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Zizit
Religiöse Juden werden im Tallit bestattet. Dazu wird eine der Zizijot entfernt als Zeichen dafür, dass ein Toter keine Gebote mehr zu erfüllen braucht. Die …
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Grundidee und religiöse Bedeutung
Die Zizit oder Schaufäden sind Fäden, die an den vier Ecken eines Schals oder rechteckigen Kleidungsstücks jüdischer Männer befestigt werden. Auf Hebräisch heißt das Wort צִיצִית Zīzīt; der Plural lautet צִיצִיּוֹת Zīzījjōt. In aschkenasischer Aussprache kommen auch Formen wie Zizis, Ziziaus oder Zizes vor.
Zizijot werden vor allem am Tallit angebracht, dem rituellen jüdischen Gebetsmantel, der beim Gebet getragen wird. Außerdem befinden sie sich am Tallit Katan, einem kleineren Kleidungsstück, das ganztags als Unterbekleidung getragen wird. Die Zizijot bestehen aus Bündeln langer weißer Fäden aus Wolle oder Kunstfaser und sind mehrfach geknotet.
Ihre religiöse Bedeutung beruht auf dem Gebot aus 4. Mose (Numeri) 15, 37-41: An den vier Ecken des Gewandes sollen Quasten angebracht werden. Wer sie sieht, soll sich an die Gebote Gottes erinnern und sie einhalten. Die Zizit dienen also als sichtbares Erinnerungszeichen an die religiösen Pflichten.
Aufbau und Zahlenbedeutung
An jeder der vier Ecken des Tallit oder Tallit Katan befindet sich eine Quaste. Eine solche Quaste besteht aus acht Einzelfäden und ist fünfmal geknotet. Diese Form wird mit einer Zahlenbedeutung erklärt.
Die fünf hebräischen Buchstaben des Wortes ציצית haben zusammen den Zahlenwert 600. Dazu kommen die acht Fäden und die fünf Verknotungen. Die Summe lautet 600 + 8 + 5 = 613. Diese Zahl entspricht der Anzahl der Mitzwot im Talmud, also der religiösen Gebote. Dadurch verbinden die Zizijot in ihrer Form die Erinnerung an Gottes Gebote mit einer symbolischen Zahl.
Tallit Katan und Trageweise
Der Tallit Katan wird unter der Kleidung getragen. Er erinnert an ein T-Shirt, ist aber an den Seiten offen und nur durch ein Stück Stoff oder einen Faden zusammengehalten. Dadurch bleibt er ein rechteckiges Kleidungsstück, an dessen vier Ecken Zizijot befestigt werden können.
Manche Personen lassen die Schaufäden sichtbar seitlich aus der Hose heraushängen. Bei religiösen aschkenasischen Juden können sie teilweise fast bis auf den Boden reichen. Jüdische Frauen tragen in der Regel weder Tallit noch Tallit Katan und damit auch keine Zizijot.
Religiöse Juden werden im Tallit bestattet. Dabei wird eine der Zizijot entfernt. Das gilt als Zeichen dafür, dass ein Toter keine Gebote mehr erfüllen muss.
Tekhelet und verschiedene Auslegungen
Ursprünglich war jeweils ein Strang des Bündels oder sogar das ganze Bündel mit der sehr kostbaren Farbe Tekhelet blau gefärbt. Nach rabbinischer Tradition wurde diese Farbe im antiken Israel aus dem Tier Chilazon gewonnen.
Eine wichtige Auslegung aus der Diaspora besagt seit dem Mittelalter, dass dieser Teil des Gebotes der Torah zurzeit nicht mehr erfüllt werden könne. Der Grund ist, dass das Wissen darüber verlorengegangen sei, was genau ein Chilazon ist. Deshalb sind die Zizijot meist rein weiß.
Seit dem Ende des zwanzigsten Jahrhunderts tragen andere wieder ganz oder teilweise mit Techelet gefärbte Zizijot. Sie tun dies, weil die Stumpfe Stachelschnecke als korrekte Quelle des Farbstoffs erkannt wurde. Die Karäer verstehen Techelet als Bezeichnung eines Farbtons und tragen eigene blau-weiß gefärbte Schaufäden.