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Tetraeder (Bottrop)

Das Haldenereignis Emscherblick, kurz Tetraeder, ist eine begehbare Aussichtsterrasse in Form einer dreiseitigen Pyramide auf der Halde Beckstraße im …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Überblick
  2. 2. Bau und Konstruktion
  3. 3. Aufstieg und Aussichtsplattformen
  4. 4. Halde und Aussicht
  5. 5. Mathematische Form
  6. 6. Kunstaktionen, Film und Sport

Überblick

Das Haldenereignis Emscherblick, meist kurz Tetraeder genannt, ist eine begehbare Aussichtsterrasse in Bottrop-Batenbrock. Sie steht auf der Halde Beckstraße und hat die Form einer dreiseitigen Pyramide. Der Tetraeder ist ein Wahrzeichen der Stadt Bottrop und gehört, wie andere Halden im Ruhrgebiet, zur Route der Industriekultur.

Die Stahlkonstruktion hat eine Seitenlänge von 60 m. Sie steht auf vier 9 m hohen Betonpfeilern und befindet sich auf der Kuppe der etwa 120 m über NN hohen Halde. Die Halde ragt ungefähr 90 m über das Umgebungsniveau hinaus. Bei klarer Sicht kann man den Tetraeder sogar vom Essener Hauptbahnhof aus erkennen.

Bau und Konstruktion

Der Tetraeder wurde als Landmarke der IBA Emscher Park entworfen. Architekt war Wolfgang Christ aus Darmstadt, der mit dem Tragwerksplaner Klaus Bollinger von Bollinger + Grohmann in Frankfurt zusammenarbeitete. Errichtet wurde das Bauwerk von der Rüter GmbH aus Dortmund. Eröffnet wurde das Haldenereignis Emscherblick am Tag der deutschen Einheit 1995.

Die Konstruktion besteht aus 210 Tonnen Stahl und aus Rohren mit einer Gesamtlänge von 1500 m. Weil sie auf vier Stahlbetonsäulen ruht, steht sie nicht direkt auf dem Boden. Dadurch wirkt sie besonders nachts, wenn sie beleuchtet ist, als würde sie schweben. An der Spitze befindet sich die Lichtskulptur Fraktal, gestaltet vom Düsseldorfer Künstler Jürgen LIT Fischer.

Die Kuppe der Halde wurde nach einem Entwurf von Wolfgang Christ als linsenförmige Vertiefung gestaltet. Vom Mittelpunkt dieser Senke aus ist die Industrie- und Stadtlandschaft des nördlichen Ruhrgebietes nicht mehr sichtbar.

Aufstieg und Aussichtsplattformen

In die Hauptkonstruktion sind Treppen und mehrere Aussichtsplattformen eingehängt. Die erste Plattform liegt in 18 m Höhe und wird über eine Treppe erreicht, die wie eine Hängebrücke gebaut ist. Zur zweiten Plattform in 32 m Höhe führt ein steilerer Aufstieg. Die dritte Plattform liegt in 38 m Höhe. Sie besteht aus einem Ring mit 8 m Durchmesser und ist um 8° geneigt. Man erreicht sie über eine Wendeltreppe.

Die Treppen und Podeste hängen beweglich an Stahlseilen in der Konstruktion. Bei stärkerem Wind können sie deshalb schwanken. Die Plattformen und Treppen bestehen aus Lichtgittern und Lochplatten, sodass man nach unten hindurchsehen kann.

Halde und Aussicht

Die Halde Beckstraße ist durch ein dichtes Wegenetz erschlossen. Man kann sie über Wege mit unterschiedlichen Steigungswinkeln besteigen. Der direkte Weg nach oben führt über eine Treppe mit 387 Stufen. Die Halde besteht aus taubem Gestein, also aus Gestein, das beim Bergbau anfällt, aber nicht als nutzbarer Rohstoff gewonnen wird.

Wegen seiner erhöhten und gut sichtbaren Lage ist der Tetraeder eine wichtige Landmarke der Region. Von oben bietet sich ein weiter Rundblick über das Ruhrgebiet. Vier Panoramatafeln erklären die Aussicht. Auf einer Nachbarhalde befindet sich das Alpincenter Bottrop. Bei guter Sicht ist auch der etwa 40 km entfernte Rheinturm in Düsseldorf zu erkennen.

Mathematische Form

Die Form des Tetraeders erinnert an eine Sierpinski-Pyramide. Das ist das dreidimensionale Gegenstück zum Sierpinski-Dreieck. Ein Tetraeder ist ein Körper mit vier dreieckigen Seitenflächen.

Bei einer Sierpinski-Pyramide wird im ersten Schritt ein Tetraeder in vier kleinere Tetraeder unterteilt. Zwischen ihnen entsteht in der Mitte ein Oktaeder, also ein Körper mit acht Flächen. Im zweiten Schritt würden diese vier kleineren Tetraeder wieder auf dieselbe Weise aufgeteilt. Beim Bottroper Tetraeder ist diese Struktur nur teilweise umgesetzt: Einer der drei unteren Tetraeder bleibt bereits beim ersten Schritt stehen.

Kunstaktionen, Film und Sport

Unterhalb des Tetraeders legte der Bottroper Fred Fischer von 2004 bis Anfang 2009 durch neu angeordnete verschiedenfarbige Schottersteine mehrere große stereotype Darstellungen von „Außerirdischen“. Der Regionalverband Ruhr ließ 2008 ein Gutachten erstellen, nach dem solche Umgestaltungen rechtlich nicht erlaubt waren. Nach einer öffentlichen Debatte ließ der Regionalverband Ruhr die Figuren am 18. Februar 2009 unterbaggern. Im August 2011 ließ Fred Fischer die Aliens mit Genehmigung des Regionalverbandes Ruhr noch einmal aufleben. Da kein anderer Ort für die Kunstinstallation gefunden worden war, einigte man sich auf eine temporäre Aktion mit Textilbahnen am Originalplatz.

Der Bottroper Tetraeder kommt auch in Medien vor. Er ist Schauplatz einiger Szenen in Dietrich Brüggemanns Film Renn, wenn du kannst. Außerdem nutzten die Band Ad Infinitum für das Musikvideo Surrender und die Band Remode für das Musikvideo Monument den Tetraeder als Kulisse.

Seit 2013 findet jährlich der Bottroper Tetraeder Treppenlauf statt. Er ist vom DLV genehmigt und hat eine maximale Laufstrecke von 11 km mit 1847 Stufen.

Lernvideos zu Tetraeder (Bottrop)

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