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Sicherer Hafen (Geldanlage)
Sicherer Hafen ist eine umgangssprachliche stehende Wendung zur Bezeichnung einer Kapitalanlage, bei welcher der prognostizierte Rückfluss des Kapitals mit …
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Begriff und Grundprinzip
„Sicherer Hafen“ ist eine umgangssprachliche Bezeichnung für eine Kapitalanlage, bei der der erwartete Rückfluss des Kapitals mit hoher Wahrscheinlichkeit über dem Wert des Kapitaleinsatzes liegt. Der Kapitaleinsatz setzt sich aus dem Anlagevolumen und den Nebenkosten zusammen. Der Kapitalrückfluss liegt meist mehrere Jahre in der Zukunft und ist daher spekulativ. Er wird aus früheren Wertentwicklungen des jeweiligen Finanzprodukts abgeleitet.
Ein Produkt gilt insbesondere dann als sicherer Hafen, wenn sein voraussichtlicher Verkaufspreis denselben Realwert erbringen soll, der beim Ankauf eingesetzt wurde. Die Einschätzung beruht jedoch nicht auf einer Garantie, sondern vor allem auf der Projektion vergangener Wertentwicklungen und auf dem Vertrauen der Anleger.
Typische sichere Häfen und ihre Wirkung
Historisch wird Gold die Eigenschaft zugeschrieben, seinen Wert über lange Zeit zu erhalten oder zu steigern. Im Währungsbereich gelten der Schweizer Franken und der US-Dollar als sichere Häfen. Weitere Beispiele sind Immobilien, Gemälde und Anleihen.
Als Faustregel gilt: Je mehr Marktteilnehmer davon überzeugt sind, dass ein bestimmtes Produkt wertstabil bleibt, desto stärker kann sich seine Wertentwicklung von negativen Impulsen der Realwirtschaft abkoppeln. Ein Beispiel ist der US-Dollar in der Finanzkrise ab 2007. Er verlor zunächst stark an Wert, kehrte jedoch innerhalb der folgenden zwei Jahre zu seiner früheren Stärke zurück, gemessen im Vergleich zu den sechs im U.S. Dollar Index gewichteten Währungen. Der U.S. Dollar Index zeigt im Artikel die Wertentwicklung der führenden Reservewährung zwischen 1966 und 2012.
Das Vertrauen der Anleger in den US-Dollar als sicheren Hafen wurde dadurch bestätigt und sein Ruf als stabile Kapitalanlage gefestigt. Die meisten Länder der Welt, besonders China, halten Währungsreserven in US-Dollar. Sie wollen damit den Wert ihres Staatsvermögens erhalten, obwohl Anlagen in anderen Währungen im gleichen Zeitraum deutlich höhere Renditen hätten erzielen können. Als zusätzliche Grundlage der Stabilität wird die Stärke der amerikanischen Wirtschaft genannt. Ein übermäßiger Wertverlust oder ein Totalausfall des Investments gelten deshalb als äußerst unwahrscheinlich.
Die Bezeichnung „sicherer Hafen“ bedeutet dennoch keine Sicherheit. Auch so bezeichnete Anlagen können für Anleger zum Totalausfall werden.
Abgrenzung englischer Begriffe
Der englische Begriff „safe haven“ ist älter als die deutsche Wendung „sicherer Hafen“ und bezeichnet eine Hartwährung. „Safe harbour“ hat dagegen eine andere Bedeutung: Im Mittelpunkt steht die Einhaltung von Rechtsnormen. Der Ausdruck ist nicht auf den Finanzmarkt beschränkt. In den USA zählt beispielsweise der Digital Millennium Copyright Act zu den „safe harbor laws“.