Biologie · Klasse 5–8 · aktualisiert
Verdauung: Weg der Nahrung einfach erklärt
Verfolge den Weg der Nahrung und erkenne, wo Zerkleinerung, Enzymspaltung, Aufnahme und Ausscheidung stattfinden.
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Kurz gesagt
Verdauung zerkleinert Nahrung mechanisch und spaltet große Nährstoffe chemisch in aufnehmbare Bausteine. Der Weg führt vom Mund über Speiseröhre und Magen in Dünn- und Dickdarm; im Dünndarm werden die meisten Nährstoffbausteine aufgenommen.
Was passiert mit deinem Essen? Bei der Verdauung wird Nahrung zerkleinert, und große Nährstoffmoleküle werden chemisch in kleine Bausteine zerlegt. Diese werden hauptsächlich im Dünndarm aufgenommen; das heißt Resorption. Unverdauliche Reste gelangen in den Dickdarm und werden schließlich ausgeschieden. Auf dieser Seite verfolgst du einen Bissen durch den Körper und unterscheidest mechanische Verarbeitung, enzymatische Spaltung und Resorption.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Ein Bissen wandert vom Mund durch die Speiseröhre in den Magen, dann durch Dünndarm und Dickdarm zum Mastdarm und schließlich zum Anus. Leber und Bauchspeicheldrüse liegen nicht auf diesem direkten Weg. Die Leber bildet Galle für die Fettverdauung im Dünndarm; die Bauchspeicheldrüse liefert Verdauungsenzyme und ein Sekret, das den sauren Speisebrei neutralisiert.
Beim Kauen und Durchmischen wird Nahrung mechanisch bearbeitet. Enzyme spalten große Nährstoffmoleküle chemisch in kleinere Bausteine. Beides kann am selben Ort stattfinden.
Definition
Verdauung
Verdauung bedeutet, Nahrung mechanisch zu zerkleinern und große Nährstoffe chemisch in aufnehmbare Bausteine zu zerlegen. Das Verdauungssystem übernimmt außerdem den Transport, die Resorption und die Ausscheidung der Reste.
Merke: Mechanisch bedeutet: Nahrung wird zerkleinert, bewegt oder durchmischt. Chemisch bedeutet: Nährstoffmoleküle werden in kleinere Bausteine gespalten.
Beispiel: Der Weg eines Bissens
- 1Mund
- 2Speiseröhre
- 3Magen
- 4Dünndarm
- 5Dickdarm bis zum Mastdarm
- 6Anus (After)
Teste dich
Im Mund zerkleinern die Zähne die Nahrung. Speichel befeuchtet sie und enthält Amylase, die den Stärkeabbau beginnt. Stärke besteht aus vielen verbundenen Zuckerbausteinen. Beim längeren Kauen kann Weißbrot süßlich schmecken, weil kleinere Zucker entstehen. Die Zunge presst den Brei zum Gaumen. Das Gaumensegel verschließt den Nasen-Rachen-Raum; der Kehlkopfdeckel schützt den Eingang der Luftröhre. Die Speiseröhre befördert den Brei mit Muskelwellen zum Magen, auch im Liegen.
Der Magen speichert und durchmischt den Brei mit Magensaft und gibt ihn portionsweise an den Zwölffingerdarm ab. Seine Muskeln kneten den Inhalt. Salzsäure hilft, viele Bakterien abzutöten und Proteine zu entfalten. Das Enzym Pepsin spaltet Proteine in kleinere Teile; es entsteht aus der inaktiven Vorform Pepsinogen. Die saure Umgebung fördert seine Aktivierung. Schutzschleim bewahrt die Magenwand. Der Pförtner regelt die Abgabe. Die Verweildauer hängt etwa von Menge, Zusammensetzung und Zerkleinerung der Nahrung ab.
Definition
Enzym
Ein Enzym beschleunigt eine bestimmte chemische Reaktion, ohne dabei verbraucht zu werden. Verdauungsenzyme spalten große Nährstoffmoleküle in kleinere Bausteine, die der Körper aufnehmen kann.
Beispiel: Zwei Vorgänge beim Kauen
- 1Du kaust ein Stück Brot gründlich.
- 2Die Zähne teilen es in kleinere Stücke: Das ist mechanische Verdauung.
- 3Gleichzeitig beginnt Amylase im Speichel, Stärke chemisch abzubauen.
- 4Das Beispiel zeigt, dass beide Verdauungsarten an derselben Station stattfinden können.
Teste dich
Im Dünndarm schließen Enzyme die Spaltung verdaulicher Nährstoffe ab. Proteine werden zu Aminosäuren zerlegt. Verdauliche Kohlenhydrate wie Stärke werden zu Einfachzuckern, etwa Glucose; vorhandene Einfachzucker brauchen keine weitere Spaltung. Bei üblichen Nahrungsfetten entstehen vor allem Fettsäuren und Monoglyceride. Ein Monoglycerid ist Glycerin mit einer noch gebundenen Fettsäure.
Galle verteilt Fett in feine Tröpfchen und vergrößert so die Angriffsfläche der Enzyme. Sie ist selbst kein Enzym. Die Bauchspeicheldrüse liefert Enzyme und neutralisiert mit ihrem Sekret den sauren Brei; das schützt die Darmschleimhaut.
Viele Zotten vergrößern die Oberfläche der Dünndarmwand. Einfachzucker und Aminosäuren gelangen durch die Darmwand ins Blut. Die meisten aufgenommenen Fettbausteine werden in den Darmwandzellen wieder zu Fetten zusammengesetzt und in Transportteilchen verpackt. Sie gelangen zunächst in die Lymphe und dann ins Blut. Das Blut verteilt aufgenommene Stoffe zur Nutzung oder Speicherung.
Definition
Resorption
Resorption ist die Aufnahme von Stoffen durch die Darmwand in den Körper. Dazu gehören Nährstoffbausteine, Wasser und gelöste Mineralsalze. Sie findet hauptsächlich im Dünndarm statt.
Beispiel: Stärke aus einem Brotstück verfolgen
- 1Im Mund beginnt Amylase mit der chemischen Spaltung.
- 2Im Dünndarm zerlegen weitere Enzyme die Kohlenhydrate bis zu Einfachzuckern.
- 3Die Darmwand nimmt die Einfachzucker auf.
- 4Das Blut transportiert sie zu den Zellen, wo sie unter anderem zur Energiegewinnung dienen können.
- 5Der entscheidende Gedanke: Der Körper nimmt nicht das Brot als Ganzes auf, sondern die daraus entstandenen kleinen Nährstoffbausteine.
Teste dich
Überwiegend unverdauliche Reste gelangen mit Wasser und Mikroorganismen in den Dickdarm. Dort wird Wasser aufgenommen und der Inhalt eingedickt. Darmbakterien bauen einen Teil der Ballaststoffe zu kurzkettigen Fettsäuren ab. Ballaststoffe kann der Körper mit seinen eigenen Enzymen nicht oder kaum spalten. Der Mastdarm, der letzte Abschnitt des Dickdarms, sammelt den Stuhl vor der Ausscheidung über den Anus.
Definition
Darmmikrobiom
Zum Darmmikrobiom gehören die Mikroorganismen im Darm, etwa Bakterien und Pilze, sowie Viren. Der Begriff umfasst auch ihre Erbanlagen, Stoffwechselprodukte und ihre Umgebung. Für die Verdauung sind besonders die Darmbakterien wichtig.
Merke: Dünndarm und Dickdarm haben unterschiedliche Schwerpunkte: Im Dünndarm werden vor allem Nährstoffbausteine aufgenommen. Im Dickdarm werden Reste weiterverarbeitet und durch Wasserentzug eingedickt.
Teste dich
Alles auf einen Blick
Verdauung
Mechanische Verarbeitung
Kauen im Mund; Durchmischen in Magen und Darm
Chemische Spaltung
Amylase beginnt den Stärkeabbau; Salzsäure und Pepsin wirken im Magen; Enzyme zerlegen Nährstoffe im Dünndarm
Resorption
Nährstoffbausteine passieren die Dünndarmwand; Die meisten Fette gelangen zunächst in die Lymphe; Blut verteilt die aufgenommenen Stoffe im Körper
Unverdauliche Reste
Mikroorganismen wirken im Dickdarm; Wasser wird entzogen; Ausscheidung erfolgt über Mastdarm und Anus
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Den Weg einer Nudel mit Öl verfolgen
- 1Im Mund werden die Nudeln gekaut; Amylase beginnt, ihre Stärke zu zerlegen.
- 2Im Magen wird der Brei durchmischt und portionsweise weitergegeben.
- 3Im Dünndarm zerlegen Enzyme Stärke zu Einfachzuckern; Galle hilft, das Öl in feine Tröpfchen zu verteilen.
- 4Die Darmwand nimmt Zuckerbausteine ins Blut auf; viele aufgenommene Fettbestandteile gelangen zunächst über die Lymphe weiter.
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Fehler in Zeile 3Richtig: Galle verteilt Fett, ist aber kein Enzym. Fettspaltende Enzyme übernehmen die chemische Spaltung.
Lückentext
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Im Mund wird Nahrung durch das mechanisch zerkleinert. Das Enzym beginnt dort mit dem Stärkeabbau. Die transportiert den Nahrungsbrei anschließend zum Magen.
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