Deutsch · Klasse 6–7 · aktualisiert
Bildbeschreibung schreiben: Aufbau und Beispiel
Eine Bildbeschreibung gibt ein Bild genau und geordnet mit Worten wieder. Du lernst Aufbau, Positionsangaben und wie du Beobachtung und Vermutung trennst.
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Kurz gesagt
Eine Bildbeschreibung gibt sachlich und im Präsens wieder, was auf einem Bild zu sehen ist und wo es sich befindet. Die Einleitung nennt Bildart und Thema, der Hauptteil beschreibt die Einzelheiten in einer festen Reihenfolge, etwa vom Vordergrund zum Hintergrund, der Schluss fasst zusammen.
Eine Bildbeschreibung gibt mit Worten wieder, was auf einem Bild zu sehen ist und wie die sichtbaren Elemente angeordnet sind. Du gehst vom Überblick zu den Einzelheiten, verwendest genaue Positionsangaben und trennst Beobachtungen von Vermutungen. Auf dieser Seite lernst du die schulische Bildbeschreibung. Eine weiterführende Bildanalyse oder Interpretation gehört nicht dazu.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Bevor du schreibst, betrachtest du das Bild gründlich. Notiere zunächst, was dir auffällt, und ordne deine Beobachtungen anschließend. So vergisst du keine wichtigen Einzelheiten und springst beim Schreiben nicht planlos zwischen Bildbereichen. Halte fest, soweit es bekannt oder sichtbar ist: die Bildart (Foto, Gemälde, Zeichnung), den Titel, den Namen der Künstlerin, des Künstlers oder der fotografierenden Person, Entstehungsdatum und Herkunft, Thema und Hauptmotiv, auffällige Personen, Gegenstände oder Gebäude, Farben, Licht und Stimmung, Vordergrund, Mittelgrund und Hintergrund sowie Perspektive und Blickführung. Fehlende Angaben musst du nicht erraten. Ist etwa kein Titel bekannt, lässt du ihn weg.
Definition
Bildbeschreibung
Eine Bildbeschreibung stellt den sichtbaren Inhalt und den Aufbau eines Bildes möglichst genau mit Worten dar. Eine Person, die das Bild nicht kennt, soll sich seine wichtigsten Elemente und deren Anordnung vorstellen können.
Merke: Erst beobachten und ordnen, dann schreiben. Gute Notizen sind noch kein fertiger Text, aber sie geben ihm einen klaren Weg.
Beispiel: Frage dich nach dem ersten Sammeln
- 1Wohin fällt mein Blick zuerst?
- 2Welche Elemente gehören räumlich zusammen?
- 3Welche Reihenfolge lässt sich beim Lesen leicht nachvollziehen?
- 4Welche Angaben beschreiben Sichtbares, und welche wären bereits eine Deutung?
Teste dich
Eine schulische Bildbeschreibung folgt meist einem Dreischritt. Die Einleitung stellt das Bild vor: Bildart, Titel, Künstlerin, Künstler oder fotografierende Person, Entstehungsdatum und Herkunft (falls bekannt) sowie Thema oder Hauptmotiv. Ein mögliches Satzmuster lautet: „Die Fotografie ‚…‘ von … aus dem Jahr … zeigt …“ Der Hauptteil beschreibt die sichtbaren Einzelheiten in einer durchgehend erkennbaren Reihenfolge. Du nennst nicht nur, was zu sehen ist, sondern auch, wo es sich befindet und wie es zu anderen Elementen liegt. Der Schluss fasst die wichtigsten sichtbaren Merkmale knapp zusammen. Eine Wirkung oder persönliche Einschätzung nennst du nur, wenn die Aufgabe sie verlangt. Auch dann machst du deutlich, dass es ein Eindruck ist.
Beispiel: Einleitung mit bekannten Angaben
- 1„Das Foto zeigt sechs erwachsene Personen, die in einem Klassenzimmer an einem Tisch sitzen.“
- 2Der Satz nennt Bildart, Personenzahl, Ort und Grundsituation. Ein Titel, ein Name oder ein Datum werden nicht ergänzt, weil diese Angaben nicht bekannt sind.
Teste dich
Die richtige Reihenfolge hängt vom Bild ab. Geeignet sind etwa: vom Vordergrund zum Hintergrund, von links nach rechts, von oben nach unten, von der Bildmitte nach außen, vom Hauptmotiv zu weniger wichtigen Einzelheiten oder vom Gesamteindruck zu den Details, das Zoomverfahren. Ein Landschaftsbild lässt sich oft vom Vordergrund zum Hintergrund beschreiben. Bei einer Personengruppe beginnst du eher in der Bildmitte und gehst dann nach links und rechts. Nicht jedes Bild hat deutlich drei Ebenen: Erzwinge diese Ordnung nicht. Bei der Perspektive benennst du in einer reinen Beschreibung nur die erkennbare Blickrichtung. Genaue Positionsangaben machen die Anordnung nachvollziehbar: links, rechts, oben, unten, in der Mitte, am Rand, vor, hinter, neben, zwischen, über und unter. Ungenau ist „Da ist noch ein Tisch.“, genauer ist „Im Hintergrund steht rechts neben dem Fenster ein Tisch.“ Übergänge wie „dahinter“, „daneben“, „links davon“ oder „im Unterschied dazu“ verhindern eine bloße Aufzählung. Du schreibst im Präsens und mit genauen Wörtern: „eine weiße Bluse“ statt „schöne Kleidung“. Eine Beobachtung lässt sich am Bild überprüfen: „Der Mann links hat graue Haare.“ Eine Vermutung geht darüber hinaus und ist an Wörtern wie „vielleicht“, „vermutlich“, „könnte“ oder „scheint“ zu erkennen: „Vielleicht sind die beiden verheiratet.“ Verlangt die Aufgabe nur Sichtbares, lässt du Vermutungen weg. Auch eine Wirkung ist keine sichtbare Tatsache: „Im Vordergrund überwiegen dunkle Farben“ ist überprüfbar, „Auf mich wirken die dunklen Farben bedrückend“ ist ein Eindruck für den verlangten Schlussteil.
Definition
Vordergrund, Mittelgrund und Hintergrund
Der Vordergrund liegt im Bild scheinbar nahe bei der betrachtenden Person. Der Mittelgrund verbindet die vorderen und hinteren Bildbereiche. Der Hintergrund erscheint weiter entfernt.
Definition
Perspektive
Die Perspektive bezeichnet die Blickrichtung, aus der ein Motiv dargestellt wird. Vogelperspektive: Blick von oben oder schräg oben. Normalperspektive: Blick ungefähr auf gleicher Höhe. Froschperspektive: Blick von unten oder schräg unten.
Merke: Schreibe nicht „Die Frau ist freundlich“, wenn du nur ein Lächeln siehst. Beschreibe zuerst die sichtbare Grundlage: „Die Frau lächelt.“
Teste dich
Für dieses Beispiel sind folgende sichtbare Angaben festgelegt: Ein Foto zeigt sechs Erwachsene, drei Frauen und drei Männer, in einem Klassenzimmer. Sie sitzen an einem Tisch, auf dem ein Deutschbuch liegt. Alle tragen Freizeitkleidung, der Mann auf der linken Seite hat graue Haare. Die Musterbeschreibung bleibt bei diesen Angaben. Sie behauptet nicht, dass eine Person die Lehrerin ist oder dass die anderen Schülerinnen und Schüler sind: Das wären Vermutungen. Verlangt eine Aufgabe ausdrücklich eine Vermutung, kennzeichnest du sie und begründest sie mit dem Sichtbaren: „Die Gruppe könnte gemeinsam Deutsch lernen, weil auf dem Tisch ein Deutschbuch liegt.“ Beim Überarbeiten prüfst du vor allem, ob eine andere Person dem Aufbau folgen kann. Ungünstig ist ein Text, der springt: „Links steht ein Mann. Hinten ist ein Fenster. Neben dem Mann sitzt eine Frau. Vorne liegt ein Buch.“ Besser bündelst du zusammengehörige Bildbereiche: „Auf der linken Bildhälfte steht ein Mann. Neben ihm sitzt eine Frau. Im Vordergrund liegt ein Buch. Im Hintergrund ist ein Fenster zu sehen.“ Auch Wertungen gehören nicht hinein: Statt „Ein unsympathischer Mann trägt eine hässliche Jacke.“ schreibst du „Der Mann trägt eine dunkle, weit geschnittene Jacke.“ Prüfe zum Schluss: Nennt die Einleitung nur bekannte Angaben? Ist die Reihenfolge durchgehend nachvollziehbar? Schreibst du im Präsens? Trennst du Beobachtungen von Vermutungen und Wirkungen?
Beispiel: Musterbeschreibung
- 1Das Foto zeigt sechs erwachsene Personen in einem Klassenzimmer. Drei Frauen und drei Männer sitzen gemeinsam an einem Tisch.
- 2Im Mittelpunkt des Bildes befindet sich die Personengruppe. Die Personen tragen Freizeitkleidung. Auf der linken Seite sitzt ein Mann mit grauen Haaren. Auf dem Tisch vor der Gruppe liegt ein Deutschbuch.
- 3Insgesamt zeigt das Foto eine Gruppe Erwachsener an einem Tisch in einem Klassenzimmer.
Beispiel: Vorarbeit: die geordneten Notizen
- 1Überblick: Foto, sechs Erwachsene, Klassenzimmer
- 2Bildmitte: Personengruppe und Tisch
- 3linke Seite: Mann mit grauen Haaren
- 4sichtbare Einzelheiten: Freizeitkleidung und Deutschbuch
- 5Schluss: Personengruppe an einem Tisch im Klassenzimmer
Teste dich
Alles auf einen Blick
Bildbeschreibung
Vorbereiten
genau betrachten und Notizen ordnen
Einleiten
bekannte Grundangaben und Thema nennen
Ordnen
eine Reihenfolge, die zum Bildaufbau passt
Verorten
genaue Positionsangaben verwenden
Unterscheiden
Beobachtung, Vermutung und Wirkung trennen
Überarbeiten
Ordnung, Präsens und Sachlichkeit prüfen
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Beschreibe dieses Foto: ein Spielplatz, vorne eine rote Rutsche, in der Mitte zwei Kinder auf einem Klettergerüst, hinten eine Reihe Bäume.
- 1Einleitung mit den bekannten Angaben: „Das Foto zeigt einen Spielplatz mit zwei Kindern.“
- 22. Ordnung wählen: Das Bild ist gestaffelt, also gehst du vom Vordergrund zum Hintergrund.
- 33. Vordergrund: „Im Vordergrund steht eine rote Rutsche.“
- 44. Mittelgrund: „Dahinter, in der Bildmitte, klettern zwei Kinder auf einem Klettergerüst.“
- 55. Hintergrund und Schluss: „Im Hintergrund steht eine Reihe Bäume. Insgesamt zeigt das Foto einen Spielplatz mit Rutsche und Klettergerüst.“
Fehler finden
Nils beschreibt ein Gemälde mit einem Hafen. In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3Traurigkeit und der fehlende Fang sind nicht sichtbar, der Satz gibt eine Vermutung als Tatsache aus. Richtig: Auf dem mittleren Boot sitzt ein Mann neben einem leeren Netz.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Eine Bildbeschreibung steht gewöhnlich im . Die Formulierung „Die Frau trägt eine weiße Bluse“ ist eine . „Vielleicht wartet sie auf jemanden“ ist dagegen eine . Vermutungen werden mit Wörtern wie „vielleicht“ gekennzeichnet.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback