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Schlacht um Dresden
Die Schlacht um Dresden fand am 26. und 27. August 1813 zwischen französischen Truppen unter Napoleon und der Hauptarmee der verbündeten Koalitionäre …
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Überblick
Die Schlacht um Dresden war eine Schlacht der Befreiungskriege am 26. und 27. August 1813 in Dresden im Königreich Sachsen. Französische Truppen unter Napoleon Bonaparte kämpften gegen die Hauptarmee der verbündeten Koalition aus Österreich, Preußen und Russland unter Karl Philipp Fürst zu Schwarzenberg. Sie endete mit einem französischen Sieg und war einer von Napoleons letzten Siegen auf deutschem Boden.
Die französische Seite umfasste Frankreich, den Rheinbund, Italien und das Königreich Neapel; auf alliierter Seite standen Österreich, Preußen und Russland. Die Angaben zur Truppenstärke betragen etwa 96.000–150.000 Mann auf französischer und etwa 175.000–225.000 Mann auf alliierter Seite. Als Verluste werden 10.000 beziehungsweise 40.000 genannt. An die tödliche Verwundung des französischstämmigen alliierten Generals Jean-Victor Moreau erinnert das Moreau-Denkmal auf der Räcknitzhöhe in Dresden-Räcknitz.
Voraussetzungen und Einschließung Dresdens
Während des Waffenstillstands Napoleons mit Russland und Preußen traf sich der österreichische Reichskanzler Fürst von Metternich am 26. Juni und 30. Juni 1813 im Palais Brühl-Marcolini in der Friedrichstadt vor Dresden mit Kaiser Napoleon. Napoleon hatte dort Quartier genommen. Da er die österreichischen Forderungen für einen Friedensvertrag nicht annahm, schloss sich die Donau-Monarchie den antinapoleonischen Verbündeten an.
Nach Österreichs Kriegserklärung an Frankreich und dem Ende des Waffenstillstands wurde der Krieg im August fortgesetzt. Dresden blieb Mittelpunkt der Bewegungen der französischen Armee. Marschall Laurent de Gouvion Saint-Cyr ließ deshalb gemeinsam mit Stadtkommandant General Durosnel Verteidigungsanlagen errichten.
Die Böhmische Armee unter Schwarzenberg überschritt am 22. August mit etwa 200.000 Mann die böhmische Grenze und erreichte Dresden am 23./24. August. Am 24. August waren weite Teile der Stadt eingeschlossen; die Angriffe begannen am 25. August. Zar Alexander I. nahm in Nöthnitz, Friedrich Wilhelm III. in Leubnitz Quartier. Schwarzenberg und sein Generalstabschef Radetzky richteten ihr Hauptquartier in Bannewitz ein. Zunächst wurde besonders in den südlichen Vororten gekämpft; russische Truppen schossen Striesen am 25. August in Brand.
Erster Kampftag
Der Hauptangriff begann erst am 26. August. Dadurch konnte Napoleon rechtzeitig von seinem Zug gegen Blücher in Schlesien zurückkehren, größere Truppenmassen nach Dresden bringen und die Verteidigung selbst leiten. Der für die Verbündeten günstige Zeitpunkt war damit verpasst. Die zuvor nur mit 30.000 Mann besetzte Stadt konnte gesichert werden.
Saint-Cyr stellte seine drei Divisionen unter Claparède, Razout und Berthezène hinter Stadtmauer, Schanzen und Redouten auf. Schanzen und Redouten waren befestigte Verteidigungswerke. Schwarzenberg ließ in sechs Kolonnen unter fortwährendem Geschützdonner angreifen. Links standen Österreicher unter Gyulay, im Zentrum das Korps des Prinzen von Hessen-Homburg. Rechts, an die Elbe angelehnt, standen das russische Korps des Fürsten Gortschakow und das preußische Korps des Generals Kleist unter General Wittgenstein. Die Reserve führte General Barclay de Tolly.
Napoleon traf zwischen 9 und 10 Uhr mit Verstärkungen ein. General Testes Division wurde nach Friedrichstadt geschickt. Um 14 Uhr erreichte Murat mit dem Kavalleriekorps Latour-Maubourg mit 78 Schwadronen den französischen rechten Flügel; dort standen bereits Testes und Pajols Kavalleriedivision mit 46 Schwadronen. Nach 15 Uhr rückte die Junge Garde unter Marschall Mortier in den Vorort von Pirna, während Neys Korps im Zentrum hinter Redoute IV aufmarschierte.
Ab 16 Uhr stießen die Russen unter Wittgenstein aus dem Blasewitzer Wald gegen die französische linke Flanke vor. Bis 18 Uhr drangen die Preußen in die Pirnaische Vorstadt ein. Österreichische und preußische Truppen nahmen mehrere Werke, darunter die Schanze vor dem Freiberger Schlag und das Werk vor Moczinskis Garten. Der französische Gegenangriff, unterstützt durch die Garde mit 16 Kanonen, warf die Preußen jedoch zurück; gegen 19 Uhr war auch das Werk vor Moczinskis Garten zurückerobert. Die russische 5. Division unter General Mezentzow mit 7.350 Mann und 24 Geschützen wurde von der Alten Garde unter General Friant zurückgedrängt. Bei Nacht zogen sich die Verbündeten auf die Anhöhen zurück.
Zweiter Kampftag
Am 27. August setzten die Verbündeten ihre Angriffe fort. Mortiers Garde besetzte die Front an der Elbe, sodass Saint-Cyr Truppen vom linken Flügel zum Zentrum verschieben konnte; dort übernahm Marmonts Korps den Befehl. Die überflutete Weißeritz trennte den linken alliierten Flügel unter Gyulay von der Hauptarmee. Im alliierten Zentrum standen österreichische Verbände unter Colloredo, Moritz von Liechtenstein, Chasteler und Nostitz. Die Infanterie hatte sich hinter Schutzwehren verschanzt. Regen machte das Pulver fast unbrauchbar und schränkte den Einsatz vieler Waffen ein.
Um 9 Uhr griff Murat mit drei Kürassierdivisionen und dem Korps Victors, Herzog von Belluno, entlang der Weißeritz bei Cotta und auf der Straße nach Freiberg den österreichischen linken Flügel an. Erst zu diesem Zeitpunkt konnte das Korps Klenau diesen Flügel vollständig formieren. Gegen 10 Uhr griff auch Ney den rechten alliierten Flügel aus Russen und Preußen an. Die Junge Garde drängte ihn bis Prohlis und Leuben zurück.
Angriffe auf das alliierte Zentrum auf den Höhen von Zschertnitz und Räcknitz blieben dagegen erfolglos. Dabei zerschmetterte eine Kanonenkugel Jean-Victor Moreau, inzwischen militärischer Berater Alexanders I., ein Bein. Gegen Mittag schlug Murats Kavallerie Gyulays linken Flügel. Drei österreichische Divisionen unter Weißenfels und Liechtenstein sowie die 3. leichte Division unter Generalmajor Mesko wurden geschlagen und zerstreut. Über 10.000 abgeschnittene Österreicher gerieten mit allen Fahnen und Kanonen in Gefangenschaft oder wurden erbeutet; Mesko wurde gefangen genommen.
Die Franzosen nahmen unter anderem Wölfnitz, Gorbitz und Naußlitz. Ein Gegenangriff der Brigade General Czollichs bei Dölzschen hielt den französischen Vormarsch auf, um den Rückzug der Division Liechtensteins über Pesterwitz, Zauckerode und Gittersee zu decken. Um 17 Uhr stießen vier Divisionen der Jungen Garde unter Dumoustier, Barrois, Decouz und Roguet durch das Pirnaer und das Plauener Tor vor. Nach der Sicherung der Weißeritzübergänge musste Schwarzenberg die Niederlage seiner Truppen am anderen Ufer hinnehmen. Es fielen der österreichische Generalmajor David von Andrássy, die russischen Generalmajore Luckow und Millesinow sowie auf französischer Seite General Combelle.
Folgen und literarische Verarbeitung
In der Nacht vom 27. auf den 28. August zogen sich die Alliierten zurück. Anlass war die Nachricht, dass das französische Korps Vandamme, das am 25. August bei Königstein über die Elbe gegangen war, gegen Pirna vorrückte und die Verbindung nach Böhmen bedrohte.
Napoleon konnte die Verbündeten trotz des Sieges nicht entscheidend vernichten. General Vandammes Niederlage in der Schlacht bei Kulm verhinderte die weitere Verfolgung. Durch den Kriegseintritt Österreichs hatte sich das Kräfteverhältnis entscheidend zu Napoleons Ungunsten verändert. Als Folge nennt der Artikel die Niederlage in der Völkerschlacht bei Leipzig im Oktober 1813. Die südlichen Dresdner Vororte wurden teilweise schwer zerstört; wegen der vielen Verwundeten glich Dresden einem großen Feldlazarett. Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die Befestigungen zu einem Schanzenkranz ausgebaut.
E. T. A. Hoffmann besichtigte am 29. August, kurz nach dem französischen Sieg, das Schlachtfeld. Seine Tagebucheindrücke wurden zur Grundlage für Die Vision auf dem Schlachtfelde bei Dresden, die 1814 als Flugschrift erschien.