Biologie · Klasse 7–10 · aktualisiert
Bakterien: Aufbau, Vermehrung und Bedeutung
Bakterien sind kernlose Einzeller. Entdecke ihren Zellbau, ihre Teilung und warum sie nützlich oder krankheitserregend sein können.
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Kurz gesagt
Bakterien sind einzellige Lebewesen ohne Zellkern, aber mit DNA. Sie vermehren sich meist durch Zweiteilung. Darmbakterien können nützlich sein; manche Arten verursachen Krankheiten oder widerstehen bestimmten Antibiotika.
Bakterien leben als einzelne Zellen ohne Zellkern. Du findest sie in vielen Lebensräumen. Manche helfen uns, andere können Krankheiten verursachen. Hier lernst du ihren Zellbau kennen und erfährst, wie Zweiteilung und Umweltbedingungen ihr Wachstum beeinflussen.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Eine Bakterienzelle ist eine einzelne, selbstständig lebensfähige Zelle. Typische Bakterien sind etwa 1 bis 10 µm groß; kleinere und deutlich größere Ausnahmen kommen vor. Kein Zellkern bedeutet nicht, dass DNA fehlt: Das Erbgut liegt ohne Kernhülle im Zellplasma.
Die Grundform hilft beim Beschreiben: Kokken sind kugelförmig und können paarweise, in Ketten oder Gruppen liegen. Stäbchenformen sind länglich; Spirillen sind spiralig oder korkenzieherförmig. Ähnlich aussehende Bakterien können verschiedenen Arten angehören. Die Form allein bestimmt die Art nicht sicher.
Definition
Prokaryot
Prokaryoten haben Zellen ohne membranumhüllten Zellkern. Ihre DNA liegt im Zellplasma, meist in einem Bereich namens Nukleoid. Bakterien sind Prokaryoten.
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Nicht jedes Bakterium besitzt genau dieselben Strukturen. Die Zellmembran grenzt die Zelle ab und regelt den Stoffaustausch. Das Zellplasma, auch Cytoplasma genannt, ist die wässrige Grundsubstanz; in ihm laufen viele Stoffwechselvorgänge ab. Ribosomen stellen Proteine her. Das Nukleoid enthält gewöhnlich das große, meist ringförmige Bakterienchromosom. Eine Zellwand gibt den meisten Bakterien Form, Stabilität und Schutz.
Weitere Strukturen kommen nur bei manchen Bakterien vor. Eine Kapsel oder Schleimhülle kann vor Austrocknung schützen. Geißeln ermöglichen bestimmten Arten die Fortbewegung. Pili oder Fimbrien dienen zum Anheften; besondere Pili können am DNA-Austausch beteiligt sein. Plasmide sind zusätzliche kleine DNA-Ringe. Sie können Resistenzgene tragen und zwischen Zellen übertragen werden.
Beispiel
- 1Du untersuchst eine unbekannte Zelle. Sie hat eine Zellmembran, Zellplasma, Ribosomen, eine Zellwand und frei liegende ringförmige DNA. Weder einen Zellkern noch membranumhüllte Organellen kannst du erkennen.
- 2Die DNA ohne Kernhülle ist hier der wichtigste Hinweis. Zusammen mit den übrigen Merkmalen passt sie zum Grundbau einer Bakterienzelle.
Merke: Kapsel, Geißeln, Pili und Plasmide gehören nicht zur Ausstattung jeder Bakterienzelle. Unterscheide sie von den Grundbauteilen.
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Bakterien vermehren sich meist ungeschlechtlich durch Zweiteilung. Eine Zelle wächst, verdoppelt ihre DNA und trennt die Kopien. Zellmembran und Zellwand schnüren sich ein oder bilden eine Querwand. Zwei zunächst kleinere Tochterzellen entstehen und wachsen heran. Bei diesem vereinfachten Ablauf sind sie genetisch identisch. DNA-Austausch über Plasmide verändert Erbinformationen, erzeugt aber nicht unmittelbar Tochterzellen. Manche Bakterien bilden unter ungünstigen Bedingungen Endosporen zum Überdauern. Das ist keine Zweiteilung.
Unter Modellbedingungen verdoppelt wiederholte Teilung die Zellzahl in jeder Generation: exponentielles Wachstum. In Wirklichkeit hängen Teilung und Überleben von Art, Nährstoffen, Temperatur, pH-Wert, Sauerstoff und Platz ab. 37 °C ist nicht für alle Arten optimal.
In einer begrenzten Kultur gibt es häufig vier Phasen. In der Anlaufphase passen sich Zellen an. In der exponentiellen Phase teilen sie sich bei günstigen Bedingungen schnell. In der stationären Phase entstehen und sterben ungefähr gleich viele Zellen, während Nährstoffe und Platz knapp werden. In der Absterbephase sinkt die Zahl lebender Zellen; Ressourcen fehlen und schädliche Stoffwechselprodukte können sich ansammeln.
Beispiel
- 1Im Modell startet eine einzige Zelle. Jede entstandene Zelle teilt sich zugleich mit den anderen; es stirbt keine.
- 2Die Zellzahl steigt nach der ersten, zweiten und dritten Teilung auf 2, 4 und 8. Für zwölf Teilungen rechnest du:
- 32^{12}=4096
- 4Das Ergebnis sind unter diesen Annahmen 4096 Zellen. Tatsächlich teilen sich Bakterien nicht dauerhaft synchron, und die Bedingungen können sich ändern.
Beispiel: So gehst du vor
- 1Die Bakterienzelle wächst und verdoppelt ihre DNA.
- 2Die beiden DNA-Kopien werden räumlich getrennt.
- 3Zellmembran und Zellwand schnüren sich ein oder bilden eine Querwand.
- 4Zwei zunächst kleinere Tochterzellen entstehen.
- 5Die Tochterzellen wachsen wieder heran.
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Die Wirkung eines Bakteriums hängt von Art, Aufenthaltsort und Bedingungen ab. Darmbakterien können Verdauung und Immunabwehr unterstützen. Bakterien helfen bei der Herstellung von Joghurt, Käse, Sauerkraut und Essig. Viele bauen Stoffe ab und wirken an Stoffkreisläufen mit. In Biotechnologie und Medizin werden Bakterien zur Herstellung von Enzymen, Vitaminen oder Insulin genutzt.
Andere Arten können Lebensmittel verderben oder Materialien beschädigen. Krankheitserregende Bakterien können in Gewebe eindringen und sich dort ausbreiten. Einige bilden Toxine, die Zellen oder Gewebe schädigen.
Ein Antibiotikum macht nicht jedes Bakterium unschädlich. Überleben resistente Zellen eine Behandlung, können sie sich weiter vermehren.
Definition
Antibiotikaresistenz
Ein Antibiotikum kann empfindliche Bakterien hemmen oder töten. Bei Antibiotikaresistenz wirkt ein bestimmtes Mittel gegen ein Bakterium nicht mehr ausreichend. Gene für solche Eigenschaften können auf Plasmiden liegen und zwischen Bakterien übertragen werden.
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Alles auf einen Blick
Bakterien
Zellbau
kein Zellkern, aber DNA, Zellmembran, Zellplasma und Ribosomen
Zusatzausstattung
zum Beispiel Kapsel, Geißeln, Pili und Plasmide
Vermehrung
DNA-Verdopplung und Zweiteilung
Wachstum
abhängig von Art, Nährstoffen und Umweltbedingungen
Bedeutung
nützlich, harmlos oder krankheitserregend
Widerstandsfähigkeit
Endosporen zum Überdauern und Resistenzgene gegen Antibiotika
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Teilungen unter Modellbedingungen
- 1Eine Kultur startet mit 3 Bakterienzellen. Alle teilen sich gleichzeitig; keine Zelle stirbt.
- 2Nach einer Teilung gibt es 6 Zellen, nach zwei Teilungen 12.
- 3Nach drei Teilungen gilt: 3 × 2³ = 24 Zellen.
- 4Das Modell gilt nur, solange alle Zellen sich gleichzeitig teilen und keine sterben.
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Fehler in Zeile 3Richtig: Eine Endospore ist eine Überdauerungsform, keine dritte Tochterzelle. Die Zweiteilung liefert zwei Tochterzellen.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Bei der Zweiteilung wird zuerst die DNA . Danach werden die DNA-Kopien . In der Zellmitte entsteht eine . Schließlich liegen zwei Tochterzellen vor. Dieser Vorgang ist eine Form der ungeschlechtlichen Vermehrung.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback