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Shaggy

Shaggy (* 22. Oktober 1968 als Orville Richard Burrell in Kingston) ist ein jamaikanischer Reggae-Musiker. Seinen musikalischen Durchbruch hatte er 1995 mit …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Überblick
  2. 2. Anfänge und Durchbruch
  3. 3. Comeback und Erfolge ab 2001
  4. 4. Weitere Karriere seit 2010
  5. 5. Filmmusik, Werbung und Engagement
  6. 6. Alben und Auszeichnungen

Überblick

Shaggy ist der Künstlername von Orville Richard Burrell, geboren am 22. Oktober 1968 in Kingston. Er ist ein jamaikanischer Reggae-Musiker. Bekannt wurde er international vor allem durch Lieder wie „Boombastic“, „It Wasn’t Me“, „Angel“ und spätere Kooperationen mit anderen Künstlern. Seinen Spitznamen Shaggy erhielt er nach eigenen Angaben schon als kleines Kind wegen seiner Haare.

Für seine Karriere wichtig sind mehrere Phasen: der frühe Durchbruch in den 1990er-Jahren, ein großes Comeback um 2001 mit dem Album „Hot Shot“, weitere Studioalben und internationale Zusammenarbeiten ab 2010 sowie Tätigkeiten für Filmmusik, Werbung und wohltätige Projekte.

Anfänge und Durchbruch

Shaggy wuchs in eher ärmlichen Verhältnissen auf. Mit 18 Jahren wanderte er nach New York City aus und lebte im Stadtteil Flatbush in Brooklyn. 1987 nahm er Gesangsunterricht. Ein Jahr später wurde er entdeckt, als er singend in den Straßen Brooklyns unterwegs war. Kurz darauf erschienen seine ersten beiden Singles „Mampie“ und „Big Up“.

Mit 20 Jahren trat Shaggy in das Marine Corps der USA ein. 1991 wurde er nach Kuwait versetzt und war während des Zweiten Golfkriegs dort stationiert. Nach seiner Rückkehr vom Persischen Golf entschied er sich, seine Musikkarriere weiterzuverfolgen.

1993 veröffentlichte er sein Debütalbum „Pure Pleasure“. Besonders wichtig war darauf seine Coverversion von „Oh Carolina“, ursprünglich von den Folkes Brothers, die zu einem Charthit wurde. 1995 gelang ihm mit der Single „Boombastic“ der Durchbruch. Der Titel wurde durch eine Werbung des Jeans-Herstellers Levi Strauss & Co. besonders bekannt. Das Album „Boombastic“ erhielt einen Grammy-Award als „Bestes Reggae-Album 1996“. Ebenfalls 1996 gründete Shaggy zusammen mit seinem damaligen Manager Robert Livingston und seinem Produzenten Shaun Pizzonia das Label Big Yard.

Comeback und Erfolge ab 2001

2001 hatte Shaggy ein großes Comeback mit den Nummer-1-Singles „It Wasn’t Me“ und „Angel“. „It Wasn’t Me“ nahm er mit Rikrok auf, „Angel“ mit Rayvon. Beide Titel stammen aus dem Album „Hot Shot“, das ebenfalls Platz eins der US-amerikanischen Billboard 200 erreichte.

2002 veröffentlichte Shaggy zusammen mit Stefan Raab im Rahmen der Sendung „TV total“ das Lied „Gebt das Hanf frei!“. Im selben Jahr erschien eine Remix-Version von „Hot Shot“. Danach folgten die Alben „Lucky Day“ und „Clothes Drop“ von 2005. Auf „Clothes Drop“ waren auch zwei Kooperationen mit Nicole Scherzinger enthalten.

Im Oktober 2007 erschien das Album „Intoxication“. Darauf arbeitete Shaggy unter anderem mit Akon zusammen. Der gemeinsame Song „What’s Love“ ist eine Coverversion des Tina-Turner-Klassikers „What’s Love Got To Do With It“ aus dem Jahr 1984. Produziert beziehungsweise unterstützt wurde das Album vom Team Sting International sowie von Robert Livingston, Tony Kelly und Christopher Birch.

Im Januar 2008 veröffentlichte Shaggy mit „Feel the Rush“ den offiziellen Mascots Song zur Fußball-Europameisterschaft 2008. Der Titel war sein erster Top-10-Erfolg seit sieben Jahren. Die Melodie wurde von Samims Titel „Heater“ aus dem Jahr 2007 übernommen. Im Juni 2008 erreichte „Feel the Rush“ Platz eins der deutschen Single-Charts.

Weitere Karriere seit 2010

Ende 2010 trennte sich Shaggy von seinem langjährigen Manager Robert Livingston und verließ damit auch das Label Big Yard. Danach gründete er gemeinsam mit Rayvon, Red Fox und Shaun Pizzonia das neue Label Ranch Entertainment.

Im Januar 2011 erschien sein neuntes Studioalbum „Shaggy & Friends“. Im Juli 2011 folgte sein zehntes Studioalbum „Summer in Kingston“, von dem seit Februar 2012 eine Bonusversion unter dem Titel „Lava Edition“ erhältlich ist. Mit „Summer in Kingston“ war Shaggy 2012 für den Grammy in der Kategorie bestes Reggae-Album nominiert.

Im August 2012 veröffentlichte er „Girls Just Want to Have Fun“, das ein Sample von Cyndi Laupers gleichnamigem Hit enthält. Der Titel erreichte in Deutschland Rang 29 der Charts. Nach einer Europatour, unter anderem beim Chiemsee Reggae Summer, erschien im September 2012 in Deutschland das Album „Rise“. Es enthält die gleichnamige Single sowie einige Auskopplungen aus „Summer in Kingston“.

2013 veröffentlichte Shaggy zusammen mit Sly & Robbie das Album „Out of Many One Music“. Die erste Auskopplung war „Fight This Feeling“, eine Zusammenarbeit mit Beres Hammond. 2015 erreichte er mit Mohombi, Faydee und Costi durch „Habibi (I Need Your Love)“ deutsche, US-amerikanische und weitere internationale Charts. 2018 veröffentlichte er mit Sting das Album „44/876“, das Platz 1 der deutschen Albumcharts erreichte.

Von April bis Mai 2022 nahm Shaggy als Space Bunny an der siebten Staffel der US-amerikanischen Version von „The Masked Singer“ teil und erreichte den fünften von 15 Plätzen. 2024 trat er gemeinsam mit Rayvon bei der Tour „Night of the Proms“ in Deutschland auf.

Filmmusik, Werbung und Engagement

Shaggy arbeitete auch mehrfach im Bereich Filmmusik. Sein erstes Engagement hatte er 1995 für den Film „Money Train“ von Columbia Pictures. Dafür sang er mit Ken Boothe den Titelsong „The Train Is Coming“. 2002 sang er den Titelsong zur Warner-Brothers-Produktion „Showtime“. Außerdem ist er auf Soundtracks vertreten: 1998 coverte er „Under the Sea“, den Titelsong von Disneys „Arielle, die Meerjungfrau“, für das Album „The Magic of Disney“. Auch auf dem Soundtrack zum Kinofilm „Scooby-Doo“ von 2002 ist er mit „Shaggy, Where Are You?“ vertreten.

Als Werbetestimonial wurde Shaggy ebenfalls eingesetzt. 2008 verpflichtete Pepsi ihn für einen Spot, in dem er jedoch nicht selbst sang. 2009 nutzte Ferrero ihn als Werbefigur für Kinder Maxi King; dabei wurde sein Hit „Fly High“ als Hintergrundmusik gespielt.

Shaggy unterstützt mehrere wohltätige Projekte. Dazu gehört das World-Citizen-Projekt, das den Dialog zwischen Volksgruppen, Menschen unterschiedlicher Klassen und Religionsgemeinschaften fördern will. Dafür nahm er im Januar 2012 mit Jahcoustix den Song „WorldCitizen“ auf. Für die Opfer des Erdbebens in Haiti im Januar 2010 spielte er den Benefizsong „Rise Again“ ein.

Sein wichtigstes Hilfsprojekt ist das Bustamante Hospital for Children in Jamaika. Durch karitative Projekte und Benefizkonzerte sammelte er dafür bereits mehrere hunderttausend US-Dollar. Prinz Harry besuchte im März 2012 bei seinem Aufenthalt in Jamaika zusammen mit Shaggy dieses Krankenhaus. Auch die Single „Save a Life“ gehört zu diesem Engagement.

Alben und Auszeichnungen

Shaggys Diskografie umfasst zahlreiche Studioalben. Zu den frühen Veröffentlichungen gehören „Pure Pleasure“ von 1993, „Original Doberman“ von 1994, „Boombastic“ von 1995 und „Midnite Lover“ von 1997. Besonders erfolgreich war „Hot Shot“ von 2000: Es erreichte Platz 1 in Deutschland, im Vereinigten Königreich und in den USA. In den USA wurde es mit Sechsfachplatin ausgezeichnet, im Vereinigten Königreich mit Dreifachplatin und in Deutschland mit Platin. Weitere Alben sind unter anderem „Lucky Day“ von 2002, „Clothes Drop“ von 2005, „Intoxication“ von 2007, „Shaggy & Friends“ und „Summer in Kingston“ von 2011, „Rise“ von 2012, „Out of Many, One Music“ von 2013, „Wah Gwaan?!“ von 2019 und „Com Fly Wid Mi“ von 2022. In der Tabelle wird außerdem „Lottery“ mit einer Erstveröffentlichung am 15. Mai 2026 genannt.

Bei den Auszeichnungen ist der Grammy besonders wichtig: 1996 gewann Shaggy in der Kategorie „Bestes Reggae-Album“ für „Boombastic“. Weitere Grammy-Nominierungen in derselben Kategorie erhielt er 2006 für „Clothes Drop“, 2009 für „Intoxication“ und 2012 für „Summer in Kingston“. 2002 wurde er außerdem mit RikRok für „It Wasn’t Me“ in der Kategorie „Beste Pop Kollaboration“ nominiert.

Weitere Erwähnungen sind RSH-Gold 1996 in der Kategorie „Werbesong des Jahres“ für „Boombastic“, eine Nominierung für die Goldene Himbeere 1998 in der Kategorie „Schlechtester Song“ für „My Dream“ sowie Nominierungen bei den American Music Awards 2002 als „Favorite Male Pop/Rock Artist“, „Favorite Rap/Hip-Hop Artist“ und „Favorite Internet Artist of the year“.

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