Deutsch · Klasse 3–4 · aktualisiert
Prädikat bestimmen: einteilig und mehrteilig
Du findest den Verbteil im Satz. Du erkennst, wann mehrere Teile zum Prädikat gehören.
0 von 11 Aufgaben gelöst
Kurz gesagt
Das Prädikat ist der Verbteil im Satz. Es enthält eine Verbform, die zum Subjekt passt. Manchmal hat es zwei Teile: In „Ich stehe früh auf“ heißt es „stehe auf“. In „Thomas hat das Auto repariert“ heißt es „hat repariert“.
Das Prädikat ist der Verbteil im Satz. Es heißt auch Satzaussage. In „Die Blume blüht“ ist blüht das Prädikat. Es enthält immer eine finite Verbform. Diese passt zum Subjekt: „ich schlafe“, „du schläfst“. Manchmal gehören weitere Verbteile dazu. Die Frage „Was tut jemand?“ hilft nicht immer.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
3 Abschnitte
Ein Verb ist eine Wortart, zum Beispiel schlafen. Das Prädikat ist seine Aufgabe im Satz. Eine oder mehrere passende Verbformen übernehmen diese Aufgabe. Finit heißt: Die Form passt zur Person und Anzahl. Vergleiche: „ich schlafe“, „du schläfst“, „wir schlafen“. Subjekt und Verbform passen zusammen. Diese Übereinstimmung heißt Kongruenz: „Die Blume blüht.“
Ein einteiliges Prädikat hat nur eine Verbform. Beispiele sind „Peter öffnet das Fenster“ und „Markus trinkt Tee“. Auch in „Das Auto wiegt 700 Kilogramm“ ist wiegt das Prädikat. Das Auto tut nichts im üblichen Sinn. Darum reicht die Frage „Was tut jemand?“ nicht immer. Suche lieber die finite Verbform.
Definition
Prädikat
Das Prädikat ist der Verbteil im Satz. Es enthält die finite Form, zum Beispiel blüht. Weitere Verbteile können dazugehören, etwa hat gelesen.
Beispiel: Satz: „Die Blume blüht.“
- 1blüht ist die finite Verbform und zugleich das ganze Prädikat.
- 2Bei „Die Blumen blühen“ sind es mehrere Blumen. Darum heißt die Verbform blühen.
Merke: Suche zuerst die finite Verbform. Verlasse dich nicht nur auf die Frage „Was tut das Subjekt?“
Teste dich
Ein Prädikat kann aus getrennten Verbteilen bestehen. Die Wörter dazwischen gehören nicht automatisch dazu. Bei trennbaren Verben steht ein Teil oft hinten. In „Ich stehe früh auf“ heißt das Prädikat stehe auf. Auch „Max gibt die Nachricht weiter“ hat zwei Teile: gibt weiter. In „Ich mache die Tür zu“ heißen sie mache zu.
Auch ein Hilfsverb kann einen zweiten Verbteil brauchen. In „Thomas hat das Auto repariert“ heißt das Prädikat hat repariert. Bei einem Modalverb gilt das ebenfalls. In „Sie kann gut kochen“ heißt es kann kochen. Die Verbteile umschließen andere Wörter. Das nennt man Prädikatsklammer. „Gut“ steht zwischen den Teilen, gehört aber nicht dazu.
Beispiel: Satz: „Mama liest die Geschichte vor.“
- 1Liest ist die finite Verbform.
- 2Vor gehört zum Verb vorlesen.
- 3Das Prädikat lautet deshalb liest vor.
- 4„Die Geschichte“ steht nur zwischen den Prädikatsteilen.
Beispiel: „Thomas hat das Auto repariert.“ und „Sie kann gut kochen.“
- 1Hat passt zu Thomas. Repariert gehört dazu: hat repariert.
- 2Kann passt zu sie. Kochen gehört dazu: kann kochen.
- 3„das Auto“ und „gut“ stehen nur zwischen den Teilen des Prädikats.
Teste dich
Suche zuerst alle Verben und Verbteile. Achte auch auf einen Teil am Satzende. Finde dann die finite Verbform. Ändere dafür das Subjekt: „ich lese – du liest – wir lesen“. Ergänze alle passenden Verbteile. Das können Grundformen oder andere Verbformen sein. Nenne nur die Verbteile als Prädikat. Prüfe zuletzt: Passt die finite Form zum Subjekt?
Ein Satz kann mehrere gleich wichtige Prädikate haben. In „Die Blume wächst, blüht und duftet“ sind es drei. Alle drei finiten Formen passen zum selben Subjekt. Die Frage nach einer Tätigkeit hilft hier zwar. Sie ist aber keine sichere Regel für jeden Satz. Bei „Das Auto wiegt 700 Kilogramm“ hilft die Verbform besser.
Beispiel: Nutze diese Reihenfolge
- 1Suche alle Verben und Verbteile. Achte auch auf einen Verbzusatz am Satzende.
- 2Bestimme die finite Verbform. Verändere dafür das Subjekt: „ich lese – du liest – wir lesen“.
- 3Suche weitere Verbteile. Das kann die Grundform kochen sein. Auch gelesen oder der Zusatz auf können dazugehören.
- 4Nenne alle Prädikatsteile zusammen. Wörter zwischen den Teilen nimmst du nicht mit.
- 5Prüfe die Kongruenz. Passt die Form zum Subjekt? „Die Kinder werden“ passt.
Beispiel: Bestimme das Prädikat in „Die Kinder werden morgen ein Theaterstück aufführen.“
- 1Verbformen: werden, aufführen.
- 2Werden ist an „die Kinder“ angepasst und deshalb finit.
- 3Aufführen gehört als Infinitiv dazu.
- 4Das vollständige Prädikat lautet werden aufführen.
- 5Die Pluralform werden passt zum pluralischen Subjekt „die Kinder“.
Teste dich
Alles auf einen Blick
Prädikat (Satzaussage)
Kern
Verbteil im Satz, zum Beispiel „Mia liest“
Kongruenz
In „Die Blumen blühen“ passen Subjekt und Verbform zusammen
Einteilig
schläft, blüht
Mehrteilig
steht auf, hat gelesen, kann kochen
Methode
finite Form finden, dann alle Verbteile ergänzen
Vorsicht
Tätigkeitsfrage ist zu eng, Wörter dazwischen gehören nicht dazu
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Bestimme das Prädikat in „Simone fährt Auto.“
- 1Suche das Verb: „fährt“.
- 2Prüfe die Form: „ich fahre – Simone fährt – wir fahren“. Sie passt zum Subjekt.
- 3„fährt“ ist finit und bildet hier allein das Prädikat.
- 4Es gibt keinen weiteren Verbteil. Das Prädikat ist einteilig.
Fehler finden
Nele bestimmt die Prädikate in vier Sätzen. In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3Nele hat Wörter zwischen den Verbteilen mitgenommen. „Morgen“ und „im Supermarkt“ sind keine Verbteile. Richtig: „Wir kaufen morgen im Supermarkt ein.“ → kaufen ein
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Im Satz „Die Katze schläft“ ist die finite Verbform. Das Prädikat ist hier . Bei „Das Auto wiegt 700 Kilogramm“ hilft die Suche nach der besser als die Tätigkeitsfrage.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback