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Sekundärrohstoff

Sekundärrohstoffe dienen als Ausgangsstoffe für neue Produkte und unterscheiden sich dadurch von primären (aus der Natur gewonnenen) Rohstoffen. Es handelt sich …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Grundidee
  2. 2. Beispiele für Ausgangsstoffe
  3. 3. Rolle in der Kreislaufwirtschaft
  4. 4. Akteure und Regeln
  5. 5. Märkte und wirtschaftliche Bedingungen

Grundidee

Sekundärrohstoffe, auch Rezyklate oder Recyclingrohstoffe genannt, sind Rohstoffe, die durch Aufarbeitung, also Recycling, aus entsorgtem Material gewonnen werden. Genauer stammen sie aus den „Wertstoffen“ in diesem entsorgten Material. Sie dienen als Ausgangsstoffe für neue Produkte und unterscheiden sich damit von primären Rohstoffen, die direkt aus der Natur gewonnen werden.

Sekundärrohstoffe werden in der Rohstoffwirtschaft in einer Kaskade zum zweiten oder wiederholten Mal genutzt. Das bedeutet: Ein Stoff wird nach einer ersten Nutzung nicht einfach weggeworfen, sondern erneut als Rohstoff eingesetzt. Dadurch werden natürliche Ressourcen geschont, und die Nutzung trägt zu nachhaltiger Entwicklung bei. Sekundärrohstoffe entstehen nur, wenn Abfall recycelt wird. Wenn Abfall deponiert, energetisch verwertet oder verbrannt wird, entstehen daraus keine Sekundärrohstoffe.

Beispiele für Ausgangsstoffe

Zu den Ausgangsstoffen für Sekundärrohstoffe gehören zum Beispiel gebrauchte Verpackungen aus Glas, Kunststoff, Metall oder Verbundstoffen. Sie werden durch verschiedene Bearbeitungsverfahren wieder in Produktionsprozesse zurückgeführt.

Bei nachwachsenden Rohstoffen sind vor allem Papier und Holz wichtig. Papier wird durch Papierrecycling wiederverwertet, Holz als Altholz. Die Rückgewinnung von Metallen aus Abfall oder aus der Schlacke von Müllverbrennungsanlagen hat außerdem einen Umweltnutzen: Sie verhindert, dass giftige Deponieabwässer das Grundwasser kontaminieren. Für bio-basierte Kunststoffe und naturfaserverstärkte Kunststoffe werden Recyclingkonzepte entwickelt.

Auch verbrauchter Kernbrennstoff ist in gewissem Maße recyclingfähig. Im PUREX-Verfahren werden Plutonium und Uran zurückgewonnen, um MOX-Brennelemente herzustellen. Minore Actinoide und Spaltprodukte werden jedoch üblicherweise als „Atommüll“ entsorgt. Der Artikel nennt als Beispiel Americium, das Preise über 1000 $/g erreichen kann.

Rolle in der Kreislaufwirtschaft

Recycling ist eines der Kernprinzipien der Kreislaufwirtschaft. Es steht nach der Abfallvermeidung, etwa durch Reparatur und Umnutzung. Die Kreislaufwirtschaft gilt als Gegenmodell zur Linearwirtschaft, also zur Wegwerfgesellschaft. In einer Linearwirtschaft werden Produkte nach nur einem, oft kurzen, Nutzungszyklus als vollständig unbrauchbar behandelt.

Lineare oder einmalige Produktions- und Nutzungsprinzipien gelten im Artikel als nicht zukunftsfähig, weil fossile Ressourcen versiegen und Deponiekapazitäten knapper werden. An ihre Stelle soll eine Kreislaufwirtschaft treten. In ihr sollen lang andauernde kaskadische Nutzungen sowie die Vermeidung von Abfall und Emissionen zum Standard werden.

Akteure und Regeln

Verschiedene Gruppen beschäftigen sich mit Sekundärrohstoffen. Umweltgruppen und Umweltverbände weisen auf Probleme hin, die mit einer nicht-kaskadischen Nutzung von Ressourcen verbunden sind. Sie fordern häufig einen stärkeren Einsatz von Sekundärrohstoffen und stützen sich dabei auf wissenschaftliche Erkenntnisse, zum Beispiel aus den Umweltwissenschaften.

Wissenschaftler, etwa aus Ingenieurwissenschaften oder Logistik, arbeiten teilweise zusammen mit Praktikern aus der Abfallwirtschaft an besseren Verfahren zur Sammlung, Sortierung und Wiederverwertung von Haushalts- und Gewerbeabfall. Diese Abfälle bilden die Grundlage vieler Sekundärrohstoffe. Außerdem geht es darum, das Thema stärker im Bewusstsein der Bürger zu verankern.

Auch Industrie und Handel entwickeln Initiativen und Projekte. Besonders bei Kunststoffen sollen höhere Quoten und bessere Qualitäten der Sekundärrohstoffe erreicht werden. Als Beispiele nennt der Artikel die Drehscheibe Kreislaufwirtschaft in der Schweiz, die ECR Austria Circular Packaging Initiative in Österreich sowie in Deutschland das Forum Rezyklat oder Cospatox.

Vorgaben zur Erfassung von Material für Sekundärrohstoffe oder zu ihrem Einsatz kann der Gesetzgeber erlassen. Qualitätsniveaus können außerdem genormt sein. Für Altpapier nennt der Artikel als Beispiel die Norm DIN EN 643.

Märkte und wirtschaftliche Bedingungen

Für Sekundärrohstoffe gibt es Märkte. Ob eine Substanz als Sekundärrohstoff oder als Abfall angesehen wird, hängt auch von Geldfragen ab. Ein Abfallstoff kann wirtschaftlich interessant werden und dadurch als Sekundärrohstoff gelten.

Das kann geschehen, wenn der Preis eines Primärrohstoffs steigt, zum Beispiel bei einem langfristigen Preisanstieg des Erdöls. Es kann auch passieren, wenn ein Recyclingverfahren effizienter wird, also wenn pro eingesetztem Euro Recyclingmaterial in besserer Qualität gewonnen werden kann.

Ein weiterer Grund sind neue Nutzungsmöglichkeiten. Der Artikel nennt als Beispiel Uran: Durch die Entdeckung der Kernspaltung wurde es interessant, Uran aus den Tailings des Radium-Bergbaus des ersten Drittels des 20. Jahrhunderts zu gewinnen.

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