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SAMPA-Transkribierungscodes
Der SAMPA-Transkribierungscode ist ein Standard, um Lautschrift in 7-Bit-ASCII darstellen zu können. Das Problem besteht darin, dass verschiedene Laute …
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Zweck und Grundprinzip
SAMPA ist ein Standard, der Lautschrift mit 7-Bit-ASCII-Zeichen darstellen kann. Er ordnet unterschiedlichen Phonemen (kleinsten bedeutungsunterscheidenden Lauten) ASCII-Zeichen oder Zeichenkombinationen zu. Das ist nötig, weil derselbe Buchstabe verschiedene Laute bezeichnen kann: „y“ wird etwa in Lyrik wie „ü“, in Yacht wie „j“ gesprochen. Auch beim „o“ unterscheiden sich das offene o in Sonne und das geschlossene o in Mond. SAMPA macht solche Unterschiede in einer maschinenlesbaren Schreibweise sichtbar.
Vokale
Vokale werden nach Zungenlage (vorn, zentral, hinten), Öffnung (geschlossen/hoch bis offen/tief) und Rundung der Lippen beschrieben. Beispiele wichtiger SAMPA-Zeichen sind: i für den vorderen geschlossenen ungerundeten Vokal in mieten, I für den fast geschlossenen Vokal in mit, e in mehr und E in Herr. { steht für den offenen Vokal in englisch cat.
Gerundete vordere Vokale sind y in Tür, 2 in Höhle und 9 in Hölle. Zentrale Vokale sind 1 in russisch мышь [m1S], @ als Schwa in bitte oder englisch about, 6 als r-gefärbter neutraler Vokal in besser und a in Haar. Weitere zentrale gerundete Vokale sind } und 8.
Hintere ungerundete Vokale sind M, 7, V und A; A steht beispielsweise in englisch arm und bayerisch wahr. Hintere gerundete Vokale sind u in Hut, U in Mutter, o in Sohle, O in Wort und Q in ungarisch nagy. Die Tabelle enthält außerdem & für einen vorderen offenen gerundeten Vokal; als Beispiel ist „???“ angegeben.
In der vereinfachten Vokaltabelle können zwei Zeichen in einer Zelle ein Vokalpaar mit dem unterscheidenden Merkmal ungerundet/gerundet bilden.
Konsonanten
Konsonanten werden vor allem nach Artikulationsort und Artikulationsart sowie nach Stimmhaftigkeit geordnet. Bei Plosiven (Verschlusslauten) stehen p/b für bilabiale, t/d für alveolare und k/g für velare Laute; tS/dZ bezeichnen postalveolare Affrikaten, also Verschluss- und Reibelaute in Folge, wie in Deutsch beziehungsweise Dschungel. c und J\ stehen für palatale, q für einen stimmlosen uvularen Plosiv.
Bei Frikativen (Reibelauten) stehen f/v, T/D, s/z und S/Z jeweils für stimmlose bzw. stimmhafte Paare: T kommt etwa in englisch thing vor, D in this, S in schön und Z in Garage. C bezeichnet den Laut in ich, x den in Buch, h den in Hand. Weitere Zeichen sind p\ für einen stimmlosen bilabialen Frikativ, G für einen stimmhaften velaren Frikativ und h\ für einen stimmhaften glottalen Frikativ.
Nasale sind m, F, n, J und N, zum Beispiel N in Ring. Laterale sind l, L und 5. Für Vibranten gelten 4 für einen alveolaren Laut mit einem Zungenschlag und r für einen mit mehreren Zungenschlägen; R ist ein uvularer Vibrant wie in Standarddeutsch reich. Halbvokale sind w, H und j, etwa j in ja.
Besonders im Spanischen und Italienischen unterscheiden sich Vibranten mit einem und mehreren Zungenschlägen: spanisch pero („aber“) gegenüber perro („Hund“). Für Spanisch wird außerdem [jj] für den palatalen Frikativ in Mallorca gegenüber [j] als Halbvokal in hoy verwendet. Vorgeschlagen wurden [4] für den Vibranten mit einem Zungenschlag, [r] für den mit mehreren Zungenschlägen und [j\] für den palatalen Frikativ. Dies folgt dem Prinzip, pro IPA-Symbol nur ein Zeichen zu verwenden; der umgekehrte Schrägstrich erzeugt Alternativzeichen.
Modifizierer
Vokalmodifizierer stehen nach dem Vokal: ~ oder _~ bedeutet Nasalisierung, etwa französisch bon [bO~]; : bedeutet Länge, etwa hoch [ho:x], shōshō [So:So:] oder see [si:]; bedeutet R-Färbung, etwa bird [b3d]. _^ kennzeichnet einen nichtsilbischen Vokal.
Konsonantenmodifizierer verändern die Artikulation: ` bedeutet retroflex; _a apikal, _d dental, _G velarisiert, _h aspiriert (behaucht, wie nach deutschem p, t, k), _j oder ' palatalisiert, _m laminal und _w labialisiert. _< kennzeichnet einen Implosivlaut, einen stimmhaften Plosiv, und _> einen Ejektivlaut, einen stimmlosen Plosiv. _= oder = markiert einen silbischen Konsonanten, zum Beispiel geben [gebm=], englisch bottle ["bOtl=] und button ["bVtn=].
Konsonantenmodifizierer
Die Modifizierer für Konsonanten ergänzen das Grundzeichen um eine genauere Ausspracheangabe. Sie können die Zungenstellung (_a, _d, _m), den Artikulationsort (_G), eine zusätzliche Behauchung (_h), eine Annäherung an den harten Gaumen (_j oder '), Lippenrundung (w), Retroflexion (`), die Art des Verschlusslauts (< oder >) oder die Silbigkeit (=, =) kennzeichnen.