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Vajrapani

Vajrapani gilt als die Verkörperung der Tatkraft aller Buddhas. Daher wird er meist in stehender, zornvoller Haltung abgebildet, die seine Aktivität …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Grundbedeutung
  2. 2. Herkunft und frühe Darstellungen
  3. 3. Symbolik und Funktion
  4. 4. Formen und Bildmotive
  5. 5. Tantrische Überlieferung

Grundbedeutung

Vajrapani, Sanskrit vajirapāṇi, tibetisch Chagna Dorje, Wylie phyag na rdo rje, bedeutet „Halter des Vajra“. Er ist einer der „acht großen Bodhisattvas“ des Mahayana-Buddhismus. Ein Bodhisattva ist im Mahayana ein Wesen, das auf Erleuchtung ausgerichtet ist und anderen Wesen auf diesem Weg hilft.

Besonders wichtig ist Vajrapani im tibetischen Buddhismus. Dort wird er angerufen, gilt auch als „Herr der Geheimnisse“ und gehört zur Vajra-Buddhafamilie. Der Vajra ist ein wichtiges buddhistisches Symbol; im Artikel wird er mit dem aus Indras Blitzzepter entwickelten Vajra verbunden.

Herkunft und frühe Darstellungen

Nach einer Theorie soll Vajrapani vom indischen Regen- und Kriegsgott Indra abgeleitet sein. Aus Indras Blitzzepter habe sich demnach der Vajra entwickelt.

In frühen, griechisch beeinflussten Darstellungen aus Gandhara, ab dem 1. Jh. u. Z., erscheint Vajrapani noch als eine Art Leibwächter des historischen Buddha. Diese Darstellung erinnert an Herakles: Vajrapani wird als muskulöser und bärtiger Mann gezeigt, und sein Vajra sieht eher wie eine große Keule aus. Seine heutige Form entstand erst später unter dem Einfluss des Vajrayana.

Symbolik und Funktion

Vajrapani gilt als Verkörperung der Tatkraft aller Buddhas. Deshalb wird er meist stehend und in zornvoller Haltung dargestellt. Diese Haltung steht nicht für gewöhnliche Wut, sondern für aktive, kraftvolle buddhistische Wirksamkeit.

Seine Tatkraft enthält nach dem Artikel auch einen großen Aspekt von Weisheit. Diese Weisheit wird durch das dritte Auge und durch die Weisheits-Flammen um ihn herum dargestellt. Schlangen, die in vielen Darstellungen um seinen Hals hängen, symbolisieren seinen durch Weisheit kontrollierten Zorn.

Formen und Bildmotive

In einer friedlichen Form erscheint Vajrapani zweiarmig zusammen mit dem Bodhisattva Padmapani an der Seite von Buddha Amitabha im Reinen Land von Dewachen.

Häufig wird er aber in zornvoller Form dargestellt: Er hält den Vajra in der rechten Hand und eine Fangschlinge in der linken Hand. Umgeben ist er dabei oft von einem Feuerkranz. In dieser Form ist er auch als „Herr der Geheimnisse“ bekannt, tibetisch gsang bdag phyag rdor, Sanskrit Guhyapati.

Tantrische Überlieferung

Der Artikel berichtet, dass Buddha Vajrapani in der Form als „Herr der Geheimnisse“ auf dem Berg Malaya nach dem Tod Buddhas die Tantras an sechs Wesen der sechs Bereiche übermittelt haben soll. Tantras sind im buddhistischen Zusammenhang besondere Lehrtexte und Praxisformen, die vor allem mit dem Vajrayana verbunden sind.

Sein Bereich wird Changlochen genannt. Der Artikel enthält außerdem den Hinweis, dass er nicht hinreichend mit Belegen ausgestattet ist; einige Angaben sind daher als nicht ausreichend belegt gekennzeichnet.

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