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Thoas (König von Tauris)
Thoas, der König der Taurer, ist sowohl bei Euripides in Iphigenie bei den Taurern als auch in Goethes Iphigenie und Glucks Oper Iphigenie auf Tauris eine …
Thoas und die Sage von Tauris
Thoas, altgriechisch Θόας („der Schnelle“), ist eine Gestalt der griechischen Mythologie. Als Sohn des Borysthenes herrschte er als König über die Taurer auf der Halbinsel Krim, einem Nachbarvolk der Skythen. In seinem Land wurde die Göttin Artemis verehrt.
Im Königreich des Thoas galt der grausame Brauch, am Ufer gestrandete Fremde der Artemis zu opfern. Iphigenie war von Artemis vor dem Opfertod gerettet und als Priesterin in das Land der Taurer versetzt worden. Als Orestes und Pylades an der Küste landeten, sollten sie im Tempel geopfert werden. Iphigenie erkannte jedoch in Orestes ihren Bruder, befreite ihn und Pylades und floh gemeinsam mit ihnen übers Meer. Dabei nahmen sie das Standbild der Artemis mit.
Chryses verfolgte die Fliehenden, um das gestohlene Artemisstandbild zurückzubringen. Thoas wollte Orestes und Pylades ebenfalls verfolgen, wurde daran jedoch von Athene gehindert. Als Chryses die drei eingeholt hatte, erfuhr er, dass Orestes sein Halbbruder war. Deshalb kehrte er unverrichteter Dinge zu Thoas zurück und tötete ihn. Für das Artemisstandbild wurde eigens ein Tempel der Artemis in Argos errichtet.
Thoas gehört zu den Hauptfiguren von Euripides’ Tragödie „Iphigenie bei den Taurern“, Goethes „Iphigenie“ und Glucks Oper „Iphigenie auf Tauris“.