Deutsch · Klasse 2–3 · aktualisiert
Auslautverhärtung: Wörter richtig verlängern
Warum klingt „Hund“ am Ende wie „Hunt“? Du lernst, was Auslautverhärtung ist und wie du Nomen, Verben und Adjektive richtig verlängerst.
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Kurz gesagt
Auslautverhärtung heißt: Ein geschriebenes „b“, „d“ oder „g“ klingt am Silbenende wie „p“, „t“ oder „k“, etwa in „Dieb“, „Lied“ und „klug“. Die Schreibung findest du mit der Verlängerungsprobe: Nomen in die Mehrzahl, Verben in die Grundform, Adjektive steigern, zum Beispiel „klug – klüger“.
Bei der Auslautverhärtung klingt ein geschriebenes „b“, „d“ oder „g“ am Silbenende wie „p“, „t“ oder „k“. Deshalb reicht genaues Hören allein oft nicht aus. Verlängere das Wort so, dass nach dem fraglichen Laut eine weitere Silbe folgt: Aus „Hund“ wird „Hunde“ – nun hörst du das „d“.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Sprich „Dieb“, „Lied“ und „klug“ deutlich aus. Am Ende hörst du ungefähr „p“, „t“ und „k“. Geschrieben werden die Wörter trotzdem mit „b“, „d“ und „g“. Ob ein Laut stimmhaft ist, kannst du erfühlen: Lege zwei Finger leicht an deinen Kehlkopf und sprich nacheinander „b–p“, „d–t“ und „g–k“. Bei „b“, „d“ und „g“ spürst du ein deutliches Schwingen der Stimme. Bei „p“, „t“ und „k“ fehlt dieses Schwingen. Die Schreibung folgt dem Stammprinzip: Der Wortstamm soll in verwandten Formen möglichst gleich aussehen. Daher haben „Hund“ und „Hunde“ beide ein „d“, obwohl du das „d“ nur in „Hunde“ deutlich stimmhaft hörst.
Definition
Auslautverhärtung
Bei der Auslautverhärtung verlieren bestimmte stimmhafte Konsonanten am Ende einer Silbe ihre Stimmhaftigkeit. In den hier behandelten Rechtschreibfällen klingt deshalb „b“ wie „p“, „d“ wie „t“ und „g“ wie „k“.
| Schreibung | Klang am Silbenende | Beispiel |
|---|---|---|
| „b“ | ungefähr wie „p“ | „Dieb“ |
| „d“ | ungefähr wie „t“ | „Lied“ |
| „g“ | ungefähr wie „k“ | „klug“ |
Merke: Am Silbenende kann die Aussprache täuschen. Die Schreibung des Wortstamms bleibt jedoch erhalten.
Teste dich
Bei der Verlängerungsprobe bildest du eine passende Form mit einer zusätzlichen Silbe. Der fragliche Konsonant steht dann nicht mehr am Silbenende und lässt sich deutlicher hören. Eine Verlängerung hilft nur, wenn sie grammatisch und inhaltlich zum Ausgangswort gehört. Ein bloß längeres Wort mit ähnlichem Klang ist keine verlässliche Vergleichsform.
Beispiel: Du möchtest entscheiden, ob das Wort Walt oder Wald geschrieben wird.
- 1Das Wort ist ein Nomen.
- 2Du bildest die Mehrzahl: „Wälder“.
- 3In „Wäl-der“ hörst du das stimmhafte „d“ deutlich.
- 4Deshalb lautet die richtige Schreibung Wald.
- 5Die Aussprache des einzelnen Wortes klingt am Ende zwar ungefähr wie „t“. Die Vergleichsform zeigt aber den Buchstaben des Wortstamms.
Beispiel: Gehe in drei Schritten vor
- 1Markiere den fraglichen Endlaut: „Hun?“.
- 2Bilde eine passende längere Form: „Hunde“.
- 3Höre den Laut in der längeren Form und übertrage den Buchstaben zurück: „Hunde“ hat ein „d“, also schreibst du „Hund“.
Teste dich
Welche Vergleichsform geeignet ist, hängt von der Wortart ab. Ein Nomen bezeichnet zum Beispiel ein Lebewesen, einen Gegenstand oder einen Begriff. Bilde meistens die Mehrzahl: „Kalb – Kälber“, „Band – Bänder“, „Zweig – Zweige“. Ein Verb bezeichnet eine Handlung oder einen Zustand. Bilde die Grundform, die meist auf „-en“ endet: „er hebt – heben“, „red! – reden“, „du schweigst – schweigen“. Gerade bei Formen wie „du schiebst“ stehen mehrere Konsonanten am Silbenende. Die Grundform „schieben“ macht das „b“ wieder hörbar. Ein Adjektiv beschreibt eine Eigenschaft. Steigere es meistens mit „-er“: „grob – gröber“, „wild – wilder“, „klug – klüger“.
| Wortart | Geeignete Verlängerung | Beispiel | Hörbarer Buchstabe |
|---|---|---|---|
| Nomen | Mehrzahl bilden | „Kind – Kinder“ | „d“ |
| Verb | Grundform bilden | „sie liebt – lieben“ | „b“ |
| Adjektiv | steigern | „klug – klüger“ | „g“ |
Teste dich
Ein häufiger Fehler lautet: „Ich schreibe einfach, was ich höre.“ Das funktioniert bei „Wald“, „Dieb“ oder „Weg“ nicht, weil die Endlaute wie „t“, „p“ oder „k“ klingen können. Ein zweiter Fehler ist eine ungeeignete Vergleichsform. Die Form muss zum selben Wort gehören: „lieb – lieber“ passt, „lieb – Lippe“ nicht. „Weg – Wege“ passt, „Weg – wecken“ nicht. Wenn du nur den Endklang wiederholst, erhältst du keinen neuen Hinweis. Entscheidend ist die zusätzliche Silbe in einer passenden Form.
Beispiel: Prüfe den Satz: „Der Diep trägt einen Kruk.“
- 1„Diep“ ist ein Nomen. Die Mehrzahl lautet „Diebe“. Du hörst „b“ und schreibst Dieb.
- 2„Kruk“ ist ein Nomen. Die Mehrzahl lautet „Krüge“. Du hörst „g“ und schreibst Krug.
- 3Der verbesserte Satz lautet: „Der Dieb trägt einen Krug.“
Teste dich
Alles auf einen Blick
Auslautverhärtung
Aussprache
„b“, „d“, „g“ klingen am Silbenende wie „p“, „t“, „k“
Schreibung
Der Wortstamm bleibt möglichst gleich
Probe
passende Form mit zusätzlicher Silbe bilden
Nach Wortart
Nomen Mehrzahl, Verben Grundform, Adjektive Steigerung
Vergleichsform
gehört zum selben Wort
Zurückübertragen
hörbaren Buchstaben ins Ausgangswort schreiben
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Verbessere die Wörter „Kint“, „schreipt“, „liep“ und „Zweik“.
- 1„Kint“ ist ein Nomen: Die Mehrzahl „Kinder“ macht das „d“ hörbar. Richtig: Kind.
- 2„schreipt“ ist ein Verb: Die Grundform „schreiben“ macht das „b“ hörbar. Richtig: schreibt.
- 3„liep“ ist ein Adjektiv: Die Steigerung „lieber“ macht das „b“ hörbar. Richtig: lieb.
- 4„Zweik“ ist ein Nomen: Die Mehrzahl „Zweige“ macht das „g“ hörbar. Richtig: Zweig.
Fehler finden
Tom prüft vier Wörter mit der Verlängerungsprobe. In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3Tom hat bei dem Verb nicht verlängert, sondern nach dem Klang geschrieben. Die Grundform „schieben“ zeigt das „b“. Richtig: „du schiebst“.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Am Silbenende klingt ein geschriebenes „d“ wie . Bei einem Verb bildest du zum Verlängern die . Die Steigerung „klüger“ zeigt, dass „klug“ mit endet.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback