Biologie · Klasse 5–8 · aktualisiert
Ernährung: Nährstoffe und Verdauung verstehen
Welche Nährstoffe Lebensmittel liefern und wie du eine abwechslungsreiche Mahlzeit mit mehreren Kriterien beurteilst.
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Kurz gesagt
Ernährung versorgt den Körper mit Energie, Baustoffen, Wasser und weiteren nötigen Bestandteilen. Eine abwechslungsreiche Auswahl aus Gemüse oder Obst, stärkehaltigen Lebensmitteln, Eiweißquellen und geeigneten Getränken hilft, unterschiedliche Aufgaben zu erfüllen.
Eine ausgewogene Ernährung versorgt deinen Körper mit Energie, Baustoffen und weiteren lebenswichtigen Bestandteilen. Damit dein Körper sie nutzen kann, wird Nahrung zerkleinert, mithilfe von Enzymen zerlegt und vor allem im Dünndarm aufgenommen.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Lebensmittel enthalten verschiedene Bestandteile. Eine abwechslungsreiche Auswahl in passenden Mengen ist wichtiger als die Einteilung einzelner Lebensmittel in „gesund“ oder „ungesund“. Brot, Nudeln und Kartoffeln liefern vor allem Kohlenhydrate; Öl, Butter und Nüsse viel Fett; Fisch, Eier, Milchprodukte und Sojabohnen unter anderem Eiweiß. Ein Lebensmittel enthält meist mehrere Nährstoffe.
Vitamine unterstützen viele Vorgänge im Körper. Mineralstoffe werden etwa für Knochen, Zähne, Muskeltätigkeit und Blutgerinnung gebraucht. Beide liefern keine Energie. Ballaststoffe sind pflanzliche Bestandteile, die eigene Verdauungsenzyme kaum zerlegen. Viele binden Wasser und unterstützen die Darmtätigkeit; ballaststoffreiche Lebensmittel können länger sättigen. Beispiele sind Vollkorn, Gemüse und Hülsenfrüchte. Wasser löst und transportiert Stoffe.
Definition
Hauptnährstoffe
Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße heißen Hauptnährstoffe. Verdauliche Kohlenhydrate liefern Energie; wie schnell sie verfügbar wird, hängt von ihrer Art und vom Lebensmittel ab. Fette liefern bei gleicher Masse mehr Energie als Kohlenhydrate oder Eiweiße. Sie sind wichtig für Zellhüllen und die Aufnahme bestimmter Vitamine. Eiweiße, auch Proteine, dienen besonders als Baustoffe, etwa für Muskeln.
Merke: Kein einzelner Nährstoff erfüllt alle Aufgaben. Abwechslung hilft dir, den Körper mit unterschiedlichen benötigten Bestandteilen zu versorgen.
Teste dich
Für eine abwechslungsreiche Hauptmahlzeit verbindest du Gemüse oder Obst, Kartoffeln oder Getreideprodukte, eine Eiweißquelle und etwas Fett. Bei Getreide ist Vollkorn eine gute Wahl; pflanzliche Öle oder Nüsse können Fett liefern. Hülsenfrüchte, Tofu, Fisch, Milchprodukte oder Ei sind mögliche Eiweißquellen. Das ist eine Orientierung für mehrere Mahlzeiten, keine starre Schablone. Passende Mengen hängen unter anderem von Alter, Wachstum und Bewegung ab. Achte auf Hunger und Sättigung.
Trinke regelmäßig. Die passende Menge hängt etwa von Alter, Hitze, Bewegung und Schwitzen ab; ein Literwert passt nicht für alle. Wasser und ungesüßter Tee sind geeignete Getränke. Mischt du einen Teil Saft mit zwei gleich großen Teilen Wasser, enthält dasselbe Trinkvolumen ein Drittel der Zuckermenge des reinen Safts. Der Zucker im verwendeten Saft bleibt dabei erhalten; er verteilt sich auf mehr Flüssigkeit.
Bei der Verdauung wird Nahrung zerkleinert und mithilfe von Enzymen gespalten. Wasser, Mineralstoffe und Vitamine brauchen diese Spaltung in Nährstoffbausteine nicht.
Beispiel: Eine Reispfanne verbessern
- 1Eine große Portion Reis allein ist wenig abwechslungsreich. Ergänze zuerst reichlich Gemüse. Wähle dann eine Eiweißquelle: etwa Bohnen, Linsen, Tofu, Fisch oder Geflügel. Bohnen oder Linsen können dabei einen Teil des Reises ersetzen. Zum Zubereiten passt etwas Pflanzenöl. Würze sparsam mit Salz. Wasser oder ungesüßter Tee passt als Getränk.
- 2Die Mahlzeit wird nicht durch eine einzelne Zutat ausgewogen, sondern durch das Zusammenspiel von Gemüse, stärkehaltiger Beilage, Eiweißquelle, passender Menge und Getränk.
Definition
Verdauungsenzyme
Verdauungsenzyme ermöglichen die chemische Spaltung größerer Nährstoffteilchen in kleinere Bausteine. Sie wirken zum Beispiel im Speichel, im Magensaft und an der Dünndarmwand. Nicht jeder Nahrungsbestandteil muss so zerlegt werden: Wasser, Mineralstoffe und Vitamine brauchen keine Spaltung in Nährstoffbausteine.
Beispiel: Was bei der Verdauung geschieht
- 1Im Mund wird Nahrung zerkleinert; Speichel beginnt die Stärkespaltung.
- 2Die Speiseröhre transportiert sie zum Magen, der sie mit Magensaft durchmischt und die Eiweißverdauung beginnt. Magensäure wirkt gegen viele Keime; Schleim schützt die Magenwand.
- 3Im Dünndarm schließen Enzyme, auch aus der Bauchspeicheldrüse, die Spaltung größtenteils ab. Galle aus der Leber unterstützt die Fettverdauung; Nährstoffe und viel Wasser werden aufgenommen.
- 4Im Dickdarm verarbeiten Bakterien einige Reste weiter. Dort werden weiteres Wasser und Salze aufgenommen; Stuhl wird über den After ausgeschieden.
Teste dich
Die Aufnahme von Stoffen aus dem Darminneren durch die Darmwand heißt Resorption. Nährstoffe werden hauptsächlich im Dünndarm aufgenommen. Der Dünndarm besitzt viele Falten und Darmzotten, also kleine Ausstülpungen der Darmwand. Dadurch ist seine innere Oberfläche stark vergrößert. Eine große Oberfläche bietet besonders viel Kontaktfläche, über die Nährstoffbausteine aufgenommen werden können. Bei den Fetten gibt es einen zusätzlichen Transportweg: Aus einem großen Teil ihrer aufgenommenen Spaltprodukte entstehen in den Darmwandzellen wieder Fette. Sie werden in kleine Transportteilchen verpackt und zunächst in die Lymphe abgegeben. Das ist eine Körperflüssigkeit in einem eigenen Gefäßsystem. Über die Lymphgefäße gelangen die Teilchen anschließend ins Blut. Das Blut verteilt aufgenommene Nährstoffe im Körper. Je nach Stoff können sie gespeichert, als Baustoffe verwendet oder zur Energiegewinnung genutzt werden.
Definition
Resorption
Bei der Resorption gelangen zum Beispiel Einfachzucker und Aminosäuren durch die Darmwand ins Blut. Einfachzucker sind einzelne Zuckerbausteine, etwa Glucose (Traubenzucker); Aminosäuren sind die Bausteine der Eiweiße. Auch Wasser, Vitamine und Mineralstoffe werden aufgenommen.
Beispiel: Eiweiß aus einem Joghurt
- 1Ein Joghurt liefert unter anderem Eiweiß; im Magen beginnt dessen chemische Spaltung.
- 2Im Dünndarm zerlegen Enzyme das Eiweiß weiter zu Aminosäuren.
- 3Die Aminosäuren gelangen durch die Darmwand ins Blut; das heißt Resorption.
- 4Das Blut bringt sie zu Zellen, die sie als Bausteine für eigene Proteine nutzen können.
Merke: Einfachzucker und Aminosäuren gelangen aus dem Dünndarm ins Blut und zunächst zur Leber. Viele aufgenommene Fettbestandteile nehmen erst den Weg über die Lymphe und gelangen danach ins Blut.
Teste dich
Eine Mahlzeit beurteilst du anhand mehrerer Merkmale: Gemüse oder Obst, eine stärkehaltige Beilage, eine Eiweißquelle, geeignete Fette und ein passendes Getränk. Berücksichtige auch Menge und Zubereitung. Stark zuckerhaltige Bestandteile und Salz kannst du bewusst dosieren. Langsames Essen kann helfen, Hunger und Sättigung einzuschätzen. Die Auswahl über längere Zeit zählt mehr als ein einzelner Teller.
Beispiel: Einen Kartoffelteller beurteilen
- 1Ein Teller nur mit Kartoffeln und einem süßen Getränk berücksichtigt wenige Kriterien.
- 2Gemüse, eine Eiweißquelle wie Linsen und Wasser als Getränk machen die Auswahl vielfältiger.
- 3Die Begründung bezieht Gemüse, Stärke, Eiweißquelle, Getränk sowie Menge und Zubereitung ein.
Beispiel: Prüfe mehrere Fragen
- 1Enthält sie reichlich Gemüse oder Obst?
- 2Gibt es eine stärkehaltige Beilage, möglichst als Vollkornprodukt?
- 3Ist eine Eiweißquelle enthalten?
- 4Werden passende Fette gewählt und stark zuckerhaltige Bestandteile sowie Salz bewusst dosiert?
- 5Passt ein geeignetes Getränk dazu?
- 6Ist die Menge passend, und kannst du Hunger und Sättigung wahrnehmen?
Teste dich
Alles auf einen Blick
Ernährung
Nahrungsbestandteile
Energie: Kohlenhydrate und Fette; Baustoffe: Eiweiße; weitere Aufgaben: Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe und Wasser
Ausgewogene Auswahl
viel Obst und Gemüse; Kartoffeln oder Getreideprodukte; passende Eiweißquelle und Getränk
Verdauung
mechanische Zerkleinerung; enzymatische Zerlegung
Resorption
Aufnahme vor allem im Dünndarm; große Oberfläche durch Falten und Zotten; Zuckerbausteine und Aminosäuren ins Blut; großer Teil der Fette zuerst in die Lymphe
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Eine Pausenbox ergänzen
- 1Eine Pausenbox enthält nur eine helle Brezel und ein süßes Getränk.
- 2Ergänze Gemüsestücke und einen Kichererbsenaufstrich als Eiweißquelle.
- 3Wähle Wasser und bei der nächsten Gelegenheit ein Vollkornprodukt.
- 4Beurteile die Auswahl nach Vielfalt, Getränk, Menge und Zubereitung statt nach einer einzigen Zutat.
Fehler finden
Eine Mahlzeit beurteilen In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3Richtig: Gemüse und Reis allein reichen für das Urteil nicht aus. Auch Eiweißquelle, Fett, Getränk, Menge und Zubereitung zählen.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Im wird die Nahrung zuerst mechanisch zerkleinert. Die Speiseröhre transportiert sie zum . Dort wird sie durchmischt und mit versetzt. Der Hauptort der Verdauung ist der Dünndarm. Enzyme zerlegen Nährstoffe in kleine Bausteine.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback