Biologie · Klasse 5–6 · aktualisiert
Kennzeichen des Lebendigen: Lebewesen erkennen und einordnen
Prüfe Stoffwechsel, Wachstum, Reizbarkeit und weitere Merkmale, um Lebewesen von Wolken und Viren zu unterscheiden.
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Kurz gesagt
Kennzeichen des Lebendigen sind unter anderem Zellaufbau, Stoffwechsel, Wachstum, Reizbarkeit und Fortpflanzung. Erst mehrere Merkmale zusammen erlauben eine begründete Einordnung: Eine Wolke wird größer, besteht aber nicht aus Zellen und betreibt keinen eigenen Stoffwechsel.
Woran lässt sich Leben erkennen? Prüfe mehrere Merkmale zusammen: Stoff- und Energiewechsel, Wachstum und Entwicklung, Reizbarkeit, Eigenbewegung und Fortpflanzung. Auch Zellen und Evolution gehören zur Einordnung. Ein einzelnes Merkmal reicht nicht.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Ein Auto bewegt sich, eine Wolke wird größer und ein Feuer breitet sich aus. Dennoch sind sie keine Lebewesen. Solche einzelnen Vorgänge ersetzen nicht das Zusammenspiel biologischer Lebensprozesse.
Häufig genannte Merkmale sind Stoff- und Energiewechsel, Wachstum und Entwicklung sowie Fortpflanzung. Auch Reizbarkeit und Eigenbewegung helfen bei der Prüfung. Zellaufbau und Evolution ergänzen die Betrachtung. Nicht jedes Merkmal ist bei einem Lebewesen zu jedem Zeitpunkt sichtbar.
Merke: Beurteile einen Grenzfall immer anhand mehrerer zusammenwirkender Merkmale. Beachte dabei den Lebenslauf: Nicht jedes Merkmal ist jederzeit sichtbar.
Beispiel: Eine Wolke prüfen
- 1Eine Wolke wird größer und zieht über den Himmel. Das ähnelt Wachstum und Bewegung.
- 2Luftströmungen tragen die Wolke. Sie bewegt sich nicht durch eigene Lebensvorgänge.
- 3Sie besteht aus Wassertröpfchen oder Eiskristallen, nicht aus Zellen. Sie hat keinen eigenen Stoffwechsel und keine biologische Fortpflanzung.
- 4Die Wolke ist nach diesen Kriterien kein Lebewesen. Zwei äußerliche Ähnlichkeiten reichen nicht aus.
Teste dich
Beim Stoff- und Energiewechsel gelangen Stoffe in ein Lebewesen, werden dort umgebaut und wieder abgegeben. Dabei nutzt oder gewinnt es Energie. Menschen nehmen Nahrung, Wasser und Sauerstoff auf. Grüne Pflanzen nehmen Wasser und Mineralstoffe über die Wurzeln auf. Aus Wasser und Kohlenstoffdioxid stellen sie mit Licht Zucker her: Das heißt Fotosynthese.
Wachstum kann Größe, Masse oder Zellzahl verändern. Ein Keimling wird zur größeren Pflanze. Zellen können größer werden oder sich teilen. Entwicklung verändert außerdem Gestalt und Fähigkeiten.
Ein Reiz ist eine Veränderung im Körper oder in der Umgebung. Eine Katze kann auf ein Rascheln reagieren. Eine Pflanze richtet Blätter oder Wachstum zum Licht aus. Solche Antworten zeigen Reizbarkeit.
Eigenbewegung muss kein schnelles Laufen sein. Auch Pflanzenteile können sich durch eigene Vorgänge langsam bewegen. Nicht jedes Lebewesen kann den Standort wechseln. Trägt allein der Wind etwas fort, ist das keine Eigenbewegung.
Durch Fortpflanzung entstehen Nachkommen, sodass Arten über Generationen fortbestehen. Bakterien können sich durch Zellteilung vermehren. Viele Pflanzen bilden Samen, andere auch Ableger. Ein einzelnes Lebewesen bleibt lebendig, selbst wenn es keine Nachkommen hat oder haben kann.
Alle Lebewesen bestehen aus Zellen. Ein Zellbestandteil oder ein Organ ist deshalb noch kein selbstständiger Organismus. Ein Herz wird im Körper mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt und gibt Abfallstoffe ab. Evolution betrifft Veränderungen vererbbarer Eigenschaften in Populationen über Generationen. Eine Population umfasst Lebewesen derselben Art zur gleichen Zeit in einem Gebiet. Vererbbare Eigenschaften können über Erbinformation an Nachkommen gelangen. Das Wachstum eines einzelnen Tieres ist keine Evolution. Zellaufbau betrifft ein Lebewesen; Evolution betrifft seine Generationenfolge.
Definition
Stoff- und Energiewechsel
Stoff- und Energiewechsel heißt: Stoffe aufnehmen, umbauen und abgeben und dabei Energie nutzen.
Definition
Zelle
Eine Zelle ist die Grundeinheit eines Lebewesens. Einzeller bestehen aus nur einer Zelle; in vielzelligen Lebewesen wirken viele Zellen zusammen.
Teste dich
Pflanzen müssen nicht herumlaufen, um lebendig zu sein. Eine Bohnenpflanze nimmt Wasser und Mineralstoffe über die Wurzeln auf und betreibt Fotosynthese. Aus dem Keimling wächst eine Pflanze mit neuen Blättern. Spross und Blätter können sich durch eigene Vorgänge zum Licht ausrichten. Eine ausgewachsene Bohnenpflanze kann Blüten und Samen bilden. Sie besteht aus Zellen; nicht alle Merkmale sind gleichzeitig zu sehen.
Auch Bakterien sind Lebewesen, obwohl du sie ohne Hilfsmittel meist nicht siehst. Ein Bakterium besteht aus einer Zelle, besitzt eigenen Stoffwechsel und vermehrt sich meist durch Zweiteilung. Manche bewegen sich mithilfe von Flagellen, dünnen fadenförmigen Strukturen.
Beispiel: Ein Bakterium prüfen
- 1Ein Bakterium ist mikroskopisch klein. Seine Größe allein entscheidet nicht über Leben.
- 2Es besteht aus einer Zelle und besitzt einen eigenen Stoffwechsel.
- 3Viele Bakterien vermehren sich durch Zweiteilung. Manche bewegen sich mit Flagellen; das gilt nicht für alle.
- 4Zellaufbau, Stoffwechsel und Vermehrung stützen zusammen die Einordnung als Lebewesen.
Teste dich
Ein Virus enthält Erbsubstanz, besitzt aber weder Zellen noch einen eigenen Stoffwechsel. Neue Viren entstehen nur mithilfe einer lebenden Wirtszelle. Nach den hier verwendeten schulischen Kriterien zählt es deshalb nicht als Lebewesen. Erbsubstanz allein beweist Leben nicht.
Ein Herz besteht aus mehreren Geweben und ist ein Organ. Nach einer Entnahme können seine Zellen zunächst noch Stoffwechsel betreiben. Ohne Sauerstoff- und Nährstoffversorgung bleiben sie nicht dauerhaft funktionsfähig. Das Herz ist damit kein vollständiger Organismus. Im Körper bilden Herz und Blutgefäße ein Kreislaufsystem. Ein Einzeller ist hingegen schon als einzelne Zelle ein Organismus ohne Organe.
Definition
Wirtszelle
Eine Wirtszelle ist eine lebende Zelle, deren Bestandteile ein Virus zur Vermehrung verwendet.
Beispiel: Virus als Grenzfall
- 1Ein Virus enthält Erbsubstanz. Das ist ein lebensähnliches Merkmal.
- 2Es besteht nicht aus Zellen und betreibt keinen eigenen Stoffwechsel.
- 3Es vermehrt sich nur mithilfe einer lebenden Wirtszelle.
- 4Nach den hier verwendeten schulischen Kriterien gilt es deshalb nicht als eigenständiges Lebewesen.
Beispiel: Systemebenen beim Menschen
- 1Eine Zelle ist eine lebende Grundeinheit, etwa eine Herzmuskelzelle.
- 2Ein Gewebe ist ein Verband zusammenwirkender Zellen, etwa Herzmuskelgewebe.
- 3Ein Organ besteht aus verschiedenen Geweben und erfüllt Aufgaben, etwa das Herz.
- 4Ein Organsystem umfasst zusammenarbeitende Organe, etwa das Kreislaufsystem mit Herz und Blutgefäßen.
- 5Ein Organismus ist das gesamte Lebewesen, etwa ein Mensch. Ein Einzeller besitzt keine Organe.
Teste dich
Alles auf einen Blick
Kennzeichen des Lebendigen
Häufige Prozesse
Stoff- und Energiewechsel; Wachstum und Entwicklung; Reizbarkeit und Eigenbewegung; Fortpflanzung
Ergänzende Gesichtspunkte
Aufbau aus Zellen; Evolution von Populationen
Prüfmethode
mehrere Merkmale untersuchen; Eigenleistung von äußerer Wirkung trennen; verwendete Definition nennen
Einordnungen
Pflanzen und Bakterien sind Lebewesen; Wolken sind keine Lebewesen; Viren gelten nach diesen Kriterien nicht als Lebewesen
Systemebenen beim Menschen
Zelle und Gewebe; Organ und Organsystem; Organismus
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Drei Grenzfälle vergleichen
- 1Eine Wolke wird größer; das allein ist kein biologisches Wachstum.
- 2Ein Bakterium besitzt eine Zelle, Stoffwechsel und kann sich durch Zweiteilung vermehren.
- 3Ein Virus besitzt Erbsubstanz, aber keine Zellen und keinen eigenen Stoffwechsel.
- 4Beurteile jeden Fall anhand mehrerer Merkmale und nenne die verwendeten Kriterien.
Fehler finden
Wächst eine Wolke? In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 2Richtig: Eine Wolke wird durch angelagertes Wasser größer. Das ist kein Nachweis für biologisches Wachstum oder Leben; Zellaufbau und weitere Lebensprozesse fehlen.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Ein Lebewesen wird anhand von beurteilt. Die Aufnahme und Verarbeitung von Stoffen gehört zum . Eine Antwort auf Licht, Geräusche oder Berührung zeigt die . Eine vom Wind getragene Wolke besitzt keine Eigenbewegung.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback