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Yves Chauvin
Yves Chauvin (* 10. Oktober 1930 in Menen, Belgien; † 28. Januar 2015 in Tours, Frankreich) war ein französischer Chemiker und Träger des Nobelpreises für …
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Leben und wissenschaftlicher Werdegang
Yves Chauvin (* 10. Oktober 1930 in Menen, Belgien; † 28. Januar 2015 in Tours, Frankreich) war ein französischer Chemiker. Er studierte an der École Supérieure de Chimie Industrielle de Lyon, heute CPE Lyon, und schloss das Studium 1954 ab. Fast sein gesamtes wissenschaftliches Leben arbeitete er am Institut Français du Pétrole (IFP) in Rueil-Malmaison bei Paris. Mitte der 1990er Jahre ging er in den Ruhestand und blieb bis zu seinem Tod Directeur de recherche honoraire, also Forschungsdirektor ehrenhalber. Seit 1996 war er Mitglied der Académie des sciences.
Chauvin lebte zurückgezogen in Tours. Er war verheiratet; seine Frau starb 2004. Chauvin starb am 28. Januar 2015 im Alter von 84 Jahren in Tours.
Olefinmetathese und Nobelpreis
Chauvins zentrale wissenschaftliche Leistung war die genaue Beschreibung der Olefinmetathese im Jahr 1970. Olefine, auch Alkene genannt, sind dabei Ausgangsstoffe, aus denen andere Olefine synthetisiert werden. Das Verfahren beruht auf einer katalytischen Umwandlung: Ein Katalysator ermöglicht, dass die Bestandteile von Olefinen neu angeordnet und zu anderen Olefinen verbunden werden.
Erst 1990 entwickelte Richard R. Schrock einen chemisch eindeutig bestimmten Katalysator für dieses Verfahren. 1992 entwickelte Robert Grubbs den luftstabilen Grubbs-Katalysator. Dadurch konnte die Olefinmetathese in der chemischen Industrie eingesetzt werden. Für seine Erkenntnisse erhielt Chauvin im Dezember 2005 gemeinsam mit Schrock und Grubbs den Nobelpreis für Chemie.
Zunächst bezeichnete Chauvin die Nobelpreisverleihung als „ausgesprochen peinlich“ und kündigte an, der Feier am 10. Dezember 2005 in Stockholm fernzubleiben. Später nahm er dennoch teil. Am 8. Dezember 2005 hielt er an der Stockholmer Universität seine Nobelvorlesung.
Ausgewählte Veröffentlichungen
Zu Chauvins Veröffentlichungen gehören Arbeiten zur Polymerisation, zur Dimerisierung von Propylen und Alkenen sowie zur katalytischen Umwandlung von Olefinen:
- 1964 veröffentlichte er mit A. Martinato und G. Lefebvre „Kinetic aspects of the ‚period of adjustment‘ during polymerization (of propylene) with titanium trichloride-triethylaluminium“ in Compt. Rend., Band 258, Nr. 17, S. 4271–4273.
- 1967 erschien mit M. Uchino und G. Lefebvre „Dimerization of propylene by nickel complexes“ in Compt. Rend. C, Band 265, Nr. 2, S. 103–106.
- 1971 veröffentlichte Chauvin gemeinsam mit J. L. Herisson „Catalysis of olefin transformations by tungsten complexes. II. Telomerization of cyclic olefins in the presence of acyclic olefins“ in Die Makromolekulare Chemie, Band 141, S. 161–176. Wegen eines typographischen Fehlers im Original wird diese Veröffentlichung gelegentlich mit 1970 als Erscheinungsjahr zitiert.
- 1990 folgte mit B. Gilbert und I. Guibard „Catalytic dimerization of alkenes by nickel complexes in organochloroaluminate molten salts“ in Chem. Comm., Band 23, S. 1715–1716.
- 2003 veröffentlichte er mit L. Magna, G. P. Niccolai und J.-M. Basset eine Arbeit über die Bedeutung von Imidazolium-Substituenten bei ionischen Flüssigkeiten als Lösungsmittel für die palladiumkatalysierte Telomerisation von Butadien mit Methanol. Sie erschien in Organometallics, Band 22, Nr. 22, S. 4418–4425.