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Songdo International Business District
Planstadt auf künstlichem Land · Global günstige Lage in Ostasien, in 3,5 Flugstunden werden 34 % der Weltbevölkerung erreicht · kurze Entfernung zum …
Inhalt6 Abschnitte
Überblick und Ziele
Songdo City, auch New Songdo City oder Songdo New City genannt, ist eine geplante Stadt im Stadtbezirk Yeonsu-gu der südkoreanischen Millionenstadt Incheon. Sie liegt etwa 60 Kilometer südwestlich des Zentrums von Seoul und wurde als internationaler Wirtschafts-, Wissens-, Technologie- und Wohnstandort konzipiert.
Das Projekt entstand als Teil der Incheon Free Economic Zone (IFEZ), zu der außerdem Teile des Seehafens Incheon und der Internationale Flughafen Incheon gehören. Die IFEZ sollte Arbeitsplätze für 340.000 Menschen schaffen; ihr Gesamtvolumen wurde mit 40 Milliarden US-Dollar veranschlagt. Songdo selbst ist ein Kooperationsprojekt des koreanischen Unternehmens POSCO und des New Yorker Bauträgers Gale International. Der Masterplan stammt von der Architektengruppe Kohn Pedersen Fox (KPF).
Vorgesehen waren rund 3,2 Millionen Quadratmeter Wohnfläche sowie etwa 4,7 Millionen Quadratmeter Büro-, Handels- und öffentliche Flächen. Die privatwirtschaftlich zu errichtende Baumasse sollte ungefähr derjenigen von Boston-City entsprechen. Songdo sollte Wohnen, Arbeiten und Freizeit verbinden und unter anderem Finanz-, Wirtschafts-, Technologie-, Wissens-, Bio- und Hafenlogistikbereiche konzentrieren. Geplant waren außerdem Bildungs-, Kultur-, Einkaufs- und Gesundheitsangebote vor Ort sowie international anerkannte Umweltstandards.
Planstadt auf künstlichem Land
Da im Ballungsraum Seoul kaum noch größere bebaubare Flächen verfügbar waren, wurde Songdo auf einer dem Wattenmeer abgerungenen Polderfläche im Süden Incheons errichtet. Das Areal umfasst 6 Quadratkilometer. Die Entwicklung war in drei Bauphasen von 2003 bis etwa 2020 geplant: Phase 1 sollte bis 2009, Phase 2 bis 2014 und Phase 3 bis 2020 dauern.
Die Stadt wurde für eine Wohnbevölkerung von 65.000 bis 70.000 Menschen ausgelegt. Im Juni 2012 lebten dort 22.000 Einwohner. Laut Artikel bildeten Einwohner und Arbeitsplatzbesitzer überwiegend einen Ausschnitt des gehobenen Mittelstands; ärmere und ältere Menschen fehlten.
Zu den planerischen Zielen gehörten eine günstige Lage in Ostasien, die Erreichbarkeit von 34 Prozent der Weltbevölkerung innerhalb von 3,5 Flugstunden und die Nähe zum Internationalen Flughafen Incheon. 40 Prozent der Flächen sollten aus Parks, Grün- und Erholungsflächen bestehen. Mittelhohe Gebäude entlang der Straßen sollten ein urbanes Stadtbild schaffen. Außerdem waren ein umweltschonender Individual- und öffentlicher Verkehr sowie eine nachhaltig ausgerichtete Kommune vorgesehen.
Baugeschichte und wichtige Einrichtungen
Nach der Genehmigung des Masterplans im Jahr 2003 wurden die künstlichen Flächen etwa acht Kilometer vom Zentrum Incheons entfernt angelegt. Die Wattpolder wurden durch rund 14 Kilometer lange Deiche begrenzt, mit ungefähr 4 Millionen Kubikmetern Erdreich aufgefüllt und mechanisch verdichtet. Umwelt- und Tierschützer kritisierten dieses Vorgehen. Wegen des schlickhaltigen Untergrunds mussten die meisten Hochbauten durch tief reichende Pfahlgründungen gesichert werden.
Nach dem Aufbau der Versorgungsinfrastruktur entstanden ab 2004 die ersten Hochbauten. Das städtebauliche Zentrum bilden das Convention Center ConvensiA, der 305 Meter hohe Northeast Asia Trade Tower und die an dessen Fuß gelegene Riverstone Retail Mall. Das architektonisch an die Oper Sydney angelehnte ConvensiA wurde 2005 begonnen und im Oktober 2008 eröffnet. Seine Hallen sind bis zu 144 Meter weit und vollständig stützenlos.
Der 40 Hektar große Songdo Central Park wurde im August 2009 eröffnet. Ein mit Seewasser gefüllter Kanal ermöglicht dort einen elektromotorischen Wassertaxidienst. Im September 2009 bezog die Universität Incheon ihren neuen Campus für fast 13.000 Studierende. Im September 2010 öffnete die Chadwick International School für 2.100 Schülerinnen und Schüler; ebenfalls 2010 eröffnete die Yonsei University ihren International Campus, der Kritik hervorrief.
2010 waren außerdem ein außen liegender Golfplatz mit einigen hundert integrierten Villengrundstücken, 25 Kilometer Radwege und der Northeast Asia Trade Tower fertiggestellt. Neben diesem Wolkenkratzer gab es neun weitere Hochhäuser mit Höhen von 170 bis 235 Metern. Mehrere Wohnquartiere, überwiegend mit Apartmenthochhäusern, waren ebenfalls fertig. Ein Krankenhaus nach internationalem Standard sollte Ende 2015 eröffnet werden. Geplant waren zudem ein küstennahes Theater nach dem Vorbild der Oper Sydney und ein Museum im Central Park. Der Artikel weist darauf hin, dass Teile der Angaben seit 2015 nicht mehr aktuell sein können.
Verkehr und technische Infrastruktur
Ein wichtiges Vermarktungsargument Songdos ist die schnelle Verbindung zum Internationalen Flughafen Incheon. Die Incheon-Brücke zur Flughafeninsel Yeongjong wurde am 26. Oktober 2009 eröffnet. Von Songdo bis zum Flughafenterminal werden etwa 20 Minuten benötigt. Für Reisende aus Seoul und den meisten Städten des Ballungsraums verkürzt die Brücke die Fahrt gegenüber der nördlichen Brücke mit dem Airport Expressway um mehr als eine Stunde.
Songdo besitzt ein breites Straßennetz. Der Individualverkehr soll möglichst in Tiefgaragen untergebracht werden; Fahrzeuge mit geringem Schadstoffausstoß erhalten bevorzugte Stellplätze. Für Elektrofahrzeuge sind ausreichend Ladestationen vorgesehen.
Der öffentliche Nahverkehr wird durch eine Verlängerung der Linie 1 der U-Bahn Incheon erschlossen. Die Strecke führt zunächst nach Süden zur Universität und anschließend nach Westen zum Central Park. Über das Zentrum Incheons besteht eine Verbindung zur U-Bahn von Seoul. Die Fahrt in das nördliche Zentrum Seouls ist wegen etwa 40 Haltestellen jedoch zeitaufwendig. Busse übernehmen die Feinverteilung von den U-Bahn-Stationen.
Eine technische Besonderheit ist das pneumatische Abfallentsorgungsnetz. Abfälle werden ähnlich wie bei einer Rohrpost von den Einwurfstellen in Spezialbehältern durch Druckluft zu einem Kraftwerk transportiert, in dem Biogas gewonnen werden soll.
Smart-City-Konzept und offene Bewertung
Songdo verwirklicht nach Darstellung des Artikels zahlreiche Elemente einer vernetzten Smart City. Bewohner und Beschäftigte sind in eine dauerhafte Datenerhebung einbezogen. Dazu gehören die Videoüberwachung des öffentlichen Raums bis in Häuser hinein sowie multifunktionale Chipkarten, die unter anderem für den öffentlichen Verkehr, die Krankenversorgung, den Wohnungszugang und Bankdienste verwendet werden.
In den Wohnungen werden beispielsweise individuelle Verbrauchs- und Zugangsdaten erhoben. Daraus können Bewegungsbilder entstehen. Die Stadt gibt an, dass die Daten Hinweise zur Energieoptimierung oder Abwesenheitshinweise bei alleinlebenden Menschen liefern könnten. Durch die Vernetzung sollen gegenüber konventionellen Städten etwa 30 Prozent Energie und Ressourcen eingespart werden.
Die Aussagen zum Smart-City-Konzept waren im Artikel nicht ausreichend belegt. Außerdem wurde die Neutralität des Abschnitts als umstritten gekennzeichnet. Insbesondere fehlte eine ausgewogene Diskussion darüber, ob die umfassende Datenerhebung als nützlich oder als Überwachung zu bewerten ist. Diese Vorbehalte sollten bei der Verwendung der Angaben berücksichtigt werden.
Trivia
Songdo ist im Computerspiel Battlefield 2042 Schauplatz der Mehrspielerkarte „Kaleidoskop“. Auf dieser Karte kämpfen die Spieler um den Songdo Central Park.