila eine Geldbörse. Obwohl sie dadurch zu spät kommen könnte, bringt sie den Fund ins Sekretariat. Am Nachmittag holt der Besitzer die Geldbörse dort ab und bedankt sich bei ihr.
- 2Stichpunkte: Nila findet eine Geldbörse – bringt sie trotz Zeitdruck ins Sekretariat – der Besitzer erhält sie zurück und bedankt sich.
- 3Inhaltsangabe: Der kurze Übungstext „Die Geldbörse“ handelt von einem ehrlichen Fund. Auf dem Schulweg findet Nila eine Geldbörse. Obwohl sie zu spät kommen könnte, gibt sie den Fund im Sekretariat ab. Dort holt der Besitzer die Geldbörse am Nachmittag ab und bedankt sich bei ihr.
- 4Der Text ist kurz, enthält aber Ausgangslage, Beweggrund, entscheidende Handlung und Ergebnis. Ausschmückungen über Aussehen, Wetter oder Wegstrecke fehlen.
Merke: Einleitung und Hauptteil gehören zur Inhaltsangabe. Einen deutenden oder wertenden Schluss schreibst du nur, wenn die Aufgabe ihn verlangt.
Teste dich
Eine Inhaltsangabe steht grundsätzlich im Präsens, auch wenn die Vorlage in einer Vergangenheitsform geschrieben ist: Aus „Nila fand eine Geldbörse.“ wird „Nila findet eine Geldbörse.“ Ist etwas schon vor dem gerade zusammengefassten Geschehen passiert, verwendest du für diese Vorzeitigkeit das Perfekt: „Der Prinz findet den Schuh, den Aschenputtel auf der Treppe verloren hat.“ Schreibe in eigenen Worten und mit eigener Satzstruktur, bei einer Ich-Erzählung in der dritten Person (er oder sie). Bleibe sachlich: keine Spannungssignale wie „plötzlich“ oder „auf einmal“, keine Wertungen wie „zum Glück“ oder „ich finde“. Zitate und wörtliche Rede übernimmst du nicht. Wichtige Äußerungen fasst du zusammen oder gibst sie in indirekter Rede wieder: Aus „Jonas fragte Anna: ‚Hast du morgen Zeit?‘“ wird „Jonas fragt Anna, ob sie am folgenden Tag Zeit habe.“ Das Wort ob leitet die indirekte Ja-nein-Frage ein, habe steht im Konjunktiv. Deinen Entwurf prüfst du dann in drei Durchgängen. Die oft genannte Länge von höchstens einem Drittel der Vorlage ist nur ein Richtwert. Entscheidend ist, dass die Inhaltsangabe so kurz wie möglich und so vollständig wie nötig ist.
| Durchgang | Das prüfst du |
|---|---|
| Inhalt | Sind Ausgangslage, Hauptaussagen, Gründe, Folgen und Ergebnis verständlich, auch ohne die Vorlage? Ist Entbehrliches gestrichen? |
| Aufbau | Nennt die Einleitung die vorhandenen Werkdaten und das Thema? Ist der Hauptteil chronologisch oder logisch geordnet? Steht eine Wertung nur, wo die Aufgabe sie verlangt? |
| Sprache | Präsens, Vorzeitiges im Perfekt? Keine direkte Rede, Zitate, Spannungssignale oder Ich-Wertungen? Eigene Worte, verbundene Sätze, richtige Rechtschreibung und Zeichensetzung? |
Beispiel: Einen Satz überarbeiten
- 1Vorher: „Plötzlich rennt Tom schrecklich aufgeregt zur Tür und ruft: ‚Ich muss sofort weg!‘“
- 2Nachher: „Tom läuft aufgeregt zur Tür und sagt, dass er sofort gehen müsse.“
- 3„Plötzlich“ und „schrecklich“ entfallen als spannungssteigernde oder wertende Wörter. Die direkte Rede wird indirekt wiedergegeben.
- 4„Aufgeregt“ bleibt nur stehen, wenn Toms Gefühl für sein Handeln wichtig und durch die Vorlage erkennbar ist.
Teste dich
Alles auf einen Blick
Inhaltsangabe
Vorbereitung
lesen, markieren, Sinnabschnitte bilden und ordnen
Einleitung
Werkdaten und Thema nennen
Hauptteil
Wesentliches, Zusammenhänge und Ende wiedergeben
Sprache
Präsens, eigene Worte, sachlicher Stil und indirekte Rede
Abgrenzung
keine Nacherzählung, persönliche Wertung oder ausführliche Interpretation
Überarbeitung
Inhalt, Aufbau und Sprache getrennt prüfen
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Schreibe eine Inhaltsangabe zum Übungstext „Der verpasste Bus“: Auf dem Schulweg sieht Sami eine gestürzte Radfahrerin. Neben ihr liegt eine grüne Trinkflasche. Sami ruft Hilfe und wartet, bis eine erwachsene Person übernimmt. Dadurch verpasst Sami den Bus, informiert die Schule und fährt mit dem nächsten Bus weiter. Autor und Erscheinungsjahr sind nicht angegeben.
- 1Werkdaten prüfen: Titel und Textsorte liegen vor, Autor und Jahr nicht. Die erfindest du nicht.
- 2Thema bestimmen: Hilfsbereitschaft und ihre Folgen.
- 3Wesentliches wählen: die Hilfe für die Radfahrerin, der verpasste Bus und was Sami danach tut. Die grüne Trinkflasche ist entbehrlich.
- 4Einleitung: Der kurze Übungstext „Der verpasste Bus“ handelt von Hilfsbereitschaft und ihren Folgen.
- 5Hauptteil im Präsens: Auf dem Schulweg hilft Sami einer gestürzten Radfahrerin und wartet, bis eine erwachsene Person übernimmt. Deshalb verpasst Sami den Bus, informiert die Schule und fährt mit dem nächsten Bus weiter.
Fehler finden
Lena schreibt eine Inhaltsangabe zum Übungstext „Der Schlüssel“. In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3Die Zeile steht im Präteritum, eine Inhaltsangabe aber im Präsens. Richtig: Aus Angst vor ihrem Ärger verschweigt er den Verlust zwei Tage lang.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Eine Inhaltsangabe steht grundsätzlich im . Ein bereits vorher geschehenes Ereignis kann im stehen. Wörtliche Rede wird . Persönliche Wertungen werden weggelassen.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback