Deutsch · Klasse 5–6 · aktualisiert
Interjektionen erkennen und Satzzeichen richtig setzen
Interjektionen wie „aua“, „hurra“ oder „psst“ drücken Gefühle und Aufforderungen aus. Du lernst, sie zu erkennen und mit Komma oder Ausrufezeichen zu schreiben.
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Kurz gesagt
Eine Interjektion (Ausrufewort) ist ein kurzes, unveränderliches Wort wie „aua“, „hurra“ oder „psst“, das ein Gefühl, eine Reaktion oder eine Aufforderung ausdrückt. Allein steht sie meist mit Ausrufezeichen („Aua!“), vor einem weiteren Satz trennst du sie meist mit Komma ab: „Oh, das wollte ich nicht.“
Eine Interjektion ist ein kurzer, nicht flektierbarer Ausdruck wie „aua“, „hurra“ oder „psst“. Sie vermittelt unmittelbar ein Gefühl, eine Reaktion oder eine Aufforderung; im weiteren Sinn zählen auch Lautnachahmungen dazu. Interjektionen heißen deshalb auch Ausrufe- oder Empfindungswörter. Du lernst hier, Interjektionen zu erkennen, ihre Funktion zu bestimmen und passende Satzzeichen zu setzen.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Stell dir vor, du stößt dir den Fuß und rufst: „Aua!“ Dieses eine Wort bildet bereits eine vollständige Äußerung. Es beschreibt den Schmerz nicht ausführlich, sondern drückt ihn unmittelbar aus. Typische Merkmale sind: Die Interjektion bleibt unverändert. Sie kann allein als Äußerung stehen: „Igitt!“ Sie kann in eine größere Äußerung eingeschoben werden: „Oh, das tut mir leid.“ Sie kommt besonders häufig in Gesprächen und in wörtlicher Rede vor. Ihre Wirkung hängt oft vom Tonfall und vom Satzzeichen ab. „Selbstständig“ bedeutet dabei nicht, dass eine Interjektion immer allein stehen muss. Sie bildet kein Satzglied wie ein Subjekt oder Objekt. Sie steht neben dem eigentlichen Satz und wird meistens durch ein Satzzeichen von ihm abgetrennt.
Definition
Interjektion
Eine Interjektion ist ein meist kurzer Ausdruck für eine Empfindung, Reaktion oder Aufforderung. Sie ist nicht flektierbar: Sie erhält keine grammatischen Formen für Fall, Zahl, Person oder Zeit. Anders als bei „Mensch – Menschen“ oder „gehen – ging“ wird ihre Form also nicht gebeugt.
Beispiel: In „Hurra, wir haben gewonnen!“ ist „hurra“ eine Interjektion.
- 1Form: „hurra“ wird nicht verändert.
- 2Bedeutung: Der Ausdruck vermittelt Freude.
- 3Funktion: Er verstärkt die folgende Nachricht.
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Interjektionen lassen sich nach ihrer Aufgabe ordnen. Die folgende Übersicht verwendet den Begriff im weiten Sinn und nimmt auch verwandte Gesprächsausdrücke auf. Manche Grammatiken führen etwa Antwortpartikeln oder Grußwörter als eigene Gruppen. Die Funktionen können sich überschneiden; entscheidend ist der konkrete Gebrauch. Ein Ausdruck kann je nach Situation verschiedene Aufgaben erfüllen. „Ja“ ist eine Antwortpartikel, also ein unveränderliches Wort für eine knappe Antwort: „Kommst du mit?“ – „Ja.“ In „Ja, so können wir es machen“ leitet es eine zustimmende Äußerung ein. Dass es hier mit Komma steht, macht es nicht automatisch zu einer Interjektion im engeren Sinn.
| Funktion | Was wird ausgedrückt? | Beispiele |
|---|---|---|
| Empfindung | Schmerz, Freude, Ekel oder Überraschung | „aua, hurra, igitt, oh“ |
| Aufforderung | Jemand soll handeln oder aufhören | „los, stopp, psst“ |
| Gespräch | Nachdenken oder Verstehen | „hm, aha“ |
| Antwort | knappe Zustimmung oder Ablehnung | „ja, nein, doch“ |
| Gruß | Begrüßung oder Verabschiedung | „hallo, tschüs, hey“ |
| Lautnachahmung | ein Geräusch oder einen Tierlaut wiedergeben | „peng, klirr, miau“ |
| Locken oder Scheuchen | insbesondere Tiere herbeirufen oder wegschicken | „putt, putt“; „husch“ |
Merke: Bestimme eine Interjektion nicht nur nach ihrer Form. Frage im Satz: Was bewirkt der Ausdruck hier?
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Steht eine Interjektion als selbstständiger Ausruf, folgt häufig ein Ausrufezeichen: „Aua!“ „Hurra!“ „Stopp!“ Wird sie mit einem weiteren Satz verbunden, trennst du sie meist mit einem Komma ab: „Oh, das wollte ich nicht.“ „Los, wir müssen gehen!“ „Igitt, ist das eklig!“ Wird ein Ausdruck wie „ach“ ohne eigene Hervorhebung als fester Teil des Satzes gesprochen, kann das Komma entfallen: „Ach lass mich doch in Ruhe.“ Als abgesetzten Ausruf schreibst du dagegen: „Ach, lass mich doch in Ruhe.“ Am Anfang einer Äußerung schreibst du groß: „Oh!“ Nach einem Komma geht es nicht automatisch groß weiter. Nach ihrer Entstehung unterscheidet man primäre und sekundäre Interjektionen. Der Satzkontext verhindert Verwechslungen: In „Der Mist liegt auf dem Feld.“ bezeichnet „Mist“ etwas und wird als Nomen gebraucht. In „Mist! Ich habe den Bus verpasst.“ drückt „Mist“ Ärger aus und wird als Interjektion gebraucht. Dasselbe Wort kann also in verschiedenen Sätzen zu verschiedenen Wortarten gehören.
Beispiel: Das Satzzeichen verändert die Wirkung
- 1„Oh!“ wirkt wie ein überraschter oder erstaunter Ausruf.
- 2„Oh?“ klingt nach Verwunderung oder einer Rückfrage.
- 3„Oh, das tut mir leid.“ drückt im Zusammenhang Mitgefühl oder Bedauern aus.
- 4„Hey!“ kann eine Warnung sein, „Hey?“ wie ein fragender Ruf wirken. Erst Satzzeichen, Tonfall und Situation zeigen die genaue Absicht.
Definition
Primäre Interjektion
Eine primäre Interjektion wird nicht als Wort einer anderen Wortart verwendet, sondern als eigenständiger Ausruf, zum Beispiel „aua“, „oh“, „ach“ oder „pfui“.
Definition
Sekundäre Interjektion
Eine sekundäre Interjektion entsteht, wenn ein bereits vorhandenes Wort oder eine Wortgruppe als Ausruf gebraucht wird. Die ursprüngliche Bedeutung tritt dabei in den Hintergrund, zum Beispiel bei „Mist!“ oder „Mensch!“
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Bei der Bestimmung helfen dir drei Merkmale: Form, Funktion und Bedeutung. Dazu kommt der Zusammenhang. Vorsicht vor diesen Kurzschlüssen: Nicht jedes kurze Wort ist eine Interjektion, die Länge allein reicht als Merkmal nicht aus. Nicht jede Interjektion drückt ein Gefühl aus: „Psst“ ist zum Beispiel eine Aufforderung. Nicht jedes Wort gehört immer zur gleichen Gruppe, seine Funktion kann sich mit dem Zusammenhang ändern. Und nicht jedes Ausrufezeichen kennzeichnet eine Interjektion: „Komm bitte her!“ ist ein Satz mit einem Verb in der Befehlsform. Achte auch auf die Textsorte: In einer Erzählung machst du mit Interjektionen in der wörtlichen Rede Gefühle deutlich. In einem sachlichen Bericht beschreibst du eine Reaktion besser genau, statt sie selbst auszurufen.
Beispiel: Bestimme „Psst“ im erfundenen Beispiel „Psst, das Baby schläft!“.
- 1Form: „Psst“ hat keine gebeugten Formen für Person oder Zeit.
- 2Bedeutung: Der Ausdruck fordert dazu auf, still zu sein.
- 3Stellung: „Das Baby schläft“ ist schon ein vollständiger Satz. „Psst“ ist kein Satzglied davon und steht durch Komma abgetrennt davor.
- 4Zusammenhang: Das schlafende Baby erklärt, warum die angesprochene Person leise sein soll.
- 5Damit ist „Psst“ hier eine Interjektion mit auffordernder Funktion.
Beispiel: So gehst du vor
- 1Prüfe die Form: Bleibt der Ausdruck unverändert?
- 2Prüfe die Bedeutung: Vermittelt er unmittelbar ein Gefühl, eine Reaktion oder einen Appell, also eine Aufforderung? Oder ahmt er einen Laut nach?
- 3Prüfe die Funktion im Satz: Steht er selbstständig oder nur locker mit dem Restsatz verbunden?
- 4Nutze den Zusammenhang: Welche Wirkung hat der Ausdruck genau in dieser Situation?
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Alles auf einen Blick
Interjektion (Ausrufewort)
Form
kurz und nicht flektierbar
Bedeutung
Gefühl, Reaktion oder Aufforderung
Funktionen
Empfindung, Aufforderung und Gespräch; im weiten Sinn auch Antwort, Gruß und Lautnachahmung
Satzzeichen
allein meist Ausrufezeichen, vor einem Restsatz meist Komma
Herkunft
primär oder aus anderen Wörtern abgeleitet
Bestimmung
Form, Funktion, Bedeutung und Satzkontext prüfen
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Bestimme „Aua“ in „Aua, der Stein war spitz!“
- 1Form: „Aua“ hat keine gebeugten Formen für Fall, Zahl, Person oder Zeit.
- 2Bedeutung: Der Ausdruck vermittelt unmittelbar Schmerz, also eine Empfindung.
- 3Stellung: „Der Stein war spitz“ ist schon ein vollständiger Satz. „Aua“ ist kein Satzglied davon und steht durch Komma abgetrennt davor.
- 4Herkunft: „Aua“ ist ein eigenständiges Ausrufewort und keine andere Wortart, also eine primäre Interjektion.
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Emre markiert in einer Geschichte die Interjektionen. In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3„Komm“ ist ein Verb in der Befehlsform; das Ausrufezeichen allein macht keine Interjektion. Richtig: „Komm sofort her!“ – „Komm“: Verb in der Befehlsform, keine Interjektion.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Eine Interjektion ist . Als selbstständiger Ausruf endet sie häufig mit einem . Vor einem folgenden Restsatz wird sie meist durch ein abgetrennt. Für ihre genaue Wirkung ist der Satzkontext entscheidend.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback