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Walter Forster (Entomologe)

Walter Forster erwarb ein detailliertes Wissen der Literatur, der Artenkenntnis und der Historie auf entomologischem Gebiet. Während seiner Amtszeit wurden …

Inhalt2 Abschnitte
  1. 1. Leben und wissenschaftliche Tätigkeit
  2. 2. Schriften und Bedeutung für die Schmetterlingskunde

Leben und wissenschaftliche Tätigkeit

Walter Forster (*12. Juli 1910 in Hörbach bei Augsburg; †25. Dezember 1986) war ein deutscher Zoologe und Schmetterlingskundler. Sein wissenschaftlicher Schwerpunkt lag bei den Insekten, besonders bei Schmetterlingen. Durch seine Forschung, seine Museumsarbeit und den Ausbau bedeutender Sammlungen prägte er die Entomologie in München und Bayern.

Forster besuchte Schulen in Augsburg und Memmingen und legte 1930 das Abitur ab. Zunächst studierte er Staatswissenschaften, wechselte aber nach einem Jahr zur Zoologie. Er begann sein Studium in Königsberg und beendete es in München. 1936 promovierte er bei Hans Krieg über ein Thema der Bläulinge (Lycaenidae), einer Schmetterlingsfamilie.

Anschließend arbeitete Forster an der Zoologischen Staatssammlung München. Zunächst war er außerplanmäßiger Mitarbeiter, ab 1943 wissenschaftlicher Assistent. Während des Zweiten Weltkriegs setzte er sich dafür ein, die Sammlungsbestände auszulagern und dadurch vor Zerstörung zu bewahren. Teile der Sammlung wurden nach Freising, in das Kloster Polling, nach Neu Egling bei Murnau und nach Ohlstadt gebracht. Die Bestände in Ohlstadt betreute Forster von August 1943 bis zu seiner Entlassung durch die Militärregierung im Oktober 1945.

Das Gebäude der Zoologischen Staatssammlung in der Alten Akademie in der Münchner Neuhauserstraße wurde in der Nacht zum 25. April 1944 durch Bomben nahezu vollständig zerstört. Nach dem Krieg war die Sammlung zunächst provisorisch im Nordflügel des Nymphenburger Schlosses untergebracht. Nach dem Abschluss seines Entnazifizierungsverfahrens im Frühjahr 1947, das mit der Einstufung als „Mitläufer“ endete, erhielt Forster wieder eine Stelle an der Zoologischen Staatssammlung. 1949 wurde er Konservator. 1949/1950 nahm er außerdem an der Deutschen Anden Kundfahrt unter Leitung von Hans Ertl teil.

Von 1957 an leitete Forster als Abteilungsdirektor die entomologische Abteilung. Von 1965 bis 1975 war er Direktor der Zoologischen Staatssammlung. In seiner Amtszeit wurden deren Insektensammlungen zu bedeutenden Beständen unter den großen Naturkundemuseen ausgebaut. Schwerpunkte waren Schmetterlinge (Lepidoptera), Käfer (Coleoptera), Hautflügler (Hymenoptera) und Zweiflügler (Diptera). Außerdem vergrößerte Forster die Bibliothek der Sammlung.

Forster war eng mit der Münchner Entomologischen Gesellschaft verbunden. Er war viele Jahre Schriftleiter ihrer Mitteilungen, wurde 1943 Sekretär und war von 1961 bis 1985 ihr 1. Vorsitzender. 1951 gründete er das „Nachrichtenblatt der bayerischen Entomologen“. 1962 rief er den Bayerischen Entomologentag ins Leben, der seitdem jährlich in München stattfindet. Wissenschaftliche Reisen führten ihn unter anderem nach Südosteuropa, Südamerika, Ostafrika und Iran. Außerdem unterstützte er das unter Walter Hellmich an der Zoologischen Staatssammlung angesiedelte Forschungsunternehmen in Nepal und im Himalaja. Forster verfügte über umfassende Kenntnisse der entomologischen Literatur, der Arten und der Geschichte seines Fachgebiets. Er war verheiratet und hatte drei Kinder.

Schriften und Bedeutung für die Schmetterlingskunde

Forsters bedeutendstes Werk war das gemeinsam mit Theodor A. Wohlfahrt entstandene fünfbändige Werk „Die Schmetterlinge Mitteleuropas“. Zwischen 1954 und 1981 verfasste Forster die Texte, während Wohlfahrt die Zeichnungen und Aquarelle der Falter beisteuerte. Das Werk wurde zu einem Standardwerk für die Bestimmung von Tag- und Nachtschmetterlingen.

Die einzelnen Bände behandeln:

  • Band 1, „Biologie der Schmetterlinge“ (1954)
  • Band 2, „Tagfalter“ (Rhopalocera und Hesperiidae, 1955)
  • Band 3, „Spinner und Schwärmer“ (Bombyces und Sphinges, 1960)
  • Band 4, „Eulen“ (Noctuidae, 1971)
  • Band 5, „Spanner“ (Geometridae, 1981)

Die Texte zu den Arten sind teilweise kurz. Fast jede Art wird jedoch mit einer Beschreibung ihrer ersten Stände vorgestellt; dabei nennt Forster auch die wichtigsten Futterpflanzen der Raupen. Taxonomisch, also hinsichtlich der wissenschaftlichen Einordnung und Benennung der Arten, entspricht das Werk dem Forschungsstand der 1950er bis 1970er Jahre.

Forster übersetzte und bearbeitete außerdem die deutsche Ausgabe von „Die Tagfalter Europas und Nordwestafrikas“, deren englischer Originaltitel „A field guide to the butterflies of Britain and Europe“ lautet. Die Autoren des Originals waren Lionel O. Higgins und Norman D. Riley. Forster richtete die Darstellung stärker auf gesamteuropäische statt auf britische Verhältnisse aus und berücksichtigte neue taxonomische Erkenntnisse. 1959 übersetzte er außerdem „Living Insects of the World“ von Alexander Barrett Klots und Elsie Broughton Klots unter dem deutschen Titel „Knaurs Tierreich in Farben: Insekten“.

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