Deutsch · Klasse 6–7 · aktualisiert
Apposition erkennen: Kommas und Kasus erklärt
„Lina, meine Schwester, …“: Du lernst, Appositionen zu erkennen, die Kommas richtig zu setzen und ihren Kasus zu bestimmen.
0 von 11 Aufgaben gelöst
Kurz gesagt
Eine Apposition (Beisatz) ist ein Nomen oder eine Nominalgruppe, die ein Bezugswort noch einmal benennt: „Peter, der Bruder von Paul, wartet draußen.“ Lockere Appositionen trennst du mit Kommas ab, enge wie „die Stadt Berlin“ nicht. Meist steht die Apposition im gleichen Kasus wie ihr Bezugswort.
Eine Apposition, auch Beisatz genannt, ist eine substantivische Beifügung: Sie benennt oder erklärt ein Bezugswort genauer. Lockere Appositionen trennst du durch Kommas ab, enge Appositionen gewöhnlich nicht.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Eine Apposition besteht normalerweise aus einem Nomen oder einer Nominalgruppe. Sie steht neben einem Bezugswort und bezeichnet dieselbe Person oder Sache noch einmal. Appositionen gehören zu den Attributen. Ein Attribut ist ein Satzgliedteil, der ein Nomen genauer bestimmt. Anders als das Adjektivattribut in „das alte Haus“ benennt die Apposition ihr Bezugswort substantivisch neu: „das Haus, ein historisches Gebäude“.
Definition
Apposition
Eine Apposition ist eine substantivische Beifügung zu einem Bezugswort. Sie erklärt, benennt oder präzisiert dieses Wort und gehört mit ihm zu demselben Satzglied.
Beispiel: „Peter, der Bruder von Paul, wartet draußen.“
- 1Bezugswort: Peter
- 2Apposition: der Bruder von Paul
- 3Beide Ausdrücke bezeichnen dieselbe Person.
- 4Die Apposition besitzt kein eigenes Prädikat und ist daher kein eigener Satz.
Merke: Prüfe, ob zwei substantivische Ausdrücke dieselbe Person oder Sache bezeichnen. Dann kann der zweite Ausdruck eine Apposition sein.
Teste dich
Die Stellung und Verbindung mit dem Bezugswort entscheiden über die Kommasetzung. Lockere Apposition: Eine lockere Apposition ist als erklärender Zusatz eingeschoben oder nachgestellt. Beim Sprechen hörst du meist eine kleine Unterbrechung. Beim Schreiben grenzt du sie durch Kommas ab. „Mara, die Kapitänin der Mannschaft, gibt ein Zeichen.“ „Wir besuchen Bonn, die frühere Bundeshauptstadt.“ Enge Apposition: Eine enge Apposition bildet mit ihrem Bezugswort eine feste Verbindung. Sie steht häufig bei Namen, Titeln und Bezeichnungen. Zwischen beiden Teilen steht kein Komma: „Professor Meier“, „die Stadt Berlin“, „die Insel Rügen“, „Onkel Emil“. Auch eine Beifügung mit als wird nicht durch ein Komma abgetrennt: „Ich als dein Freund sage dir meine Meinung.“ Bei manchen engen Verbindungen unterscheiden sich grammatische Einordnungen. Für die Zeichensetzung bleibt die praktische Regel gleich: Bilden Name und Bezeichnung eine feste Einheit, setzt du dazwischen kein Komma. Kommas können sogar die Bedeutung verändern: „Tom, mein Nachbar, und ich fahren mit dem Bus.“ – Gemeint sind zwei Personen: Tom, der mein Nachbar ist, und ich. „Tom, mein Nachbar und ich fahren mit dem Bus.“ – Die Wortgruppen bilden eine Aufzählung mit drei Personen: Tom, mein Nachbar und ich.
Beispiel: Wo stehen die Kommas?
- 1Im Satzinneren: „Frau Yilmaz, unsere Klassenlehrerin, organisiert den Ausflug.“
- 2Ohne Apposition bleibt ein vollständiger Satz: „Frau Yilmaz organisiert den Ausflug.“ Deshalb umschließen zwei Kommas den eingeschobenen Zusatz.
- 3Am Satzende: „Dort wartet Frau Yilmaz, unsere Klassenlehrerin.“
- 4Hier endet der Satz mit der Apposition. Vor ihr steht ein Komma; danach genügt der Punkt.
Beispiel: Für lockere Appositionen gilt
- 1Beginnt die Apposition, setzt du davor ein Komma.
- 2Wird der übergeordnete Satz danach fortgesetzt, setzt du auch hinter der Apposition ein Komma.
- 3Steht die Apposition am Satzende, folgt nach ihr nur der Schlusspunkt.
Teste dich
Der Kasus ist der grammatische Fall: Nominativ, Genitiv, Dativ oder Akkusativ. Eine lockere Apposition steht in der Regel im gleichen Kasus wie ihr Bezugswort. Eine Präposition kann den Kasus festlegen: „Ich warte auf Herrn Müller, den Lehrer meiner Tochter.“ – „auf“ verlangt hier den Akkusativ. „Ich spreche mit Herrn Müller, dem Lehrer meiner Tochter.“ – „mit“ verlangt den Dativ. Die Kasusangleichung ist der Regelfall, aber nicht ausnahmslos. Besonders wichtig ist eine lockere Apposition ohne Artikel oder Artikelwort. Eine artikellose Apposition kann standardsprachlich im Nominativ stehen, obwohl ihr Bezugswort einen anderen Kasus hat: „Die Fotografien des jungen Mannes, Künstler aus Indien, wurden ausgestellt.“ Mit einem Artikelwort wird der Kasus dagegen angeglichen: „Die Fotografien des jungen Mannes, eines Künstlers aus Indien, wurden ausgestellt.“ Formen wie „einem Künstler aus Indien“ nach einem Bezugswort im Genitiv kommen zwar vor, gelten hier aber standardsprachlich als nicht passend. Die Form kann außerdem zeigen, auf welches Nomen sich eine Apposition bezieht: „Der Bruder des jungen Mannes, ein Künstler aus Indien, lebt in London.“ – Der Bruder ist Künstler. „Der Bruder des jungen Mannes, eines Künstlers aus Indien, lebt in London.“ – Der junge Mann ist Künstler.
| Kasus | Beispiel | Erklärung |
|---|---|---|
| Nominativ | „Das ist Lars, der Schlagzeuger der Band.“ | Wer ist das? Lars. |
| Akkusativ | „Ich sehe Lars, den Schlagzeuger der Band.“ | Wen sehe ich? Lars. |
| Dativ | „Ich winke Lars, dem Schlagzeuger der Band, zu.“ | Wem winke ich zu? Lars. |
| Genitiv | „Die Rede des Direktors, eines erfahrenen Pädagogen, überzeugt.“ | Wessen Rede? die des Direktors. |
Beispiel: So gehst du vor
- 1Finde das Bezugswort.
- 2Bestimme seinen Kasus mithilfe des Satzes.
- 3Prüfe, ob die Apposition denselben Kasus zeigt.
Teste dich
Apposition oder Relativsatz? Ein Relativsatz besitzt ein Relativpronomen und ein eigenes Prädikat. Eine Apposition ist dagegen kein Satz. Apposition: „Mein Hund, ein Golden Retriever, liebt Wasser.“ Relativsatz: „Mein Hund, der ein Golden Retriever ist, liebt Wasser.“ Im Relativsatz ist „der“ das Relativpronomen und „ist“ das Prädikat. Apposition oder Genitivattribut? Ein Genitivattribut drückt häufig Zugehörigkeit oder eine andere Beziehung aus. Es benennt nicht dieselbe Person oder Sache wie sein Bezugswort. Apposition: „Bello, ein Golden Retriever, schläft.“ – Bello ist der Golden Retriever. Genitivattribut: „Der Hund meines Bruders schläft.“ – Hund und Bruder sind nicht dieselbe Person oder Sache. Apposition oder nachgestellte Erläuterung? Eine nachgestellte Erläuterung kann sich auf eine ganze Aussage oder eine Gruppe beziehen. Sie beginnt oft mit „zum Beispiel“, „insbesondere“, „nämlich“ oder „vor allem“. „Viele Haustiere, zum Beispiel Hunde und Katzen, brauchen täglich Pflege.“ Dieser Zusatz nennt Beispiele für „viele Haustiere“. Im engeren grammatischen Sinn muss er deshalb nicht als Apposition gelten. Wie eine lockere Apposition wird er jedoch durch Kommas abgetrennt.
Beispiel: Untersuche: „Frau Weber, die neue Leiterin der Theatergruppe, erklärt den Plan.“
- 1Bezugswort finden: „Frau Weber“ bezeichnet die Person, die etwas erklärt.
- 2Zusatz prüfen: „die neue Leiterin der Theatergruppe“ bezeichnet dieselbe Person noch einmal.
- 3Form bestimmen: Der Zusatz ist substantivisch und besitzt kein eigenes Prädikat. Er ist eine Apposition.
- 4Art bestimmen: Die Zusatzinformation ist locker eingeschoben.
- 5Kommas prüfen: Der Satz geht nach der Apposition weiter. Deshalb stehen zwei Kommas.
- 6Kasus bestimmen: „Frau Weber“ ist das Subjekt und steht im Nominativ. „die neue Leiterin der Theatergruppe“ steht ebenfalls im Nominativ.
Merke: Nutze die Reihenfolge Bezugswort – gleiche Person oder Sache – Form – Kommas – Kasus. So prüfst du nicht nur einzelne Wörter, sondern die gesamte Konstruktion.
Teste dich
Alles auf einen Blick
Apposition
Aufgabe
benennt oder erklärt ein Bezugswort neu
Form
meist ein Nomen oder eine Nominalgruppe
Locker
mit Kommas abgetrennt
Eng
ohne Komma, etwa „die Stadt Berlin“
Kasus
meist wie das Bezugswort
Abgrenzung
kein Relativsatz, kein Genitivattribut
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Setze die Apposition in den passenden Fall: „Wir gratulieren Jonas, (der Sieger des Rennens).“
- 1Bezugswort: „Jonas“.
- 2Kasus des Bezugsworts: Wem gratulieren wir? – Jonas. Das ist der Dativ.
- 3Die lockere Apposition übernimmt den Dativ: „dem Sieger des Rennens“.
- 4Kommas: Die Apposition steht am Satzende. Davor steht ein Komma, danach der Punkt.
- 5Ergebnis: Wir gratulieren Jonas, dem Sieger des Rennens.
Fehler finden
Elif schreibt fünf Sätze über den Klassenausflug. In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3„unser Busfahrer“ ist eingeschoben, und der Satz geht danach weiter. Deshalb fehlt das zweite Komma. Richtig: Herr Kaya, unser Busfahrer, wartet schon am Parkplatz.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
In „Goethe, der berühmte Dichter, wurde in Frankfurt geboren“ ist „Goethe“ das . „der berühmte Dichter“ ist eine Apposition. Weil der Satz danach weitergeht, wird sie durch abgegrenzt.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback