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Coxsone Dodd

Sein Studio One prägte die Musik Jamaikas vom Ska über den Rocksteady und Reggae bis zum Dancehall. Inhaltsverzeichnis. 1 Leben. 1.1 Erstes Auftreten als …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Bedeutung und Überblick
  2. 2. Anfänge als Sound-Man
  3. 3. Produzent und Studio One
  4. 4. Einfluss, Aufnahmen und spätere Anerkennung

Bedeutung und Überblick

Sir Coxsone Dodd, CD, eigentlich Clement Seymour Dodd, wurde am 26. Januar 1932 in Kingston geboren und starb dort am 4. Mai 2004. Er war ein bedeutender jamaikanischer Musikproduzent und beeinflusste die Entwicklung des Reggae maßgeblich. Sein 1963 gegründetes Studio One prägte Jamaikas Musik vom Ska über Rocksteady und Reggae bis zum Dancehall.

Seine besondere Bedeutung lag darin, das Sound-System, die Musikproduktion und die Vermarktung neuer Aufnahmen miteinander zu verbinden. Ein Sound-System ist eine mobile Anlage mit Plattenspielern und Lautsprechern, über die Musik bei Tanzveranstaltungen gespielt wird. Dodd nutzte solche Veranstaltungen zunächst als Wettbewerb um seltene Schallplatten und später als Möglichkeit, eigene Produktionen bekannt zu machen und die Reaktionen des Publikums zu prüfen.

Anfänge als Sound-Man

Dodd interessierte sich schon früh für Musik. Mitte der 1950er Jahre trat er mit seinem Sound-System Sir Coxsone Downbeat erstmals öffentlich hervor. Er spielte seltene Rhythm-and-Blues-Platten, die er von Aufenthalten als Erntehelfer in den USA mitgebracht hatte. Als Sound-Man, also Betreiber und musikalischer Leiter eines Sound-Systems, war er auf exklusive und möglichst neue Aufnahmen angewiesen, weil das Ansehen stark von der Zuschauergunst abhing.

Ein bekanntes Beispiel war die Platte Later For The Gator, die Dodd Ende der 1950er Jahre spielte. Sein wichtigster Konkurrent Duke Reid konnte sie selbst nach mehreren Reisen in die USA nicht finden. Die Aufnahme wurde deshalb zeitweise Coxsone Hop genannt. Erst neun Jahre später verriet jemand ihren wirklichen Titel, sodass auch Duke Reid sie in seinem Sound-System spielen konnte. Der Besitz solcher seltenen Platten steigerte Dodds Ansehen und verschaffte ihm einen Vorteil im Wettbewerb.

Produzent und Studio One

Als Rhythm and Blues in den USA verdrängt wurde, fehlten in Jamaika neue Platten mit den dort weiterhin beliebten Rhythmen. Die konkurrierenden Sound-Men begannen deshalb, selbst Musik zu produzieren. Sie suchten unter anderem in den Slums nach Talenten und wollten exklusive Aufnahmen für ihre eigenen Sound-Systems herstellen.

Dodd entwickelte daraus unter dem Einfluss eines Freundes eine Vermarktungsstrategie, die in Jamaika weiterhin üblich wurde. Zuerst entstand ein Dubplate, also eine zunächst nur in sehr kleiner Zahl hergestellte Aufnahme. Diese wurde über Sound-Systems bekannt gemacht, während die Produzenten die Reaktionen des Publikums beobachteten. Anschließend pressten sie zunächst wenige Singles, die zu einem vergleichsweise hohen Preis verkauft werden konnten. Bei anhaltendem Erfolg folgte eine Massenpressung, deren Verkauf sich auch zu niedrigeren Preisen lohnte. Diese Geschäftspraxis wurde ein wesentlicher Bestandteil der jamaikanischen Musikkultur und trug zur Herausbildung des Reggae bei.

1963 gründete Dodd im Westen Kingstons das Studio One. Noch im selben Jahr machten Bob Marley & The Wailers dort mit den Skatalites als Begleitband ihre ersten Aufnahmen. Nach der Auflösung der Skatalites im Sommer 1965 übernahmen nacheinander die Soul Brothers, die Soul Vendors, Sound Dimension und die Brentford All Stars die Rolle von Dodds Studioband.

Der Artikel bewertet die Gründe für Dodds Erfolg nicht ausschließlich positiv: Sein Einfluss wird weniger allein einem persönlichen Genie zugeschrieben als seiner Fähigkeit, besonders kreative Musiker wie Jackie Mittoo und Lee Perry um sich zu sammeln. Zugleich galt er als geschickter Geschäftsmann mit einem guten Gespür für den Wert und den richtigen Zeitpunkt einer Veröffentlichung. Ihm wurde aber auch vorgeworfen, seine Künstler ausgebeutet zu haben.

Einfluss, Aufnahmen und spätere Anerkennung

Bis zur Mitte der 1960er Jahre war Sir Coxsone Downbeat das bedeutendste Sound-System Jamaikas. Mit der Entstehung des Rocksteady gewann jedoch Dodds langjähriger Konkurrent Duke Reid wieder die musikalische Vormachtstellung. Beide förderten die Entwicklung der jamaikanischen Volksmusik; Studio One nahm langfristig dennoch den prominenteren Platz ein.

Zu Dodds Produktionen gehörten Aufnahmen verschiedener Entwicklungsphasen der jamaikanischen Musik. Frühe Beispiele sind Easy Snapping von Theophilus Beckford und On the Beach von Owen Gray aus dem Jahr 1959. Es folgten unter anderem Simmer Down von The Wailers & The Skatalites (1963), One Love von The Wailing Wailers (1965), I Am the Toughest von Peter Tosh (1967), Full Up von Sound Dimension (1968), Sunday Coming von Alton Ellis (1970), Crab Walking von Prince Jazzbo (1972) und Armagideon Time von Willie Williams (1977).

Prince Jazzbo bezeichnete Dodd als den besten Produzenten der Reggae-Branche. Er hob hervor, dass Dodd ihn bekannt gemacht und die Musikindustrie so gefestigt habe, dass Millionen von Menschen von ihr leben könnten.

Am 4. Mai 2004 starb Dodd während Arbeiten im Studio One an einem Herzinfarkt. Im Oktober 2007 erhielt er posthum den jamaikanischen Ehrenorden Order of Distinction im Rang eines Commanders.

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