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Zentralinstitut für Herz-Kreislaufforschung

Es fungierte in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) als Leiteinrichtung für die Behandlung und Erforschung von Herz-Kreislauferkrankungen und war ab …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Überblick und Bedeutung
  2. 2. Entstehung und Einordnung
  3. 3. Forschung, Behandlung und Entwicklung von Therapien
  4. 4. Leitung
  5. 5. Nachfolge nach 1991

Überblick und Bedeutung

Das Zentralinstitut für Herz-Kreislaufforschung (ZIHK) war ein außeruniversitäres Forschungsinstitut der Akademie der Wissenschaften der DDR (AdW). Es bestand vom 1. Januar 1972 bis zum 31. Dezember 1991 und hieß bis Ende Juni 1980 Zentralinstitut für Herz-Kreislauf-Regulationsforschung.

In der DDR war es die Leiteinrichtung für die Behandlung und Erforschung von Herz-Kreislauferkrankungen. Ab September 1984 war es ein Collaborating Center der Weltgesundheitsorganisation (WHO), also ein mit der WHO zusammenarbeitendes Zentrum für Forschung und Ausbildung zu Herz- und Kreislaufkrankheiten.

Entstehung und Einordnung

Das Institut entstand während einer Strukturreform der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin. Es ging aus dem Institut für kortiko-viszerale Pathologie und Therapie sowie dem Institut für Kreislaufforschung hervor. Letzteres hatte seinen Ursprung in einer Abteilung des 1947 gegründeten Akademie-Instituts für Medizin und Biologie.

Der Sitz lag in Berlin-Buch, gemeinsam mit dem Zentralinstitut für Molekularbiologie und dem Zentralinstitut für Krebsforschung. Das ZIHK gehörte zunächst zum 1971 entstandenen Forschungszentrum für Molekularbiologie und Medizin der Akademie. Ab 1986 war es zusammen mit dem Zentralinstitut für Krebsforschung dem Wissenschaftsbereich Medizin der AdW zugeordnet.

Forschung, Behandlung und Entwicklung von Therapien

1985 arbeiteten rund 450 Menschen am ZIHK. Seine Aufgabe war die Bekämpfung von Herz-Kreislauferkrankungen durch Grundlagenforschung, Untersuchung von Krankheitsursachen und Entwicklung neuer Behandlungsmöglichkeiten.

Wichtige Forschungsschwerpunkte waren:

  • die Ursachen der arteriellen Hypertonie, also eines dauerhaft erhöhten Blutdrucks, und der koronaren Herzkrankheit;
  • die Regulation des Herz-Kreislauf-Systems und die Rolle des Zentralnervensystems;
  • Molekular- und Zellbiologie des Herzens und des Gefäßsystems;
  • die Ursachen von Herzinfarkt und plötzlichem Herztod.

Außerdem entwickelte und bewertete das Institut neue medikamentöse und apparative Therapieansätze für Herz-Kreislauferkrankungen.

Leitung

Gründungsdirektor und ärztlicher Direktor der zugehörigen Klinik mit rund 80 Betten war Rudolf Baumann. Er hatte seit 1958 das Institut für kortiko-viszerale Pathologie und Therapie geleitet.

Von 1978 bis 1990 leitete Horst Heine das Institut, von 1990 bis 1991 Karlheinz Richter. Albert Wollenberger, zuvor Leiter des Instituts für Kreislaufforschung, wurde Bereichsdirektor am ZIHK.

Nachfolge nach 1991

Nach der deutschen Wiedervereinigung entstanden Anfang 1992 aus den drei Zentralinstituten in Berlin-Buch mehrere Nachfolgeeinrichtungen. Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) wurde als Forschungsinstitut gegründet und ist die Nachfolgeeinrichtung des ZIHK.

Zusätzlich entstanden ein nach dem Internisten Franz Volhard benanntes kardiologisches Spezialkrankenhaus sowie für die Krebsbehandlung die Robert-Rössle-Klinik. Beide Kliniken arbeiteten in der Forschung mit dem MDC zusammen. Bis 1998 war die Freie Universität Berlin für ihre Trägerschaft zuständig, bis 2001 die Charité Universitätsmedizin Berlin. Seit 2001 gehören sie zum Helios Klinikum Berlin-Buch der privaten Helios-Gruppe.

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