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Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Sander

Als Bestandteil der Glazialen Serie entstehen sie, wenn Gletscherschmelzbäche die Endmoräne durchschneiden und sich in der Ebene dahinter als verflochtener …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Begriff und Bedeutung
  2. 2. Bildung und Materialablagerung
  3. 3. Verbreitung und regionale Unterschiede
  4. 4. Isländische Beispiele und Gefahren

Begriff und Bedeutung

Sander sind breite, schwach geneigte Aufschüttungen vor dem Rand eines Inlandeises (Eisschildes) oder eines Gletschers. Sie ähneln Schwemmfächern und bestehen meist aus Geröll, Kies und/oder Sand. In Süddeutschland werden sie auch Schotterebenen oder Schotterflächen genannt. Sander sind ein typischer Bestandteil der Glazialen Serie, also der Abfolge von Landschaftsformen, die durch Gletscher und ihr Schmelzwasser entstehen.

Bildung und Materialablagerung

Sander entstehen, wenn Schmelzbäche eines Gletschers die Endmoräne durchschneiden. Hinter der Endmoräne verbreitern sie sich in der Ebene zu einem verflochtenen Fluss mit mehreren sich teilenden und wieder vereinigenden Wasserläufen. Dabei sinkt die Fließgeschwindigkeit stark, sodass das mitgeführte Material als glazifluviales Sediment, also als durch Gletscherschmelzwasser transportierte und abgelagerte Teilchen, liegen bleibt.

Direkt an der Endmoräne kann die Neigung bis zu 20 % betragen. In Richtung des Schmelzwasserabflusses nimmt sie rasch ab. Das Material wird nach Korngröße sortiert: Grobes Gestein lagert sich nahe an der Endmoräne ab, während feiner Kies und Sand weiter flussabwärts transportiert werden. So entsteht eine Landschaft, die einer geneigten Ebene ähnelt.

Verbreitung und regionale Unterschiede

Sander- und Schotterflächen sind in den ehemals vergletscherten Gebieten Nord- und Südmitteleuropas weit verbreitet. Sie kommen sowohl in Altmoränenlandschaften als auch in Jungmoränenlandschaften vor. Die Gebiete unterscheiden sich vor allem hinsichtlich der Zusammensetzung und Korngröße ihres Materials.

Im nördlichen Mitteleuropa bestehen Sander überwiegend aus Sand und Kies, die zum größten Teil Quarz enthalten. Die daraus entstandenen Böden sind unfruchtbar und werden heute häufig für Kiefernforste genutzt. Beispiele sind die Zauche südwestlich von Berlin, die Griese Gegend im Südwesten Mecklenburgs, die Lüneburger Heide und die Tucheler Heide in Polen.

Im Alpenvorland enthalten die Schotterflächen meist sehr grobes Material aus Kies und Schotter. Hinzu kommen viele Kalksteingerölle aus den Nördlichen Kalkalpen. Anders als im Norden sind die Böden dort durchaus fruchtbar. Das bekannteste Beispiel ist die Münchner Schotterebene.

Isländische Beispiele und Gefahren

Zu den isländischen Beispielen gehören der Mýrdalssandur beim Mýrdalsjökull und der Skeiðarársandur. Beim Mýrdalssandur wird durch Deflation, also das Abwehen feinen Materials, gröberes Gestein an der Oberfläche freigelegt.

Das Überqueren isländischer Sander kann gefährlich sein. Ein plötzlicher Vulkanausbruch unter einem Gletscher kann starke Flutwellen auslösen. Solche Ereignisse werden als Gletscherläufe bezeichnet.

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