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The Wailers
Sie gilt mit über 75 Millionen verkauften Tonträgern als eine der kommerziell erfolgreichsten Band der Welt, vor allem im Bereich der Reggaemusik. The Wailers.
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Überblick und Bedeutung
The Wailers sind eine jamaikanische Band, die seit 1963 aktiv ist und vor allem mit Bob Marley weltbekannt wurde. Sie trat unter mehreren Namen auf, darunter The Wailing Wailers, Bob Marley & The Wailers und heute The Wailers Band. Ihre Musik entwickelte sich vom Ska über Rocksteady zum Roots-Reggae, einer Form des Reggae, die eng mit gesellschaftlichen und spirituellen Themen verbunden ist.
Mit mehr als 75 Millionen verkauften Tonträgern gelten The Wailers als eine der kommerziell erfolgreichsten Bands der Welt und besonders als eine der bedeutendsten Reggaegruppen. Zu ihren bekanntesten Liedern gehören Simmer Down, One Love, Stir It Up, Trenchtown Rock und Get Up, Stand Up.
Gründung und musikalischer Durchbruch
Anfang der 1960er-Jahre gründeten Junior Braithwaite sowie die Begleitsängerinnen Beverley Kelso und Cherry Smith zunächst The Teenagers, die bald The Wailing Rudeboys hießen. Der Musiker Joe Higgs brachte Peter Tosh das Gitarrespielen bei und führte ihn mit Bob Marley und Bunny Wailer zusammen. Gemeinsam gründeten sie 1963 The Wailers, später auch The Wailing Wailers genannt.
Unter der Anleitung von Joe Higgs arbeitete die Gruppe an ihren Arrangements. Ende 1963 erhielt sie einen Vorsingtermin bei Coxsone Dodd im Studio One. Dort entstanden Aufnahmen wie Hoot Nanny Hoot und One Love. Mit Simmer Down erreichten The Wailers 1964 einen Nummer-eins-Hit in Jamaika; das Stück gehörte noch zum Ska.
1965 verließen Junior Braithwaite, Beverley Kelso und Cherry Smith die Band. Danach trennte sich die Gruppe von Clement Dodds Plattenfirma und wechselte zu Lee Perrys Upsetter Records. Obwohl diese Zusammenarbeit finanziell wenig erfolgreich war, entwickelte sie die Musiker künstlerisch weiter.
1969 beziehungsweise 1970 kamen die Brüder Aston „Family Man“ Barrett am Bass und Carlton „Charlie“ Barrett am Schlagzeug hinzu. Die Musik wandelte sich nun vom Ska über Rocksteady zum Roots-Reggae. 1972 endete die Zusammenarbeit mit Lee Perry. Anschließend schloss die Band einen Vertrag mit dem britischen Produzenten Chris Blackwell und dessen Label Island Records. Zudem gründete sie ihr eigenes Label Tuff Gong und richtete im Haus Bob Marleys in der Hope Road 56 ein Studio ein.
Am 13. April 1973 erschien Catch a Fire. Das Album gehörte zu den frühen wichtigen Roots-Reggae-Veröffentlichungen und trug dazu bei, Reggae international bekannt zu machen. Stücke wie Stir It Up, Trenchtown Rock und die von Marley und Tosh gemeinsam geschriebene Komposition Get Up, Stand Up begründeten den weltweiten Erfolg der Gruppe.
Trennung und Zeit mit Bob Marley
Mit dem internationalen Erfolg nahmen die Spannungen innerhalb der Band zu. Peter Tosh misstraute Chris Blackwell und sah Bob Marley immer stärker als alleinigen Star hervorgehoben. Auf dem Album Burnin’, das im Oktober 1973 erschien, durften Tosh und Bunny Wailer überwiegend nur noch als Begleitsänger auftreten. Die Konflikte führten 1974 zur Trennung; Tosh verließ die Gruppe, während Wailer Marley freundschaftlich verbunden blieb.
Für die neue Besetzung wurde das Gesangstrio I-Threes gebildet. Es bestand aus Rita Marley, Marcia Griffiths und Judy Mowatt. Zusammen mit weiteren Musikern unterstützte es Bob Marley bis 1981. Zur festen Besetzung dieser Phase gehörten unter anderem Aston Barrett am Bass, Carlton Barrett am Schlagzeug, Earl Lindo und Tyrone Downie an Tasteninstrumenten, Al Anderson und Junior Marvin an der Leadgitarre sowie Alvin „Seeco“ Patterson an der Perkussion.
Zwischen 1974 und 1981 veröffentlichte die Gruppe mehrere international erfolgreiche Alben. Dazu zählen Natty Dread, Rastaman Vibration, Exodus, Kaya, Survival und Uprising. Bob Marley blieb bis zu seinem Tod 1981 Leadsänger, Rhythmusgitarrist und zentrale Figur der Band.
Fortbestehen als The Wailers Band
Nach Bob Marleys Tod 1981 setzte die Gruppe ihre Konzerttätigkeit als The Wailers Band fort. Sie veröffentlichte danach laut Artikel nur noch Jérusalem, ein gemeinsam mit Alpha Blondy entstandenes Album. Bei ihren Auftritten spielt die Band vor allem ältere Lieder aus der Zeit mit Marley. Außerhalb der Reggaeszene verlor sie ohne ihren früheren Frontmann jedoch stark an öffentlicher Bedeutung.
Die Besetzung wechselte seit 1963 auf fast allen Positionen mehrfach. Nach 1981 übernahmen Junior Marvin von 1981 bis 1997 und erneut von 2005 bis möglicherweise 2022 sowie Gary „Nesta“ Pine von 1997 bis 2005 den Leadgesang. Seit 2022 wird Mitchell Brunings als Leadsänger genannt. Aston Barrett spielte bis 2024 Bass; Al Anderson an der Leadgitarre, Earl Lindo an Keyboard und Orgel sowie Alvin Patterson an der Perkussion werden als weiterhin aktive Mitglieder aufgeführt.
Mehrere frühere Mitglieder starben gewaltsam: Carlton Barrett und Peter Tosh wurden 1987 erschossen. Als mögliche Hintergründe nennt der Artikel private oder finanzielle Streitigkeiten sowie politische Motive. Junior Braithwaite wurde am 2. Juni 1999 ermordet. Der Geschichtsabschnitt des Artikels ist als nicht hinreichend mit Belegen versehen gekennzeichnet; einzelne Angaben sind daher nur eingeschränkt abgesichert.
Wichtige Alben und Erfolge
Die frühen Studioalben waren The Wailing Wailers, erstmals veröffentlicht am 15. Oktober 1965, Soul Rebels vom Dezember 1970, Soul Revolution Part II vom Juli 1971 und The Best of The Wailers vom 23. August 1971. Letzteres erschien auch unter Titeln wie Cheer Up, In the Beginning, Reggae!, Roots I, Shake Down und Soul Captives.
Catch a Fire vom 13. April 1973 erreichte Platz 171 in den USA und verkaufte sich mehr als 207.500-mal. Burnin’ vom 19. Oktober 1973 erreichte Platz 151 in den USA, erhielt dort und im Vereinigten Königreich Gold und kam auf mehr als 700.000 Verkäufe. Natty Dread erschien am 25. Oktober 1974 und erreichte Platz 43 im Vereinigten Königreich sowie Platz 92 in den USA.
Rastaman Vibration vom 30. April 1976 erreichte Platz 15 im Vereinigten Königreich und Platz 8 in den USA. Besonders erfolgreich war Exodus vom 3. Juni 1977: Das Album kam im Vereinigten Königreich auf Platz 8, in den USA auf Platz 20 und verkaufte sich mehr als 1.880.000-mal. Kaya vom 23. März 1978 erreichte Platz 4 im Vereinigten Königreich und mehr als 1.760.000 Verkäufe.
Survival erschien am 2. Oktober 1979 und erreichte Platz 40 in Deutschland, Platz 20 im Vereinigten Königreich und Platz 70 in den USA. Uprising vom 10. Juni 1980 erreichte Platz 5 in Deutschland, Platz 6 in Österreich und im Vereinigten Königreich sowie Platz 45 in den USA; die Verkäufe lagen bei mehr als 1.635.000. Das nach Marleys Tod veröffentlichte Confrontation erschien am 23. Mai 1983, erreichte Platz 5 im Vereinigten Königreich und verkaufte sich mehr als 700.000-mal.
Internationale Tourneen
Die internationalen Tourneen begleiteten jeweils wichtige Alben und trugen zur weltweiten Verbreitung des Reggae bei. 1973 führten die Catch a Fire Tour durch England und die USA sowie die Burnin Tour durch die USA, Jamaika und England. Die Natty Dread Tour von Juni bis Juli 1975 umfasste die USA, Kanada und England.
Auf der Rastaman Vibration Tour von April bis Juni 1976 spielte die Band in Nordamerika und mehreren europäischen Ländern, darunter Deutschland. Die Exodus Tour 1977 und die Kaya Tour 1978 führten durch zahlreiche europäische Länder sowie teilweise durch die USA und Kanada. Die Babylon by Bus Tour 1979 erreichte Japan, Neuseeland, Australien und Hawaii. Die Survival Tour von Oktober 1979 bis Januar 1980 führte unter anderem in die USA, nach Kanada, Trinidad und Tobago, auf die Bahamas und nach Gabun.
Die Uprising Tour von Mai bis September 1980 umfasste viele europäische Länder und die USA. In Deutschland trat die Gruppe unter anderem in München, Köln, Kaiserslautern, Hamburg, West-Berlin und Kassel auf. Am 13. Juni 1980 spielte sie außerdem im WDR-Rockpalast in Dortmund.