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Zeitzeugenportal (Aufarbeitung der SED-Diktatur)

Die Idee des Portals besteht darin, „Erinnerungsbrücken“ für junge Menschen zu bauen, die die SED-Diktatur und die deutsche Teilung nicht aus eigenem Erleben …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Zweck und Bedeutung
  2. 2. Entstehung und Entwicklung
  3. 3. Struktur und Angebote
  4. 4. Vertretene Zeitzeugen

Zweck und Bedeutung

Das Zeitzeugenportal der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur ist ein Online-Angebot zur historisch-politischen Bildung. Es wurde im Juni 2009 mit Unterstützung des Bundesministeriums des Innern und der deutschen Bundesländer eingerichtet und ging am 30. Juni 2009 online. Sein Kern ist die Vermittlung von Kontakten zu Zeitzeugen, die die deutsche Teilung erlebt und an ihrer Überwindung mitgewirkt haben.

Das Portal richtet sich vor allem an Lehrer in Schulen und in der außerschulischen Bildungsarbeit sowie an Journalisten. Zeitzeugen können beispielsweise zu Veranstaltungen, Unterrichtsstunden oder Projekttagen eingeladen werden. Die Grundidee besteht darin, „Erinnerungsbrücken“ für junge Menschen zu bauen, die die SED-Diktatur und die deutsche Teilung nicht selbst erlebt haben. Dadurch soll Geschichte nicht nur anhand von Texten und Materialien, sondern auch durch persönliche Erfahrungen vermittelt werden.

Neben der Zeitzeugendatenbank stellt das Portal kompakte Unterrichtsmaterialien und didaktische Konzepte bereit. Die wichtigsten Themen sind der Volksaufstand vom 17. Juni 1953, der Mauerbau und die innerdeutsche Grenze sowie die Friedliche Revolution und die Deutsche Einheit 1989/90. Teile des Angebots sind in Englisch, Spanisch und Französisch verfügbar.

Entstehung und Entwicklung

Die Konzeption des Portals entstand aus kontinuierlichen Gesprächen zwischen der Staatskanzlei Sachsen, der Bundesstiftung Aufarbeitung und dem Bundesministerium des Innern. Diese Gespräche begannen im November 2007.

Ausgangspunkt war ein Brief des Vorstandsvorsitzenden der Bundesstiftung Aufarbeitung, Rainer Eppelmann, der im August 2007 an alle Ministerpräsidenten versandt wurde. Darin wurden die Bundesländer gebeten, den historischen Ereignissen von 1989/90 als Zäsur, also als tiefen Einschnitt, in der jüngsten deutschen Geschichte besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Zugleich bot die Bundesstiftung Aufarbeitung an, bei gemeinsamen Projekten und Aktivitäten als Kooperations- und Vernetzungspartner mitzuwirken.

Die Ministerpräsidentenkonferenz griff diese Anregung im Oktober 2007 auf. Sie beauftragte den Freistaat Sachsen, mit der Bundesstiftung Aufarbeitung den Aufbau eines Online-Zeitzeugenportals abzustimmen. Aus diesem Vorhaben entwickelte sich das am 30. Juni 2009 freigeschaltete Portal.

Struktur und Angebote

Das Portal besteht aus zwei Teilbereichen: dem Zeitzeugenbereich „Geschichte erinnern“ und dem Ressourcenbereich „Unterricht gestalten“.

Der Zeitzeugenbereich ist als Onlinedatenbank aufgebaut. Ein Teil der Datenbank ist frei zugänglich. Für das vollständige Angebot ist eine Registrierung notwendig. Registrieren dürfen sich Vertreter von Organisationen der schulischen und außerschulischen Bildungsarbeit sowie Medienvertreter; Privatpersonen können sich nicht registrieren.

Die Zeitzeugen werden mit biographischen Informationen, einem Kurzportrait und Fotos vorgestellt. Die Recherche ist nach Bundesland und Schlagworten möglich. So lassen sich Personen zu Themen wie Flucht und Ausreise, Bürgerrechtsbewegung, Kirche oder Hafterfahrungen finden. Über ein Onlineformular können Nutzer direkt Kontakt zu den Zeitzeugen aufnehmen.

Der Ressourcenbereich umfasst die Rubriken Schwerpunkte, Unterrichtsmaterialien, Exkursionen, Filme und Bücher sowie Links. In den Schwerpunkten und Unterrichtsmaterialien finden Lehrer und Schüler kompaktes didaktisches Lehr- und Lernmaterial sowie Tipps für die Vorbereitung und Arbeit mit Zeitzeugen. Die Materialien behandeln insbesondere die Friedliche Revolution 1989/90, den Mauerbau und die Grenze sowie den Volksaufstand vom 17. Juni 1953.

Die Rubrik Exkursionen verweist auf Erinnerungsorte, Dokumentationszentren, Museen und Grenzorte, die für Schülerprojekte und Klassenfahrten geeignet sind. Unter „Filme und Bücher“ werden wichtige Dokumentar- und Spielfilme kurz beschrieben. Außerdem gibt es Überblicksdarstellungen und Monographien zu den Schwerpunktthemen. Ausgewählte Links führen zu Angeboten wichtiger Institutionen der historisch-politischen Bildungsarbeit in Deutschland.

Ergänzt wird das Angebot durch einen historischen Kalender. Er erinnert täglich an Ereignisse, die sich „Heute vor 50 Jahren“ ereignet haben.

Vertretene Zeitzeugen

Im Portal sind unter anderem Hartmut Büttner, Benedikt Dyrlich, Ralf Geisthardt, Gisela Kallenbach, Hans-Jochen Tschiche und Thomas Welz vertreten. Ihre Porträts stehen beispielhaft für die persönliche Auseinandersetzung mit der deutschen Teilung, der SED-Diktatur und deren Überwindung. Über die Datenbank können Bildungs- und Medieneinrichtungen passende Zeitzeugen nach Themen und Bundesland recherchieren.

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