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Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Sympatrie

Für die Evolutionsbiologie spielt die Sympatrie eine Rolle im Kontext der sympatrischen Artbildung. Der Ausdruck und das Konzept sind ein zentrales Thema …

Definition und Abgrenzung [Abschnitt: mehrere]

Sympatrie bezeichnet in der Biologie und Biogeographie eine Form der geografischen Verbreitung. Sie liegt vor, wenn sich die Verbreitungsgebiete zweier Populationen, Unterarten oder Arten überlappen. Nahe verwandte Populationen kommen dann im selben geografischen Gebiet vor, können sich begegnen und sich unter Umständen auch kreuzen. Der Begriff wurde 1904 von Edward Bagnall Poulton in die Wissenschaft eingeführt. Seine spätere Verbreitung und Bedeutung verdankt er vor allem dem Evolutionsbiologen Ernst Mayr.

Sympatrie ist von zwei anderen Verbreitungsformen abzugrenzen:

  • Bei Parapatrie überschneiden sich die Verbreitungsgebiete nicht direkt, grenzen aber aneinander.
  • Bei Allopatrie sind die Verbreitungsgebiete nah verwandter Arten oder Populationen räumlich vollständig voneinander getrennt.

Die Begriffe beschreiben zunächst die räumliche Lage von Populationen oder Arten. Ob zwischen ihnen tatsächlich Kontakt und Fortpflanzung stattfindet, ist damit noch nicht vollständig festgelegt.

Gemeinsames Vorkommen und ökologische Separation [Abschnitt: mehrere]

Sympatrie spielt eine wichtige Rolle in der Evolutionsbiologie, besonders im Zusammenhang mit der sympatrischen Artbildung. Sie ist außerdem ein zentrales Thema der synthetischen Evolutionstheorie. Für Populationen, die nicht nur dasselbe größere Verbreitungsgebiet besitzen, sondern auch im selben Habitat gemeinsam und nebeneinander leben, wurde der Begriff „syntop“ eingeführt.

Überlappen sich die geografischen Verbreitungsgebiete, leben die Arten oder Populationen aber in unterschiedlichen Lebensräumen, spricht man von ökologischer Separation. Sie steht im Gegensatz zur geografischen Separation, bei der die Trennung durch unterschiedliche geografische Gebiete entsteht. Ökologische Separation bedeutet somit, dass die Gebiete zwar geografisch nicht vollständig getrennt sind, die Organismen aber unterschiedliche Lebensräume innerhalb dieses Gebietes nutzen.

Für die Beurteilung einer Sympatrie ist daher nicht allein entscheidend, ob sich Karten der Verbreitungsgebiete überschneiden. Wichtig ist auch, ob die betroffenen Individuen tatsächlich miteinander in Kontakt kommen und ob dadurch ein Genfluss möglich ist.

Genfluss und begriffliche Debatte [Abschnitt: mehrere]

Seit etwa dem Jahr 2000 überdenken Evolutionsbiologen den Begriff Sympatrie, besonders im Zusammenhang mit der sympatrischen Artbildung. Teilweise wurden neue oder abgewandelte Begriffe vorgeschlagen, damit sich die Vorgänge besser modellieren lassen. Häufig wird zwischen biogeographischer und populationsgenetischer Sympatrie unterschieden. Biogeographische Sympatrie bedeutet, dass Populationen geografisch nicht getrennt sind. Die populationsgenetische Perspektive fragt zusätzlich danach, ob zwischen ihnen tatsächlich genetischer Austausch, also Genfluss, stattfindet.

Der Genfluss ist für die Debatte zentral. Wenn sich die Verbreitungsgebiete geografisch überlappen, die Individuen aber niemals miteinander in Kontakt kommen, können die Vorgänge bei der Artbildung auf der Ebene ihrer Mechanismen kaum von einer vollständigen Trennung wie bei der Allopatrie unterschieden werden. Für Populationen, die unter solchen Bedingungen eher nebeneinander als miteinander leben, wurde deshalb der Ausdruck „Mikroallopatrie“ vorgeschlagen. Nach dieser Auffassung wäre eine echte Sympatrie erst dann gegeben, wenn tatsächlich Kontakt zwischen den Populationen stattfindet.

Noch weiter gehende Vorschläge wollten den Begriff so stark umdefinieren, dass nur Populationen mit verwirklichter Panmixie als sympatrisch gelten. Panmixie bezeichnet dabei eine Situation, in der die Fortpflanzung innerhalb der betrachteten Population ohne die entsprechende räumliche Einschränkung erfolgt. Solche Vorschläge werden überwiegend als zu weitgehend angesehen. Die gegenwärtige Diskussion versucht daher vor allem, geografische Überschneidung und tatsächlich wirksamen genetischen Austausch genauer voneinander zu unterscheiden.

Lernvideos zu Sympatrie

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