Deutsch · Klasse 5–6 · aktualisiert
Nominalphrase: Kopf und Attribute erkennen
Die alten Häuser am Fluss: Du lernst, in einer Nominalphrase den Kopf zu finden und Attribute zu bestimmen – auch wenn es mehrdeutig wird.
0 von 12 Aufgaben gelöst
Kurz gesagt
Eine Nominalphrase (Nominalgruppe) ist eine Wortgruppe mit einem Nomen oder Pronomen als Kopf. Artikelwort und Attribute bestimmen diesen Kopf näher: In „die alten Häuser am Fluss“ ist „Häuser“ der Kopf, „die“ das Artikelwort, „alten“ und „am Fluss“ sind Attribute.
Eine Nominalphrase ist eine zusammengehörige Wortgruppe mit einem Nomen oder Pronomen als Kopf. Artikelwörter und Attribute können diesen Kopf ergänzen: In die alten Häuser am Fluss ist „Häuser“ der Kopf; alle übrigen Bestandteile beziehen sich darauf. Auf dieser Seite lernst du, Nominalphrasen abzugrenzen, ihren Kopf zu bestimmen, wichtige Attributformen zu unterscheiden und mehrdeutige Strukturen zu erklären.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Eine Phrase ist eine Wortgruppe, deren Teile syntaktisch zusammengehören. Bei einer Nominalphrase bildet ein Nomen oder Pronomen den Kopf. Von diesem Kopf hängen die übrigen Bestandteile ab. Vergleiche diese Beispiele: der alte Baum – Kopf: „Baum“; das Konzert gestern – Kopf: „Konzert“; der Hamster meines Bruders – Kopf: „Hamster“; sie – Kopf und vollständige Nominalphrase: „sie“. Eine Nominalphrase kann also aus mehreren Wörtern oder nur aus ihrem Kopf bestehen. Einwortige Nominalphrasen findest du beispielsweise bei Eigennamen, Stoffnamen, abstrakten Begriffen, artikellosen Pluralformen und Pronomen: Anna geht spazieren. Beton ist ein Baustoff. Geduld ist wichtig. Kinder spielen im Hof. Sie spielt Klavier. Eine typische Nominalphrase folgt diesem Grundmuster: Artikelwort → mögliche Attribute → nominaler Kopf → mögliche Attribute. An der Artikelposition können unterschiedliche Artikelwörter stehen: das Fest, ein Fest, unser Fest, dieses Fest, jedes Fest. Attribute können vor oder nach dem Kopf stehen. Eine Nominalphrase lässt sich deshalb stark erweitern: der Hund → der große schwarze Hund → der große schwarze Hund unserer Nachbarn → der große schwarze Hund unserer Nachbarn, der am Gartenzaun steht.
Definition
Nominalphrase
Eine Nominalphrase, kurz NP, ist eine syntaktische Einheit mit einem nominalen Kopf. Sie wird auch Nominalgruppe oder Substantivphrase genannt.
Merke: Suche zuerst das Nomen oder Pronomen, das den Mittelpunkt der Wortgruppe bildet. Prüfe dann, welche Wörter diesen Kopf näher bestimmen.
Beispiel: Betrachte die Nominalphrase das höchst wundersame Fest anlässlich seiner Wahl.
- 1„Fest“ ist der Kopf, denn alle anderen Teile bestimmen dieses Nomen näher.
- 2„das“ ist das Artikelwort.
- 3„höchst wundersame“ steht links vom Kopf und beschreibt das Fest.
- 4„anlässlich seiner Wahl“ steht rechts vom Kopf und grenzt das Fest genauer ein.
- 5Ohne Attribute bleibt das Fest. Die Attribute sind syntaktisch nicht notwendig, liefern aber zusätzliche Informationen.
Teste dich
Ein Attribut ist eine optionale Erweiterung, die ein Nomen näher bestimmt. Die Form des Attributs zeigt dir, wie es aufgebaut ist. Adjektivisches Attribut: Ein Adjektiv vor dem Nomen beschreibt meist eine Eigenschaft, Beschaffenheit oder einen Zustand: die schönen Blumen. der hölzerne Tisch. die offene Tür. Genitivattribut: Eine Nominalphrase im Genitiv beantwortet häufig die Frage „Wessen?“: der Hund meines Bruders. das Haus meiner Eltern. die Macht des Staates. In der Hund meines Bruders ist „Hund“ der Kopf der gesamten Nominalphrase. Die eingebettete Nominalphrase meines Bruders ist das Genitivattribut. Präpositionales Attribut: Dieses Attribut beginnt mit einer Präposition und bezieht sich auf ein Nomen: die Blumen in meinem Garten. der Tisch aus Holz. die Gedanken an die Zukunft. Relativattribut: Ein Relativsatz ist ein Nebensatz, der sich auf ein Nomen bezieht: der Hund, der am Gartenzaun steht. der Urlaub, auf den sich die Kinder freuen. der Baum, der gestern umgefallen ist. Weitere Erweiterungen: Auch ein Adverb oder eine Infinitivgruppe kann einen nominalen Kopf erweitern: der Tisch hier. die Party gestern. der Wunsch, nach Paris zu fahren. die Fähigkeit, Menschen zu begeistern. Eine Apposition ist eine zusätzliche Nominalphrase, die ein Nomen oder eine andere Nominalphrase erläutert oder genauer bezeichnet. Beispiele: Johanna Schmidt, die Abteilungsleiterin. unsere Ferienunterkunft, ein kleines Apartment. mein Freund, der Lehrer. Eine Apposition ist deshalb nicht dasselbe wie ein Genitivattribut: der Hund meines Bruders: Hund und Bruder sind verschiedene Beteiligte; „meines Bruders“ ist ein Genitivattribut. mein Bruder, der Lehrer: Bruder und Lehrer bezeichnen dieselbe Person; „der Lehrer“ ist eine Apposition.
Definition
Apposition
Eine Apposition steht neben ihrem Bezugswort und benennt dieselbe Person oder Sache noch einmal auf andere Weise. Nachgestellte Appositionen werden häufig durch Kommas abgetrennt.
Beispiel: Im Satz Johanna Schmidt, die Abteilungsleiterin, eröffnet die Sitzung beziehen sich „Johanna Schmidt“ und „die Abteilungsleiterin“ auf dieselbe Person.
- 1„Johanna Schmidt“ ist das Bezugswort. Die Apposition „die Abteilungsleiterin“ ergänzt eine erläuternde Information. Sie beschreibt nicht nur eine Eigenschaft, sondern benennt die Person mit einer zweiten Nominalphrase.
Teste dich
Eine Nominalphrase und ein Satzglied sind nicht dasselbe. Nominalphrase bezeichnet den inneren Aufbau einer Wortgruppe. Satzglied bezeichnet ihre Funktion im Satz. Eine Nominalphrase kann selbst ein vollständiges Satzglied sein: Die Blumen sind schön. – Die Nominalphrase ist das Subjekt. Ich pflücke die Blumen. – Die Nominalphrase ist das Objekt. Wir warteten den ganzen Abend. – Die Nominalphrase ist ein Adverbial. Sie sind Studentinnen im dritten Semester. – Die Nominalphrase ist ein Prädikativ. Sie kann aber auch nur Teil eines größeren Satzglieds sein: Der Duft der Blumen macht gute Laune. Das gesamte Subjekt lautet „Der Duft der Blumen“. Darin ist „der Blumen“ eine eingebettete Nominalphrase und zugleich ein Genitivattribut zu „Duft“. Auch eine Präpositionalphrase kann eine Nominalphrase enthalten: Der Hund schläft unter dem Tisch. „Unter dem Tisch“ ist eine Präpositionalphrase mit der Präposition „unter“. Darin steckt die Nominalphrase „dem Tisch“ mit dem Kopf „Tisch“.
Merke: Die Form und die Satzfunktion beantworten verschiedene Fragen: Eine Wortgruppe kann ihrer Form nach eine Nominalphrase und ihrer Funktion nach beispielsweise Subjekt oder Objekt sein.
Teste dich
Artikelwort, vorangestelltes Adjektiv und Nomen passen grammatisch zusammen. Diese Übereinstimmung heißt Kongruenz. Sie betrifft Genus (Maskulinum, Femininum oder Neutrum), Numerus (Singular oder Plural) und Kasus (Nominativ, Akkusativ, Dativ oder Genitiv). Vergleiche: der große Hund – Nominativ Singular Maskulinum. dem großen Hund – Dativ Singular Maskulinum. die großen Hunde – Nominativ oder Akkusativ Plural. Die Wortgruppe „die großen Hunde“ zeigt zugleich eine wichtige Grenze: An ihrer Form allein kannst du nicht immer eindeutig erkennen, ob sie im Nominativ oder Akkusativ steht. Erst der Satzkontext klärt den Kasus. Artikelwort und Kopfsubstantiv bilden die Nominalklammer. Zwischen ihnen können Attribute stehen: der → auf Gleis acht eingefahrene → Zug. Der Kopf ist „Zug“, nicht „Gleis“. Das Artikelwort „der“ eröffnet die Klammer; das Kopfsubstantiv schließt sie. Manchmal lässt die Form einer Wortgruppe mehrere Verknüpfungen zu. Dann ist die Struktur mehrdeutig. Untersuche die Nominalphrase „die Beobachtung des Mannes mit dem Fernglas“: Die Wörter bleiben gleich, aber ihre Beziehungen und damit die Bedeutung können sich ändern. Ohne weiteren Kontext lässt sich nicht sicher entscheiden, welche Lesart gemeint ist.
Beispiel: Die Präpositionalphrase „mit dem Fernglas“ kann unterschiedlich angebunden werden
- 1Sie kann sich auf „Beobachtung“ beziehen. Dann wird das Fernglas zum Beobachten benutzt.
- 2Sie kann sich auf „Mannes“ beziehen. Dann wird der Mann näher bestimmt: Gemeint ist der Mann, der ein Fernglas bei sich hat.
Beispiel: Du kannst die beiden Lesarten durch eindeutigere Formulierungen sichtbar machen:
- 1„die mit dem Fernglas durchgeführte Beobachtung des Mannes“
- 2„die Beobachtung des Mannes, der ein Fernglas bei sich hat“
- 3Beim Analysieren genügt es daher nicht, nur Wortarten zu benennen. Du musst auch erklären, auf welchen Bestandteil sich ein Attribut bezieht.
Teste dich
Alles auf einen Blick
Nominalphrase
Kopf
Nomen oder Pronomen
Aufbau
Artikelwort, Attribute, Kopf, Attribute
Attribute
Adjektiv, Genitiv, Präposition, Relativsatz
Form und Funktion
Nominalphrase ist nicht gleich Satzglied
Kongruenz
Genus, Numerus und Kasus passen zusammen
Mehrdeutigkeit
Worauf bezieht sich das Attribut?
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Analysiere das Subjekt: „Das Fahrrad meiner Schwester steht im Keller.“
- 1Satzglied: Wer oder was steht im Keller? – „Das Fahrrad meiner Schwester“ ist das Subjekt.
- 2Kopf: Alle Teile beziehen sich auf „Fahrrad“.
- 3Artikelwort: „Das“ eröffnet die Nominalphrase.
- 4Attribut: „meiner Schwester“ beantwortet „Wessen Fahrrad?“ – eine eingebettete Nominalphrase als Genitivattribut.
- 5Ergebnis: Das Subjekt ist eine Nominalphrase mit dem Kopf „Fahrrad“ und einem Genitivattribut.
Fehler finden
Kim analysiert „der große schwarze Hund unserer Nachbarn, der am Gartenzaun steht“. In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3Der Kopf ist nicht einfach das letzte Nomen. Alle Teile beziehen sich auf „Hund“; „Nachbarn“ ist nur Kopf der eingebetteten Phrase „unserer Nachbarn“. Richtig: „Hund“ → Kopf der gesamten Nominalphrase.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
In der Nominalphrase die alten Häuser ist der Kopf. ist das Artikelwort, und ist ein adjektivisches Attribut.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback