Zum Inhalt springen
L

Biologie · Klasse 10–11 · aktualisiert

Enzyme: Aufbau, Wirkung und Einflussfaktoren

Wie Enzyme Reaktionen beschleunigen, passende Substrate erkennen und in kontrollierten Versuchen untersucht werden.

0 von 13 Aufgaben gelöst

Enzyme: Aufbau, Wirkung und Einflussfaktoren

Kurz gesagt

Enzyme sind Biokatalysatoren: Sie senken die Aktivierungsenergie und beschleunigen so bestimmte Reaktionen, ohne selbst verbraucht zu werden. Ein passendes Substrat bindet am aktiven Zentrum, wird umgesetzt und als Produkt freigesetzt.

Enzyme beschleunigen biochemische Reaktionen, indem sie die benötigte Aktivierungsenergie senken. Dabei werden sie nicht verbraucht. Entscheidend sind ihre räumliche Struktur, das aktive Zentrum und passende Reaktionsbedingungen.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.

4 Abschnitte

Viele Reaktionen benötigen zum Start eine Aktivierungsenergie. Enzyme senken diese Hürde. Das Substrat bindet vorübergehend am aktiven Zentrum; ein Enzym-Substrat-Komplex entsteht. Danach wird das Produkt freigesetzt, und das Enzym kann erneut reagieren.

Form und chemische Eigenschaften des aktiven Zentrums bestimmen, welche Substrate wirksam binden. Das heißt Substratspezifität. Wirkungsspezifität bezeichnet dagegen die bestimmte Veränderung am gebundenen Substrat. Das Schlüssel-Schloss-Modell zeigt die Passung; beim Induced-Fit-Modell passt sich das Enzym bei der Bindung etwas an. Beide Modelle vereinfachen die Wirklichkeit.

Manche Enzyme benötigen einen Cofaktor, etwa ein Metallion oder ein organisches Molekül. Ein organischer Cofaktor heißt Coenzym. Der Proteinanteil heißt Apoenzym; zusammen mit dem Cofaktor bildet er das funktionsfähige Holoenzym.

Definition

Enzym

Ein Enzym ist ein Biokatalysator: Es senkt die Aktivierungsenergie einer Reaktion und erhöht dadurch deren Geschwindigkeit, ohne selbst verbraucht zu werden. Die meisten Enzyme sind Proteine. Katalytisch aktive RNA-Moleküle heißen Ribozyme.

Beispiel: Urease setzt Harnstoff um

  1. 1Urease bindet Harnstoff als passendes Substrat am aktiven Zentrum.
  2. 2Bei der Reaktion mit Wasser entstehen Ammoniak und Kohlenstoffdioxid.
  3. 3Nach der Freisetzung der Produkte kann die Urease erneut Harnstoff umsetzen.

Merke: Substratspezifisch beantwortet die Frage „Welcher Stoff passt?“. Wirkungsspezifisch beantwortet die Frage „Welche Veränderung wird katalysiert?“.

Teste dich

LeichtWelche Aussage beschreibt ein Enzym richtig?
MittelEin Enzym bindet einen passenden Stoff und verändert ihn auf eine bestimmte Weise. Welche Zuordnung ist richtig?

Alles auf einen Blick

Enzyme

  • Funktion

    senken die Aktivierungsenergie; werden nicht verbraucht

  • Bindung und Umsetzung

    aktives Zentrum; Enzym-Substrat-Komplex; Produktfreisetzung

  • Spezifität

    passendes Substrat; bestimmte Wirkung

  • Einflussfaktoren

    Temperatur; pH-Wert; Substratkonzentration

  • Regulation

    kompetitive Hemmung; Bindung außerhalb des aktiven Zentrums; Endprodukthemmung

  • Untersuchung

    nur eine Größe gezielt verändern; Kontrollansatz vergleichen

Musteraufgabe · Schritt für Schritt

Einen Ureaseversuch planen

  1. 1Fülle zwei Gefäße mit gleich viel Harnstofflösung und verwende getrennte Indikatorpapierstreifen derselben Sorte.
  2. 2Gib nur in den Versuchsansatz Urease; der Kontrollansatz bleibt ohne Enzym.
  3. 3Halte Temperatur und Beobachtungszeit gleich und vergleiche die Farbe des Papiers.
  4. 4Eine Blaufärbung nur im Versuchsansatz spricht für die Ammoniakbildung durch Urease.

Fehler finden

Einen Kontrollversuch prüfen In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.

Lückentext

Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.

Das bindet am aktiven Zentrum. Vorübergehend entsteht der . Nach der Reaktion löst sich das , während das Enzym erneut eingesetzt werden kann.

Karteikasten

Erst selbst überlegen, dann umdrehen.

Übung mit Feedback

Abschluss-Check: Enzyme

LeichtWas geschieht unmittelbar nach der Bindung eines passenden Substrats?
MittelWozu kann ein Cofaktor bei manchen Enzymen nötig sein?
SchwerBei hoher Temperatur sinkt die Enzymaktivität stark. Welche zusätzliche Beobachtung würde die Erklärung durch Denaturierung stützen?

Weiterlesen in Biologie