Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Zelluläre Mikrobiologie

Die zelluläre Mikrobiologie ist ein Teilgebiet der Biologie. Sie verbindet und überbrückt die Gebiete der Zellbiologie und der Mikrobiologie.

Inhalt3 Abschnitte
  1. 1. Gegenstand und Zielsetzung
  2. 2. Einfluss auf das Zytoskelett
  3. 3. Weitere untersuchte Zellprozesse

Gegenstand und Zielsetzung

Die zelluläre Mikrobiologie ist ein Teilgebiet der Biologie an der Schnittstelle von Zellbiologie und Mikrobiologie. Sie untersucht die Wechselwirkungen zwischen Mikroorganismen und den Zellen ihrer Wirte. Dabei verfolgt sie zwei Richtungen: Pathogene Mikroorganismen, also krankheitserregende Mikroorganismen, dienen als Forschungswerkzeuge für die Zellbiologie. Umgekehrt helfen zellbiologische Methoden dabei, die Pathogenität von Mikroorganismen zu verstehen. Pathogenität bezeichnet ihre Fähigkeit, Krankheiten hervorzurufen.

Wichtig ist nicht nur, gereinigte Toxine auf Zellen anzuwenden. Toxine sind Stoffe, mit denen Mikroorganismen Zellvorgänge beeinflussen können; Virulenzfaktoren sind allgemein Merkmale oder Stoffe, die eine Infektion fördern. Für das Verständnis einer Infektion müssen auch die Rolle solcher Stoffe für den Mikroorganismus, ihre Herstellung und ihre Koevolution mit Faktoren der Wirtszelle berücksichtigt werden.

Einfluss auf das Zytoskelett

Ein Hauptthema ist das Zytoskelett, besonders das Aktin-Netzwerk. Das Zytoskelett ist ein Netzwerk in der Zelle, das unter anderem ihre Form und Bewegungen mitbestimmt. Viele Mikroorganismen verändern dessen Aufbau und Abbau.

Intrazelluläre Bakterien wie Shigella und Salmonella lösen in Wirtszellen die Aktinpolymerisierung aus. Dabei werden Aktin-Bausteine zu Strukturen zusammengefügt. Auch Nicht-Phagozyten, also Zellen, die normalerweise keine Bakterien aufnehmen, bilden dadurch Ansätze, welche die Bakterien schließlich einhüllen. Yersinia-Bakterien wirken entgegengesetzt: Sie hemmen die Aktinpolymerisierung in Phagozyten und vermeiden so die Phagozytose. Phagozytose ist die Aufnahme von Partikeln oder Mikroorganismen durch spezialisierte Zellen. Die zelluläre Mikrobiologie untersucht, wie solche Verfahren eine Infektion fördern.

Weitere untersuchte Zellprozesse

Mikroorganismen beeinflussen weitere eukaryontische Zellprozesse und können zu deren Erforschung beitragen. Dazu gehören die Signaltransduktion, also die Weitergabe von Signalen innerhalb einer Zelle, der Stoffwechsel, der Vesikeltransport, der Zellzyklus und die transkriptionelle Regulation. Unter transkriptioneller Regulation versteht man die Steuerung, ob und in welchem Maß genetische Information in RNA umgeschrieben wird.

Weiterlesen

Biologie Auf dem Gebiet der Pharmazie werden Medikamente, wie beispielsweise Insulin oder zahlreiche Antibiotika, aus genetisch veränderten Mikroorganismen statt aus … Zellbiologie Mit Hilfe der Mikroskopie und molekularbiologischer Methoden erforscht die Zellbiologie Zellen, um biologische Vorgänge auf zellulärer Ebene zu verstehen und … Mikrobiologie Die Mikrobiologie ist ein Teilgebiet der Biologie und der Medizin. Beispiel aus der Bakteriologie: Escherichia coli, einer der wichtigsten Modellorganismen … Mikroorganismus Ein Mikroorganismus, auch Mikrobe genannt, ist ein mikroskopisch kleines Lebewesen (Organismus), das als Einzelwesen nicht mit bloßem Auge erkennbar ist. Zelle (Biologie) Eine Zelle (lateinisch cellula ‚Kämmerchen, Zelle') ist die kleinste lebende Einheit aller Organismen. Man unterscheidet Einzeller, also Lebewesen, … Koevolution Koevolution, auch Coevolution, bezeichnet im Rahmen der Evolutionstheorie einen evolutionären Prozess mit wechselseitiger Anpassung zweier stark … Bakterien Bakterien bewegen sich meist frei im Flüssigmedium schwimmend durch Flagellen, auch als Geißeln bezeichnet, die anders als die Geißeln der Eukaryoten (z. B. Polymerisation Polymerisation (auch Polymerbildungsreaktion, nach IUPAC Polymerization genannt) ist eine allgemeine Sammelbezeichnung für Synthesereaktionen, … Infektion Konkret handelt es sich bei den Krankheitserregern um pathogene Lebewesen (z. B. Bakterien, Pilze und Parasiten) oder um Moleküle (z. B. Viren, Transposons … Stoffwechsel Stoffwechselvorgänge werden vor allem in der Biochemie erforscht. In der Medizin und Physiologie sind sie von großer Bedeutung (siehe auch Stoffwechselstörung). Vesikel (Biologie) Vesikel (lateinisch vesicula ‚Bläschen') sind sehr kleine, in der Zelle gelegene, rundliche bis ovale Bläschen, die von einer einfachen Doppellipidschicht oder … Zellzyklus Da der DNA-Gehalt einer Zelle bzw. eines Zellkerns bei der Teilung (Mitose) halbiert wird, muss er vor der nächsten Teilung wieder verdoppelt werden. Diese …