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Wilhelm Bürklin

... Wertewandel sowie der politischen Entwicklung in Ostasien. ... Wählerverhalten und Wertewandel (= Grundwissen Politik, Bd. 3). Leske + …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Person und Fachgebiet
  2. 2. Akademischer und beruflicher Weg
  3. 3. Forschungsschwerpunkte
  4. 4. Ausgewählte Werke
  5. 5. Aufsätze und Themenbeispiele

Person und Fachgebiet

Wilhelm Philipp Bürklin (* 1949) ist ein deutscher Politikwissenschaftler. Politikwissenschaft untersucht politische Systeme, Parteien, Wahlen, Machtverhältnisse und politische Einstellungen. Bürklin ist vor allem durch Arbeiten zu Wahlverhalten, Parteiensystem, Elitenforschung, politischem Wertewandel und politischen Entwicklungen in Ostasien bekannt.

Akademischer und beruflicher Weg

Bürklin studierte Politikwissenschaft an der Universität Mannheim. Dort promovierte er 1984 bei Rudolf Wildenmann. Eine Promotion ist die wissenschaftliche Arbeit, mit der man den Doktortitel erwirbt.

Danach arbeitete Bürklin als wissenschaftlicher Mitarbeiter von Werner Kaltefleiter am Institut für Politische Wissenschaft der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Dort habilitierte er sich 1991. Die Habilitation ist eine weitere wissenschaftliche Qualifikation, die häufig Voraussetzung für eine Professur ist.

Von 1992 bis 2002 war Bürklin Professor für Politikwissenschaft an der Universität Potsdam. Anschließend arbeitete er in der Geschäftsführung des Bundesverbands deutscher Banken beziehungsweise der Gesellschaft für Bankpublizität.

Forschungsschwerpunkte

Bürklins Veröffentlichungen behandeln besonders das Wahlverhalten, also die Frage, wie und warum Menschen bei Wahlen bestimmte Parteien oder Kandidaten wählen. Dazu gehören auch Untersuchungen zu jungen Wählern, älteren Wählern, Arbeitslosigkeit und Wahlentscheidungen sowie zu Parteien wie den Grünen oder der CDU.

Ein weiterer Schwerpunkt ist das Parteiensystem. Damit ist die Struktur der Parteien in einem politischen System gemeint, etwa welche Parteien wichtig sind, wie sie miteinander konkurrieren und wie sich neue Parteien auf bestehende Mehrheiten auswirken.

Bürklin beschäftigte sich außerdem mit Elitenforschung. Politische Eliten sind Personen oder Gruppen, die in Politik und Gesellschaft besonders viel Einfluss haben. In seinen Arbeiten geht es unter anderem um Rekrutierung, Integration, Generationenwandel und Wertorientierungen von Eliten in Deutschland.

Ein wichtiges Thema ist auch der politische Wertewandel. Damit sind Veränderungen in gesellschaftlichen und politischen Wertvorstellungen gemeint, zum Beispiel Einstellungen zu Demokratie, Parteien, gesellschaftlicher Beteiligung oder politischen Konfliktlinien. Bürklin untersuchte solche Veränderungen im vereinigten Deutschland und verglich dabei auch ost- und westdeutsche politische Kulturen.

Daneben veröffentlichte er zur politischen Entwicklung in Ostasien, unter anderem zu Taiwan sowie zu Hongkong, Singapur, Taiwan und Südkorea.

Ausgewählte Werke

Zu Bürklins Monographien und größeren Buchveröffentlichungen gehören unter anderem „Grüne Politik. Ideologische Zyklen, Wähler und Parteiensystem“ von 1984, seine Dissertation an der Universität Mannheim, sowie „Wählerverhalten und Wertewandel“ von 1988, das 1998 in zweiter Auflage erschien.

Gemeinsam mit Vera Gemmecke veröffentlichte er 1990 „Die Republik China – auf dem Wege zur Demokratie? Ein Bericht über die Wahlen vom 2. Dezember 1989 in Taiwan“. Seine Habilitationsschrift an der Universität Kiel erschien 1993 unter dem Titel „Die vier kleinen Tiger. Die pazifische Herausforderung; Hongkong, Singapur, Taiwan, Südkorea“.

Weitere wichtige Titel sind „Eliten in Deutschland. Rekrutierung und Integration“ von 1997, gemeinsam mit Hilke Rebenstorf, sowie „Die Mitglieder der CDU“ von 1997, gemeinsam mit Viola Neu und Hans-Joachim Veen. Außerdem war Bürklin an Sammelbänden beteiligt, etwa „Das Superwahljahr. Deutschland vor unkalkulierbaren Regierungsmehrheiten?“ von 1994.

Aufsätze und Themenbeispiele

Die aufgeführten Aufsätze zeigen die Breite von Bürklins Forschung. Frühe Arbeiten behandeln studentisches Demokratieverständnis, die Grünen und die „Neue Politik“, Arbeitslosigkeit und Wahlverhalten sowie Beiträge der Zyklentheorie zur sozialwissenschaftlichen Theoriebildung.

In den 1990er Jahren schrieb Bürklin unter anderem über politische Konfliktlinien im vereinten Deutschland, über Wertewandel und Gestaltungsmöglichkeiten etablierter Parteien, über ost- und westdeutsche Eliten sowie über politische Eliten in der Mediendemokratie.

Weitere Beiträge befassen sich mit der politischen Kultur im vereinigten Deutschland, mit Globalisierung als Chance für Wohlstand und Arbeitsplätze, mit Deutschland im Wandel sowie mit innerparteilicher Partizipation. Ein Beispiel dafür ist die „Potsdamer Parteimitgliederstudie 1998“, die als empirischer Test des Rational-Choice-Modells innerparteilicher Partizipation beschrieben wird. Empirisch bedeutet hier, dass Aussagen auf beobachtbaren Daten beruhen; Rational Choice bezeichnet ein Modell, das politisches Handeln als zweckorientierte Entscheidung erklärt.

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