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Thermoisoplethendiagramm

Das Thermoisoplethendiagramm () ist ein Klimadiagramm, das die Tageskurven der Lufttemperatur im Verlauf eines Jahres an einem Ort zeigt.

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Kernidee und Nutzen
  2. 2. Aufbau des Diagramms
  3. 3. Isoplethen und Zusatzlinien
  4. 4. Interpretation der Linienverläufe
  5. 5. Typische Formen und Schwankungen

Kernidee und Nutzen

Ein Thermoisoplethendiagramm ist ein Klimadiagramm, das die Tageskurven der Lufttemperatur im Verlauf eines Jahres an einem Ort zeigt. Es macht gleichzeitig sichtbar, wie sich die Temperatur im Laufe eines Tages und im Laufe eines Jahres verändert. Dadurch kann man unter anderem erkennen, ob an einem Ort eher ein Jahreszeitenklima oder ein Tageszeitenklima vorliegt.

Wie bei einem normalen Klimadiagramm liefert auch die Temperaturamplitude des Jahres Hinweise auf die geographische Lage und auf den Klimatyp, zum Beispiel Seeklima oder Kontinentalklima. Der besondere Vorteil gegenüber einem normalen Klimadiagramm ist, dass man nächtliche Tiefstwerte, Tageshöchstwerte und auch die dazwischen gemessenen Temperaturwerte im Tagesverlauf einzeln ablesen kann.

Aufbau des Diagramms

In der Überschrift stehen der Ortsname oder der Name der meteorologischen Station sowie Koordinaten und Höhe über dem Meeresspiegel. Auf der Rechtsachse stehen die Anfangsbuchstaben der zwölf Monate. Auf der Nordhalbkugel beginnt die Darstellung mit Januar. Für die Südhalbkugel kann auch Juli als erster Monat gewählt werden, damit Dezember und Januar als Sommermonate in der Mitte liegen. In den Tropen kann das Jahr wahlweise mit Januar oder Juli beginnen, weil es dort keinen Winter gibt.

Auf der Hochachse stehen von oben nach unten die 24 Stunden eines Tages. Grundlage des Diagramms sind die Lufttemperaturen, die zu vielen Zeitpunkten im Tagesverlauf gemessen werden; verwendet werden Mittelwerte der Stundentemperaturen des Tages.

Isoplethen und Zusatzlinien

Im Diagramm werden benachbarte Punkte gleicher Temperatur durch Linien verbunden. Diese Linien heißen Isoplethen und ähneln Höhenlinien auf einer topographischen Karte. Zur besseren Übersicht werden verschiedene Temperaturbereiche farblich hervorgehoben. Einige Isoplethen werden meist fett gedruckt und beschriftet.

Zusätzliche Linien können weitere Informationen zeigen: Bei außertropischen Stationen markieren Strich-Punkt-Linien die Zeitpunkte von Sonnenaufgang und Sonnenuntergang. In den Polarzonen zeigen sie die Dauer von Polartag und Polarnacht. Liegt die Station zwischen den Wendekreisen, markieren senkrecht gestrichelte Linien den Zenitstand der Sonne. Waagerecht gestrichelte Linien bei 6, 12 und 18 Uhr dienen nur dazu, das Diagramm leichter abzulesen.

Interpretation der Linienverläufe

Für die Interpretation ist vor allem der Verlauf der Isoplethen wichtig. Verlaufen sie fast parallel zur Tageszeitenachse, also vertikal, verändert sich die Temperatur im Tageslauf nur wenig, während es im Jahresverlauf größere Schwankungen gibt. Das nennt man ein thermisches Jahreszeitenklima.

Verlaufen die Isoplethen dagegen weitgehend parallel zur Monatsachse, also horizontal, ist es umgekehrt: Die größten Temperaturschwankungen treten zwischen Tag und Nacht auf, während die Temperaturen über das Jahr fast konstant bleiben. Dann spricht man von einem Tageszeitenklima.

Typische Formen und Schwankungen

Doppelt ellipsenförmige Isoplethen, also eine Form wie eine „liegende Acht“, weisen auf einen zweimaligen Durchlauf des Zenitstands hin. Das kommt nur in den inneren Tropen vor. Kreisähnliche Isoplethen bedeuten, dass sowohl tageszeitliche als auch jahreszeitliche Temperaturunterschiede auftreten; dies ist typisch für gemäßigte Breiten.

Ein Hinweis auf die Stärke der Temperaturschwankung ist die Isoplethendichte: Je mehr Isoplethen vorhanden sind, desto größer ist die Schwankung der Temperatur.

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