Deutsch · Klasse 5–6 · aktualisiert
Diminutiv: Bildung, Bedeutung und Beispiele
Diminutive wie „Häuschen“ entstehen mit -chen oder -lein. Du lernst, wie du sie bildest, warum sie immer „das“ haben und was sie im Satz bewirken.
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Kurz gesagt
Ein Diminutiv ist eine Verkleinerungsform, meist gebildet mit -chen oder -lein: „Haus → Häuschen“, „Buch → Büchlein“. Oft kommt ein Umlaut dazu, und das neue Wort ist immer sächlich: „die Katze → das Kätzchen“. Je nach Satz wirkt es liebevoll, verharmlosend oder abwertend.
Ein Diminutiv ist eine Verkleinerungsform wie „Häuschen“ oder „Büchlein“. Im Standarddeutschen entsteht es bei Substantiven meist mit -chen oder -lein. Es kann nicht nur Kleinheit, sondern auch Zuneigung, Verharmlosung, Ironie oder Abwertung ausdrücken.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
3 Abschnitte
Ein Diminutiv stellt eine Person, ein Tier oder einen Gegenstand häufig als kleiner oder niedlicher dar: „Haus → Häuschen“, „Hund → Hündchen“, „Buch → Büchlein“. Die Endungen -chen und -lein heißen Suffixe. Ein Suffix ist ein Wortbaustein, der hinter einen Wortstamm tritt und ein neues Wort bildet. Doch nicht jede Buchstabenfolge „-chen“ ist ein Diminutiv. Bei „Kuchen“, „Drachen“, „Sachen“ und „Verbrechen“ gehört sie zum Wortstamm. Es gibt hier keine entsprechende Verkleinerungsbildung.
Definition
Diminutiv
Ein Diminutiv ist eine durch Wortbildung entstandene Verkleinerungs- oder Verniedlichungsform. Die Bildung selbst heißt Diminution.
Beispiel: Kätzchen oder Kuchen?
- 1„Kätzchen“ lässt sich in „Katz-“ und „-chen“ zerlegen. Das Ausgangswort „Katze“ und die verkleinernde Bedeutung sind erkennbar.
- 2„Kuchen“ lässt sich dagegen nicht sinnvoll als verkleinerte Form von „Ku“ erklären. Das Wort ist daher kein Diminutiv.
Teste dich
Du hängst meist -chen oder -lein an den Wortstamm. Bei vielen Wörtern sind beide Endungen möglich, zum Beispiel „Fischchen“ und „Fischlein“. „-chen“ ist heute häufiger; „-lein“ kann älter, dichterisch oder regional geprägt wirken. Eine vollständig feste Auswahlregel gibt es nicht. Häufig verändern sich dabei Stamm und Aussprache: (1) Ein umlautfähiges „a“, „o“ oder „u“ wird oft zu „ä“, „ö“ oder „ü“: „Haus → Häuschen“, „Dorf → Dörfchen“, „Buch → Büchlein“. (2) „au“ kann zu „äu“ werden: „Bauch → Bäuchlein“. (3) Ein unbetontes „-e“ oder „-en“ kann wegfallen: „Biene → Bienchen“, „Laden → Lädchen“. (4) Nicht jedes mögliche Wort erhält einen Umlaut: „Hotel → Hotelchen“, „Karl → Karlchen“. Standardsprachliche Diminutive auf -chen und -lein sind immer Neutra, also grammatisch sächlich. Das ursprüngliche Genus spielt keine Rolle: „der Mann → das Männlein“, „die Katze → das Kätzchen“, „das Haus → das Häuschen“. Im Plural verändert sich die Wortform nicht, nur der Artikel zeigt den Unterschied (siehe Tabelle). Das ist der Unterschied zwischen Wortbildung und Flexion: Durch „Katze → Kätzchen“ entsteht ein neues Wort. Durch „das Kätzchen → die Kätzchen“ wird dasselbe Wort nur in den Plural gesetzt.
Merke: Diminutivbildung bedeutet nicht einfach „Endung anhängen“. Prüfe auch, ob sich der Stammvokal verändert oder eine unbetonte Endung wegfällt.
Beispiel: So entsteht „Höschen“ aus „Hose“:
- 1Das Ausgangswort lautet „Hose“.
- 2Das unbetonte „-e“ fällt weg: „Hos-“.
- 3Das „o“ wird zu „ö“.
- 4Das Suffix „-chen“ kommt hinzu: „Höschen“.
| Singular | Plural |
|---|---|
| das Hündchen | die Hündchen |
| das Büchlein | die Büchlein |
| das Kätzchen | die Kätzchen |
Teste dich
Die Form allein legt die Wirkung nicht vollständig fest. Du musst den ganzen Satz und die Situation betrachten. Kleinheit: „Neben dem großen Haus steht ein Häuschen.“ Zuneigung oder Verniedlichung: „Unser Hündchen schläft schon.“ Verharmlosung oder Untertreibung: „Wir müssen nur noch ein Problemchen lösen.“ Abwertung: „Mit deinem Stimmchen hört dich niemand.“ Warnung oder Vorwurf: „Pass auf, Freundchen!“ Ironie: Eine große Dogge wird scherzhaft „ein nettes Kerlchen“ genannt. Bei festen Wörtern ist die ursprüngliche Verkleinerung nicht immer deutlich. „Brötchen“, „Meerschweinchen“ und „Mädchen“ werden heute als eigenständige Begriffe verwendet. Die Wirkung erklärst du in drei Schritten.
Beispiel: So erklärst du die Wirkung
- 1Nenne das Diminutiv und sein mögliches Ausgangswort.
- 2Untersuche Situation, Ton und weitere Wörter im Satz.
- 3Benenne die Wirkung und begründe sie mit einer Textbeobachtung.
Beispiel: Satz: „Da wäre nur noch ein kleines Problemchen zu klären.“
- 1„Problemchen“ ist formal ein Diminutiv zu „Problem“.
- 2Das Wort „nur“ unterstützt die Abschwächung.
- 3Das Problem wird kleiner oder weniger ernst dargestellt, als es möglicherweise ist. Die Wirkung ist daher Verharmlosung oder Untertreibung.
Teste dich
Alles auf einen Blick
Diminutiv (Verkleinerungsform)
Bildung
Suffixe -chen und -lein; möglicher Umlaut oder Endungswegfall
Grammatik
Genus: Neutrum; gleiche Nomenform in Singular und Plural
Bedeutung
Kleinheit oder Zuneigung; Verharmlosung, Ironie oder Abwertung
Erkennung
Ausgangswort und Bedeutung prüfen; Nichtbeispiele wie Kuchen beachten
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Bilde das Diminutiv zu „der Mann“ und bestimme Artikel und Plural.
- 1Ausgangswort: „Mann“. Es gibt kein unbetontes -e, das wegfallen könnte.
- 2Das „a“ ist umlautfähig und wird zu „ä“: „Männ-“.
- 3Das Suffix „-lein“ kommt hinzu: „Männlein“.
- 4Artikel: Diminutive auf -lein sind Neutra, also „das Männlein“ – obwohl es „der Mann“ heißt.
- 5Plural: Die Wortform bleibt gleich, nur der Artikel wechselt: „die Männlein“.
Fehler finden
Lina bildet Diminutive und schreibt den Artikel im Singular dazu. In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3Lina übernimmt das Genus von „die Biene“. Diminutive auf -chen sind aber immer Neutra. Richtig: die Biene → das Bienchen.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Bei der Bildung wird an den Wortstamm häufig oder angehängt. Aus „Haus“ wird oft . Der bestimmte Artikel im Singular lautet das.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback