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Biologie · Klasse 8–9 · aktualisiert

Nachhaltigkeit in der Biologie verstehen

Lerne das Regenerationsprinzip, die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit und eine begründete Bewertung von Maßnahmen.

0 von 9 Aufgaben gelöst

Nachhaltigkeit in der Biologie verstehen

Kurz gesagt

Nachhaltigkeit bedeutet, heutige Bedürfnisse zu erfüllen, ohne natürliche Lebensgrundlagen oder die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden. Erneuerbare Bestände dürfen langfristig nicht schneller genutzt werden, als sie sich regenerieren.

Nachhaltigkeit bedeutet, natürliche Ressourcen so zu nutzen, dass sich erneuerbare Bestände regenerieren können und die Lebensmöglichkeiten künftiger Generationen erhalten bleiben. Biologisch betrachtet geht es dabei besonders um funktionsfähige Ökosysteme, Biodiversität und die Grenzen der Ressourcennutzung. Auf dieser Seite lernst du, nachhaltige Nutzung zu erkennen und Maßnahmen nicht nur nach ihrer Absicht, sondern auch nach ihrer ökologischen Wirkung, ihren Zielkonflikten und ihrer Unsicherheit zu beurteilen.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.

3 Abschnitte

Stell dir einen Fischbestand vor, aus dem jedes Jahr mehr Tiere gefangen werden, als durch Fortpflanzung hinzukommen. Der Fang kann kurzfristig groß sein, doch der Bestand nimmt ab. Auf Dauer lässt sich diese Nutzung nicht fortsetzen. Die Ökologie untersucht die Beziehungen der Lebewesen untereinander und zu ihrer Umwelt. Deshalb fragt die Biologie bei nachhaltigem Handeln unter anderem: Bleiben Bestände und Lebensräume langfristig erhalten? Können wichtige Vorgänge in einem Ökosystem weiter ablaufen? Werden Ressourcen schneller verbraucht, als sie sich erneuern? Welche Folgen hat eine Maßnahme für die Biodiversität? Nachhaltigkeit bedeutet nicht, dass die Natur überhaupt nicht genutzt werden darf. Entscheidend sind Art, Umfang und Folgen der Nutzung.

Das Regenerationsprinzip verknüpft die Entnahme einer erneuerbaren Ressource mit ihrer Erneuerung. Wälder und Fischbestände sollen höchstens im Umfang ihrer Regenerationsfähigkeit genutzt werden. Die Regenerationsfähigkeit ist keine überall gleiche Größe. Wie schnell sich ein Bestand erholt, hängt vom betrachteten Ökosystem und von seinen Bedingungen ab. Deshalb gibt es für verschiedene Bestände keinen einheitlichen Grenzwert.

Nicht erneuerbare Ressourcen wie fossile Brennstoffe bilden sich nicht innerhalb menschlicher Zeiträume in entsprechendem Umfang neu. Für sie genügt die Regel „nur so viel nutzen, wie nachwächst“ daher nicht. Nachhaltige Ansätze zielen hier unter anderem auf einen möglichst geringen Verbrauch, höhere Effizienz und den Einsatz erneuerbarer Alternativen.

Definition

Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit ist ein Denk- und Handlungsprinzip: Gegenwärtige Bedürfnisse sollen erfüllt werden, ohne natürliche Lebensgrundlagen zu erschöpfen oder die Möglichkeiten künftiger Generationen einzuschränken.

Beispiel

  1. 1In einem nachhaltig bewirtschafteten Wald werden nicht mehr Bäume gefällt, als durch Wachstum, Aussaat und Aufforstung ersetzt werden können.
  2. 2Der entscheidende Gedanke lautet nicht einfach „Bäume pflanzen“, sondern: Entnahme und Regeneration müssen so zusammenpassen, dass der Waldbestand erhalten bleibt.

Merke: Bei erneuerbaren Ressourcen darf die Entnahme ihre Regeneration langfristig nicht übersteigen. Bei nicht erneuerbaren Ressourcen stehen Verringerung, effiziente Nutzung und Ersatz durch erneuerbare Möglichkeiten im Mittelpunkt.

Teste dich

LeichtWelche Nutzung entspricht dem Grundgedanken der Nachhaltigkeit?

Alles auf einen Blick

Nachhaltigkeit

  • Ressourcen

    Entnahme an Regeneration anpassen; nicht erneuerbare Ressourcen sparsam nutzen

  • Drei Dimensionen verbinden

    Ökologie; Soziales; Wirtschaft

  • Biodiversität schützen

    Arten, Gene und Ökosysteme erfassen; Lebensräume und Beziehungen beachten

  • Maßnahmen bewerten

    Wirkung und Zielkonflikte prüfen; Zeit und Unsicherheit berücksichtigen

Musteraufgabe · Schritt für Schritt

Eine Reparaturmaßnahme beurteilen

  1. 1Eine Bibliothek lässt funktionsfähige Rechner länger nutzen und defekte Geräte zuerst auf Reparatur prüfen.
  2. 2Wiederverwendung kann Material und Abfall sparen; die tatsächliche Wirkung hängt von Nutzungsdauer, Material- und Energiebedarf ab.
  3. 3Für die soziale Dimension prüfst du den Zugang zu den Geräten, für die ökonomische Dimension die langfristigen Kosten.
  4. 4Ohne Vergleichsdaten bleibt die genaue Umweltwirkung offen. Das Urteil benennt den möglichen Nutzen und die fehlenden Daten.

Fehler finden

Eine Nutzung des Fischbestands prüfen In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.

Lückentext

Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.

Ein Fischbestand wird nachhaltig genutzt, wenn die seine Regeneration langfristig nicht übersteigt. Wird dauerhaft mehr entnommen, kann der Bestand . Für Kohle ist diese Regel nicht direkt anwendbar, weil Kohle in menschlichen Zeiträumen als gilt.

Karteikasten

Erst selbst überlegen, dann umdrehen.

Übung mit Feedback

Abschluss-Check: Nachhaltigkeit

LeichtWelche Aussage beschreibt das Regenerationsprinzip korrekt?
MittelWarum ist die Zahl der Arten allein kein vollständiges Maß für Biodiversität?
SchwerEin Waldprojekt pflanzt Bäume, legt aber weder Entnahmemengen noch Messdaten oder soziale Folgen offen. Welche Bewertung ist angemessen?

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