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Salma Khalil Alio
Salma Khalil Alio (geb. 22. Januar 1982, N'Djamena, Tschad) ist eine tschadische Dichterin und Schriftstellerin, Photographin, Karikaturistin und …
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Überblick
Salma Khalil Alio, geboren am 22. Januar 1982 in N’Djamena im Tschad, ist eine tschadische Dichterin und Schriftstellerin, Photographin, Karikaturistin und Graphikdesignerin. Sie arbeitet also in mehreren künstlerischen Bereichen: mit Texten, Bildern, Comics, Gestaltung und Fotografie.
Wichtig ist sie vor allem als vielseitige Künstlerin, die Kunst auch als Mittel zur Förderung von Frauen versteht. Sie gründete die Vereinigung Positive, die tschadische Künstlerinnen in allen Sparten unterstützt. Das Ziel dieser Vereinigung ist es, Kunsthandwerk und Kunst als Möglichkeit für Frauen zu fördern, Einkommen zu erzielen und unabhängig zu sein.
Leben und Ausbildung
Alio wurde am 22. Januar 1982 in N’Djamena geboren. Als sie zwei Jahre alt war, floh sie mit ihrer Familie aus dem Tschad. Der Grund war, dass ihr Vater Khalil Alio, der ehemalige Anführer der Front de Libération Nationale du Tchad, von der Regierung Hissène Habrés verfolgt wurde.
Danach wuchs Salma Khalil Alio in Marburg auf, während ihr Vater dort promovierte. Später zog die Familie nach Maiduguri in Nigeria. Dort legte Alio 1999 ihr Alliance Française Exam ab. Während ihrer Schulzeit entwickelte sie ihr Interesse an Grafikdesign und studierte bei Gérard Leclaire.
1999 kehrte sie erstmals in den Tschad zurück und begann ein naturwissenschaftliches Studium in Farcha. Ihre Schwester ist die Sängerin Mounira Mitchala.
Literarische Arbeit
Zu Alios kreativem Schreiben gehören Dichtung und Kurzgeschichten. Dichtung bezeichnet hier literarische Texte in Gedichtform; Kurzgeschichten sind kurze erzählende Texte, die meist eine begrenzte Handlung oder Situation darstellen.
Ihr erster Gedichtband trug den Titel „Passion de la pensée“ („Passion des Denkens“) und wurde 2004 in Paris von The Manuscript veröffentlicht.
2013 wirkte Alio an der Veröffentlichung von „Aux vents des aléas de la vie“ („Über die Winde der Gefahren des Lebens“) mit. Das war eine Sammlung von Erzählungen über Probleme wie Enteignung, Polygamie und Homosexualität im Tschad.
2014 wurden ihre Geschichten in den Band „Couleurs de l’Existence“ („Farben der Existenz“) aufgenommen. Dabei handelte es sich um eine Sammlung von Erzählungen sechs tschadischer Autoren. In dieser Veröffentlichung schrieb Alio die Kurzgeschichte „Die Reise der Königin Guera“ („Périple sur la reine du Guéra“). Sie erzählt von zwei Wilderern in den Bergen der Region Guéra, die vom Geist Margaï beschützt werden.
2016 verlieh ihr die Jury des Joseph Brahim Seid Literaturpreises einen Sonderpreis.
Graphikdesign und Comics
Alio arbeitete von 2008 bis 2017 als Grafikdesignerin bei Tigo Tchad. Grafikdesign bedeutet die visuelle Gestaltung von Informationen, zum Beispiel mit Schrift, Bildern, Farben und Layout.
Außerdem veröffentlicht sie mehrmals im Monat als Grafikerin auf der Facebook-Seite ihres Vereins Episoden ihres eigenen Comics „Débarquement à N’Djamena“ („Landung in N’Djamena“). Der Comic handelt von den Abenteuern dreier junger Ausländer, die im Tschad leben.
Laut Artikel ist Salma Khalil Alio die erste Frau im Tschad, die als Cartoonistin arbeitet. Eine Cartoonistin zeichnet humorvolle oder erzählende Bilder, oft in Form von Comics oder Karikaturen.
Photographie und Projekte
In der Photographie initiierte Alio das Projekt „Porträts tschadischer Frauen“ („Portraits of Chadian Women“). Ziel war es, den Stolz auf die Leistungen von Frauen im Tschad zu stärken. Die Ausstellung wurde an verschiedenen Orten im In- und Ausland gezeigt, unter anderem in Paris im Rahmen des tschadischen Nationalen Entwicklungsplans (Chadian National Development Plan, PND).
Alio vertrat den Tschad bei den 8. Spielen der Frankophonie. Diese Spiele umfassen neben Sport auch Kulturwettbewerbe. Alio repräsentierte den Tschad dort im Bereich Fotografie.
2016 leitete sie künstlerisch ein Projekt, das gemeinsam mit dem Institut Français in N’Djamena durchgeführt wurde. Dabei erhielten Kinder aus Baga-Sola, Abéché, Moundou und N’Djamena Kameras. Sie sollten Bilder machen, die die Rolle von Mädchen in der Gesellschaft zeigen.