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Windrose

Die Windrose ist ein grafisches Mittel zur Darstellung von Himmelsrichtungen. Sie wird zur Orientierung auf geografischen Karten benutzt und ist als …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Bedeutung und Aufbau
  2. 2. Benennung und Entwicklung
  3. 3. Verwendung als Gestaltung und Richtungsanzeige
  4. 4. Dichtung und Heraldik

Bedeutung und Aufbau

Eine Windrose ist eine grafische Darstellung von Himmelsrichtungen. Sie dient auf geografischen Karten zur Orientierung und ist als Kompassrose häufig Teil eines Kompasses. Eine Kompassrose ist dabei eine Windrose auf einem Kompass.

Windrosen können unterschiedlich fein eingeteilt sein, etwa in 16 oder 32 Richtungen. Meist werden jedoch nur vier oder acht Richtungen beschriftet. Grundsätzlich genügt die Kennzeichnung der Nordrichtung. Eine Windrose mit 32-Strich-Teilung kann alle Richtungen bezeichnen.

Benennung und Entwicklung

Der Name „Windrose“ erinnert daran, dass Richtungen ursprünglich durch Windnamen angegeben wurden: Himmelsrichtungen wurden früher oft nach Winden benannt. Der Bestandteil „Rose“ bezieht sich auf die früher oft kunstvolle Gestaltung auf Karten. Ältere Quellen verwenden gelegentlich stella maris („Stern des Meeres“), bezogen auf die nautische Verwendung.

In der Antike und zunächst auch im Mittelalter zeigten Windrosen vor allem Windrichtungen. Sie veranschaulichten Windsysteme mit meist zwölf oder acht Winden. Erst im Spätmittelalter entstand im Mittelmeerraum die moderne Windrose, welche auf Karten und Kompassen Himmelsrichtungen anzeigt. Acht Richtungen trugen damals Windnamen wie Tramontana oder Scirocco.

Auf einer Karte von Jorge de Aguiar aus dem Jahr 1492 zeigt eine Windrose die weitere Entwicklung: Sie ist kunstvoll ausgeführt, hat bis zu 32 Richtungen und verwendet statt Windnamen Himmelsrichtungen, beispielsweise oeste für Westen und norte für Norden.

Verwendung als Gestaltung und Richtungsanzeige

Windrosen werden auch dekorativ verwendet, zum Beispiel an Fassaden, auf Plätzen, auf Böden und gelegentlich in privaten Wohnhäusern. Beispiele sind der Petersplatz im Vatikan und das Padrão dos Descobrimentos in Lissabon.

Als altes Gestaltungselement an Gebäuden sitzt die Windrose häufig auf einer Dachspitze. Zusammen mit einer Windfahne oder einem anderen Windrichtungsgeber kann sie die aktuelle Windrichtung anzeigen. Auf der NATO-Flagge steht die Windrose für den gemeinsamen Kurs der Mitgliedstaaten.

Dichtung und Heraldik

Franz Lorenz spielt in einem Distichon auf eine Windrose mit 32-Strich-Einteilung an. Das Gedicht beschreibt ein Orlogschiff, das „zweiunddreißig Gebietern“ dient, während der Steuermann vom Wind abhängig ist.

In der Heraldik, der Wappenkunde, ist die Windrose eine gemeine Figur, also eine bildliche Wappenfigur. Sie kommt nicht häufig vor und wird durch übereinander gelegte Sterne dargestellt. Die Nordrichtung wird nur selten besonders hervorgehoben.

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