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Sic
sic (auch sic!, oder auch nur !, Aussprache [siːk]) ist ein redaktioneller Hinweis in Zitaten, Druckvorlagen und anderen Textstellen.
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Bedeutung und Funktion
„sic“ (auch „sic!“, „!“; Aussprache [siːk]) ist ein redaktioneller Hinweis in Zitaten, Druckvorlagen und anderen Textstellen. Das lateinische Wort sīc bedeutet „(wirklich) so“ und steht kurz für sic erat scriptum („so wurde es geschrieben“).
In Zitaten zeigt „[sic]“, „[sic!]“ oder „[!]“ an, dass eine auffällige vorangehende Stelle exakt aus dem Original übernommen wurde. Dazu gehören Rechtschreibfehler, ungewöhnliche Formulierungen oder möglicherweise falsche Informationen. Der Hinweis macht deutlich, dass die Besonderheit nicht versehentlich vom Zitierenden verursacht wurde. Er kann außerdem eine inhaltliche Distanzierung ausdrücken oder auf einen erkannten sachlichen Fehler hinweisen.
Schreibweise und Einsatzbereiche
Ein redaktionell hinzugefügtes „sic“ steht in eckigen Klammern: „[sic]“, „[sic!]“ oder kurz „[!]“. Verwendet ein Autor den Ausdruck dagegen selbst zur Verstärkung oder um klarzustellen, dass etwas bewusst so gemeint ist, steht er meist als Parenthese in runden Klammern: „(sic)“.
In Druckvorlagen weisen Schriftsetzer oder Maschinensetzer damit auf eine beabsichtigte Besonderheit hin, damit diese nicht irrtümlich korrigiert wird. Außerhalb von Zitaten verhindert „(sic)“, dass eine bewusst gewählte Schreibweise oder Aussage für einen Fehler gehalten wird.
Regeln der Verwendung
„[sic]“ kommt vor allem in akademischen und besonders in literaturwissenschaftlichen Texten vor. Die Kennzeichnung heute unüblicher Schreibweisen kann zeigen, dass ein Originaltext genau wiedergegeben wurde. Sie kann jedoch die Lesbarkeit beeinträchtigen, wenn die Abweichung – etwa eine veraltete Rechtschreibung – für das eigentliche Thema unwichtig ist.
„[sic?]“ oder auf Deutsch „[so?]“ wird mit Fragezeichen verwendet, wenn in einem Manuskript Unsicherheit über eine Schreibweise besteht, insbesondere bei einem Namen. Der Hinweis richtet sich dann an den Korrektor.
Typische Beispiele
• „Göthe [sic] gilt als der bedeutendste deutsche Dichter …“: „[sic]“ zeigt, dass die falsche Schreibweise aus dem Original stammt; korrekt wäre „Goethe“.
• „sehr weit weg ist er, aber aber [sic] das macht nichts.“: Die Wiederholung von „aber“ gehört zum Original und ist kein Fehler des Journalisten.
• „Als erfolgreicher Schriftsteller verkaufte er regelmäßig über 100 [sic!] Bücher im Jahr.“: Der Zusatz kann eine inhaltliche Fehleinschätzung kennzeichnen oder ausdrücklich bestätigen, dass tatsächlich „100“ und nicht etwa „10“ oder „1000“ im Original steht.
• „Himmelspolizey [sic]“: Die von „Himmelspolizei“ abweichende Schreibweise wurde von den Autoren des Begriffs bewusst gewählt.