Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Zonia Baber

Sie war für ihre Entwicklung von Methoden des Geographieunterrichts bekannt, bei denen der Schwerpunkt auf erfahrungsbasiertem Lernen durch Feldarbeit lag.

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Bedeutung und pädagogischer Ansatz
  2. 2. Ausbildung und akademische Laufbahn
  3. 3. Fachgesellschaft und politisches Engagement
  4. 4. Ehrungen, Schriften und Todesangaben

Bedeutung und pädagogischer Ansatz

Mary Arizona „Zonia“ Baber (* 24. August 1862 in Kansas Township, Illinois) war eine US-amerikanische Geologin, Geographin und Hochschullehrerin. Sie leitete die Geographie und Geologie am Department of Education der University of Chicago und war außerdem Rektorin der University of Chicago Laboratory Schools.

Besonders bekannt wurde sie durch neue Methoden des Geographieunterrichts. Statt hauptsächlich Fakten und Definitionen auswendig lernen zu lassen, setzte sie auf erfahrungsbasiertes Lernen: Schülerinnen und Schüler sollten geografische und geologische Zusammenhänge durch Feldarbeit, Exkursionen und praktische Tätigkeiten selbst untersuchen. Sie arbeitete außerdem an besseren Lernmitteln und ließ am 7. Juli 1896 eine eigene Schulbank patentieren. Diese enthielt Ablagen für Unterrichtsmaterialien sowie einen Behälter für Ton, einen Brunnen und eine Pfanne für Sand. Damit konnten Lernende Miniaturlandschaften gestalten.

Ausbildung und akademische Laufbahn

Nach der Grundschule besuchte Baber eine höhere Schule in Paris im US-Bundesstaat Illinois. Danach studierte sie an der Cook County Normal School, der späteren Chicago State University. Diese Bildungseinrichtung bildete vor allem Frauen zu Lehrerinnen aus. 1885 erhielt Baber ihre Lehrbefugnis. Ab 1887 unterrichtete sie unter anderem Geographie, Meteorologie und mathematische Geographie.

1891 stellte Schulleiter Francis Wayland Parker sie als Leiterin der geografischen Abteilung der Cook County Normal School in Chicago ein. Parallel zu ihrer Leitungsarbeit besuchte sie an der University of Chicago Kurse in Geographie und Geologie. Sie nahm dort auch am ersten geologischen Feldkurs teil, zu dem Frauen zugelassen waren.

Von 1899 bis 1900 reiste Baber nach Asien und in den Nahen Osten. 1901 wurde sie außerordentliche Professorin für Geographie und Geologie am Department of Education der University of Chicago. Bis 1921 leitete sie dort die Abteilung für Geologie und Geographie. Ihren Bachelor-Abschluss in Naturwissenschaften erwarb sie 1904 an derselben Universität.

Fachgesellschaft und politisches Engagement

1898 gründete Baber die Chicago Geographic Society. Anders als andere damalige Berufsverbände gab diese Gesellschaft weiblichen Vortragenden bei ihren Treffen Vorrang. Baber engagierte sich insgesamt 50 Jahre lang in der Organisation und war von 1900 bis 1904 deren Präsidentin. 1927 wurde sie Mitglied der Society of Women Geographers.

Neben ihrer wissenschaftlichen Arbeit setzte sie sich gegen Rassismus und für Frauenrechte, Frieden und internationale Verständigung ein. Sie leitete das Race Relations Committee des Chicago Women’s Club und gehörte dem Exekutivkomitee der Chicagoer Zweigstelle der National Association for the Advancement of Coloured People (NAACP) an. In der Women’s International League for Peace and Freedom (WILPF) war sie Vorsitzende des Panamerikanischen Komitees. Als Vorsitzende der WILPF gründete sie außerdem ein Komitee zur Überprüfung von Schulbüchern.

Baber arbeitete mit der Asociacion Puertoriquena de Mujeres Sufragistas und der Liga Social Sufragistas von Puerto Rico zusammen. 1926 vertrat sie die Frauen Puerto Ricos bei Bemühungen, das Frauenwahlrecht auf Puerto Rico auszuweiten.

1925 half sie auf Bitte von Haitianern dabei, die Verhältnisse in Haiti während der US-Militärbesatzung zu untersuchen. Sie war Mitautorin eines Berichts, der den vollständigen Abzug des US-Militärs aus Haiti forderte. Als Mitglied des WILPF-Komitees für Friedenssymbole sammelte und dokumentierte sie außerdem vor allem öffentliche Denkmäler, die für den Frieden standen. Bilder und Erklärungen präsentierte sie in Büchern, Wanderausstellungen und Vorträgen.

Ehrungen, Schriften und Todesangaben

Baber wurde in die Liste American Men of Science aufgenommen. 1948 verlieh ihr die Chicago Geographic Society für ihr Lebenswerk die Goldmedaille.

Zu ihren ausgewählten Veröffentlichungen gehören „The Scope of Geography“ in The Elementary School Teacher 4 (5), 1904, S. 257–270, „Field Work in the Elementary School“ im Journal of Geography 4 (1), 1905, S. 18–22, sowie „A Proposal for Renaming the Solar Circles“ von 1920. Bereits die Titel zeigen wichtige Schwerpunkte ihrer Arbeit: den Umfang des Faches Geographie, Feldarbeit in der Grundschule und mathematisch-geografische Begriffe.

Der Artikel enthält widersprüchliche Angaben zu ihrem Tod: Einleitend werden der 10. Januar 1956 und East Lansing in Michigan genannt; später heißt es, sie sei 1955 im Alter von 93 Jahren gestorben.

Weiterlesen